Glaubenssätze, Trauma und dein Nervensystem: Wie dein Körper alte Geschichten festhält

Feb. 18, 2026 | Glaubenssätze, Nervensystem, Podcast | 0 Kommentare

 

Jeder Glaubenssatz ein Trauma, stimmt das wirklich? Diese Frage erreicht mich immer wieder, verbunden mit viel Unsicherheit und dem tiefen Wunsch zu verstehen, warum wir reagieren, wie wir reagieren. Vielleicht kennst du das auch: Du weißt genau, wie du sein möchtest, geduldig, gelassen, liebevoll, und trotzdem explodierst du in Momenten, in denen dein Kind dich triggert.

Was hat das mit Glaubenssätzen zu tun? Und warum sitzt das so tief in deinem Körper, dass du es nicht einfach „wegdenken“ kannst? In diesem Artikel zeige ich dir, warum dein Körper glaubt, was du über dich denkst, und wie du das verändern kannst.

Liegt jedem Glaubenssatz ein Trauma zugrunde?

Nein, so pauschal kann man das nicht sagen. Es gibt Glaubenssätze, die wir über die Gesellschaft, unsere Eltern oder Lehrerinnen mitbekommen haben. Geldglaubenssätze wie „Geld macht nicht glücklich“ oder „Das Leben ist schwierig“.

Aber, und hier wird es spannend, auch diese Glaubenssätze kommen oft aus einer traumatischen Erfahrung. Nur nicht aus deiner eigenen. Viele Glaubenssätze sind transgenerational, das heißt, sie wurden dir von jemandem weitergegeben, der selbst eine schmerzhafte Erfahrung gemacht hat. Deine Großmutter vielleicht, die Krieg und Flucht erlebt hat. Dein Vater, der früh lernen musste, dass Gefühle gefährlich sind.

Diese Glaubenssätze schwingen in dir und beeinflussen dein Leben, obwohl du selbst die Erfahrung nie gemacht hast.

Wie entstehen Glaubenssätze? Dein Nervensystem trifft eine Entscheidung

Ein Glaubenssatz entsteht in dem Moment, in dem dein Nervensystem eine Entscheidung trifft, um dich zu schützen. Diese Situation ist meistens zu schnell, zu plötzlich und überfordernd für dich.

Stell dir ein kleines Kind vor, vielleicht warst du dieses Kind. Du bist in der Trotzphase, hast viele starke Gefühle, kannst dich noch nicht selbst regulieren. Du weinst, schreist, bist wütend oder hilflos. Und dann bekommst du zu hören:

„Sei nicht so laut!“

„Stell dich nicht so an!“

„Ist doch alles nicht so schlimm!“

Aus dieser Situation, die für das Kind überwältigend war, die es alleine zurückgelassen hat mit seinen Gefühlen, entsteht eine Schutzstrategie:

„Niemand tröstet mich, ich bin allein.“

„Ich werde ausgelacht, ich bin zu viel.“

„Meine Gefühle sind falsch, ich bin zu laut.“

Trauma, vor allem Bindungs- und Entwicklungstrauma, ist ein Trauma, das sich über längere Zeit entwickelt. Wo du immer wieder erlebt hast: „Niemand sieht meine Wut. Niemand sieht meine Angst.“

Und dann entwickelst du eine Schutzstrategie: „Ich bin allein, also muss ich mich selbst um mich kümmern.“ Vielleicht wirst du besonders stark, abgehärtet, baust dir einen Panzer um dich herum.

Nach außen wirkt das vielleicht sogar wie Resilienz. Ein zielstrebiger, perfektionistischer Mensch. Aber tief drinnen liegt ein schmerzhafter Glaubenssatz: „Ich bin allein und muss es alleine schaffen.“

Wenn Eltern werden zum Verhängnis wird

Und dann wirst du Mutter. Oder Vater. Und plötzlich triggern deine Kinder genau diesen Glaubenssatz. Dieser Glaubenssatz ist immer mit einem großen Schmerz verbunden. Und dieser Schmerz sitzt in deinem Körper.

Dein Körper glaubt mit

Dein Körper hat es gespürt, hat es erlebt. Dieser Freeze-Zustand, die Starre, diese Ohnmacht, das ist in deinem Körper abgespeichert. Und wann immer du jetzt getriggert wirst, wird das, zack, nach oben an die Oberfläche geholt. Unbewusst.

