Dein Kind weint. Dein Partner rennt vielleicht raus, weil er es nicht ertragen kann. Oder du merkst, wie sich in dir alles zusammenzieht. Du weißt, dein Kind ist in Sicherheit, hat keinen Hunger, hat sich nicht verletzt. Es ist vielleicht einfach ein entlastendes Weinen.
Aber trotzdem: Du hältst es nicht aus. Es ist ein körperlicher Schmerz in dir. Und dein Körper erzählt dir etwas ganz anderes als dein Verstand.
Wenn das Weinen unerträglich wird
Es gibt viele Eltern, die zu mir kommen: Mein Partner hält das Weinen nicht aus. Er ist so gestresst, dass er das Haus verlassen muss. Das ist eine Belastung für die ganze Familie.
Und auch Mütter erzählen mir: Sie halten das nicht aus. Es ist ein körperlicher Schmerz. Selbst wenn der Partner das Kind ins Bett bringt und das Kind dort weint, müssen sie hingehen und das Kind an sich nehmen.
Das geht oft Hand in Hand mit Problemen bei der Einschlafbegleitung. Das Kind will noch spielen, ist aufgedreht, braucht so lange. All das verstehen wir logisch. Aber es stresst uns trotzdem wahnsinnig.
Was hat das Weinen mit deiner Kindheit zu tun?
Wenn du merkst, dass du ein großes Problem mit Geschrei, mit Geweinen hast, dann schau zu dir zurück. Wie war das bei dir?
Du weißt vielleicht, wie deine Geburt verlaufen ist. Was deine Eltern erzählt haben über deine früheste Kindheit. Wie du geschlafen hast. Ob du alleine im Bettchen geschlafen hast. Ob sie mit dir zusammen geschlafen haben.
Wichtige Hinweise auf alte Muster
Daraus kannst du Rückschlüsse ziehen. Wenn du heute weißt, wie du dein Kind begleitest oder an welchen Punkten du Schwierigkeiten spürst: Ist es das Weinen? Ist es, dass das Kind sich nicht von dir trennen möchte? Ist es, dass das Kind immer bei dir schlafen möchte?
All das sind wichtige Hinweise, die im Rückblick viel mit deiner Kindheit zu tun haben können.
Ein Beispiel aus dem Einzelcoaching: Das Gitterbettchen
Ich möchte dir einen Eindruck geben, was eine Ursache sein kann. Diese Ursache muss nichts mit dir zu tun haben, aber sie gibt dir vielleicht eine Idee, wo du hinschauen kannst.
Bei einer Klientin haben wir mit EFT gearbeitet, der Klopfakupressur. Da werden Erinnerungen hervorgerufen, angestaute emotionale Energie gelöst. Und in diesem Prozess tauchen Erinnerungen auf.
Die Körpererinnerung
Bei ihr tauchten zwei Erinnerungen auf: Das Gitterbettchen, in dem sie selber gelegen hat. Im Dunkeln. Sie ist aufgewacht und es war niemand da.
Sie hat diesen Druck in der Brust gespürt. Sie meinte: Ich spüre das Gitter auf meiner Brust. Das war eine Körpererinnerung, ganz tief gespeichert.
Damit haben wir gearbeitet und das aufgelöst mit Matrix Reimprinting. Danach wurde die Einschlafbegleitung leichter. Das Kind weinte nicht mehr so lange. Und sie kann das richtig gut aushalten.
Was passiert in deinem Nervensystem?
Wenn der Vater sagt, er hält das Schreien nicht aus, er kriegt körperliche Schmerzen, dann nimm das ernst. Das sind wirklich körperliche Schmerzen, die er einmal gespürt hat in seinem Leben. Vermutlich als er sehr klein war. Direkt nach der Geburt vielleicht, als er im Krankenhaus lag und geschrien hat und es kam niemand.
Die Überlebensangst des Babys
Das Nervensystem von damals ist in den Überlebensmodus gegangen. Es hat gespürt: Hier ist niemand. Mein Überleben ist in Gefahr. Es ist eine Todesangst, wenn das Kind schreit, weint, nach der Mama ruft und es kommt niemand.
Das ist der Urinstinkt: Wenn ein Kind alleine liegt, würde der Tiger kommen. Das spürt das Nervensystem. Deswegen ist körperlicher Kontakt so wichtig, dass das Kind weiß: Ich bin sicher.
Der Trigger funktioniert wie ein Schlüssel
Dein Nervensystem, wenn du getriggert wirst vom Weinen oder von dieser Einschlafthematik, hat das vermutlich mit deiner eigenen Geschichte zu tun. Dein Nervensystem hat sich das eingeprägt und wird zurück katapultiert in diesen Moment damals.
Das Weinen deines Kindes ist wie der Schlüssel, der eine alte Tür aufschließt. In Millisekunden bist du dort zurück in diesen Zustand versetzt.
Was du konkret tun kannst
Reflexion: Schau in deine eigene Geschichte
Was genau triggert mich? Was könnte das mit meiner Kindheit zu tun haben? Wie war das damals bei mir mit Einschlafen? Mit wem habe ich geschlafen? Hatte ich Angst?
Ich höre das so oft: Wir sind in kleinen Gitterbettchen im Dunkeln aufgewacht und waren alleine. Ich auch. Wir haben gerufen und es kam niemand. Wir hätten gerne bei Mama geschlafen.
Das sind wichtige Erkenntnisse.
Nervensystem-Regulation: Mikropausen und Übungen
Natürlich kannst du dir sagen: Ich bin die Erwachsene, das hat nichts mit mir zu tun, mein Kind entlastet sich. Aber das ist sehr schwierig, weil auf dieser Verstandesebene zu switchen, schwer ist. Der Trigger ist nach wie vor da.
Was du machen kannst: Dein Nervensystem regulieren. Durch Mikropausen immer wieder zwischendurch.
Verstehe die Spiegelneuronen
Dein Kind schläft nicht ein, wenn du gestresst neben ihm liegst, innerlich im Alarmmodus. Du kennst das.
Dein Kind spürt das. Das Nervensystem deines Kindes spiegelt dein Nervensystem.
Praktische Übungen für den Moment
Was du tun musst: Dein Nervensystem in die Balance bringen. Loszulassen, zu entspannen. Dann, wenn dein Kind über die Spiegelneuronen spürt: Mama schenkt mir Sicherheit, Mama ist entspannt. Dann wird dein Kind einschlafen.
Konkrete Übungen: Schmetterlingsumarmung. Lange tiefe Atemzüge. Summen. Prusten, tönen, seufzen. Gesicht und Nacken massieren.
Ich mache gerne Massage und dadurch fährt mein Nervensystem runter und mein Kind kommt leichter in einen regulierten Zustand.
Wenn die Ursache tiefer liegt
Das wird vielleicht etwas leichter machen, aber wenn du merkst, da liegt was noch dahinter, da ist eine größere, tiefere Ursache, dann würde ich dir empfehlen, das aufzuarbeiten.
Es kann schon eine Sitzung ganz viel bewirken. Vielleicht dauert es auch länger. Das ist unterschiedlich. Aber ich erlebe es immer wieder, dass es manchmal schneller geht als wir denken.
Wir alle tragen solche Muster in uns. Das ist kein Versagen. Das ist keine Schwäche. Das ist eine alte Wunde, die gesehen werden möchte.
Du möchtest das Weinen deines Kindes wieder entspannt begleiten können?
Im Einzelcoaching arbeiten wir mit EFT und Matrix Reimprinting, um alte Körpererinnerungen sanft aufzulösen. Oder du startest mit meinem Nervensystem-Kurs, in dem du lernst, dein Nervensystem zu regulieren und damit auch deinem Kind Sicherheit zu schenken.













0 Kommentare