Wenn du ganz aufmerksam deinen Körper beobachtest, zum Beispiel wenn dein Kind wütend wird und in dir die Wut aufsteigt, dann kannst du mir mit Sicherheit sagen, wo du diese Wut spürst:

Vielleicht schnürt sich dein Hals zu. Vielleicht kriegst du kalte Finger. Vielleicht ist es ein Gefühl der Scham oder eine innere Panik, dein Herz fängt an zu klopfen.

Das sind all die Reaktionen, die dein Körper damals abgespeichert hat. Dein Nervensystem reagiert automatisch, noch bevor du bewusst denken kannst.

Du kannst Glaubenssätze nicht neu denken, nur neu fühlen

Das ist der wichtigste Punkt, den ich dir heute mitgeben möchte:

Du kannst deine Glaubenssätze nicht neu denken, sondern nur neu fühlen.

Du musst sie fühlen. Du musst sie neu fühlen und neue Sicherheit erleben. Dein Körper muss in den Genuss kommen, sich sicher zu fühlen. Erst dann kann sich etwas ändern in deinem Glaubenssystem.

Du musst den Körper mit dazu nehmen. Weil der Körper glaubt. Es ist nicht dein Bewusstsein, das glaubt, es ist dein Unterbewusstsein. Und dein Unterbewusstsein und dein Körper gehören zusammen.

Nervensystem, Unterbewusstsein, Körper, das ist eine Struktur.

Transgenerationale Glaubenssätze erkennen

Ich hatte vorhin schon angesprochen, dass es auch transgenerationale Glaubenssätze gibt. Bei mir persönlich war das ein ganz spannender Weg. Ich habe viele Glaubenssätze für mich aufgelöst, die wirklich meine waren. Aber ich bin immer wieder an manche gestoßen, wo ich gemerkt habe: Verdammt, ich kriege es nicht aufgelöst.

Das ist immer der Punkt, wo du weißt: Okay, das ist nicht meiner.

Bei mir war das zum Beispiel: „Ich gehöre nicht dazu.“ Für mich ist es mit all der Arbeit, die ich mittlerweile gemacht habe, sonnenklar, dass das aus der Kriegsgeneration kommt. Beide Familien meiner Eltern mussten fliehen, mussten von null anfangen, waren fremd, waren neu.

Bei mir geht es sogar noch weiter zurück. Wir sind Hugenotten, die Franzosen, die damals aus Frankreich geflohen sind. Da ist viel Flucht. Und ich selbst bin auch irgendwie oft geflohen in meinem Leben. Das ist so ein roter Faden.

Wenn du diesen Faden erkennst, dann fällt es dir leichter, ihn abzulegen, umzuschreiben, zu transformieren. Dann kannst du ganz bewusst sagen:

„Stopp. Ich kann mich neu entscheiden. Das ist nicht meine Geschichte.“

Sei wachsam, wenn du solche Glaubenssätze bei dir bemerkst:

„Ich muss mich durchbeißen.“ – Vielleicht die Geschichte deiner Mutter?

„Gefühle dürfen nicht gefühlt werden.“ – Eine klassische Kriegsgeschichte, weil da gab es keinen Platz für Gefühle.

„Ich bin nicht sicher.“ – Vielleicht aus Flucht- oder Vertreibungserfahrungen?

Zurück zum authentischen Ich

Hier sind wir bei einem Punkt, was mir sehr wichtig ist: dieses neue Selbst, dieses neue Ich zu kreieren. Eigentlich nicht neu zu kreieren, sondern, es war ja immer da. Es sind ja nur die Masken, die wir uns aufgesetzt haben.

Mit jedem Trauma, mit jedem Glaubenssatz ziehst du dir noch eine Maske mehr auf, durch die du durch dein Leben schaust. Oder vergleiche es mit einer Brille, durch die du schaust. Wenn die grün getönt ist, dann siehst du alles grün, wenn das dein Glaubenssatz ist.

Darum geht es in dieser Arbeit: dass du die Brille abnimmst, die Maske abnimmst und zu deinem authentischen Ich wirst. Zu dem, was du eigentlich immer warst und was nur verdeckt wurde.

Was wirklich hilft

Viele Frauen, mit denen ich arbeite, haben schon so viel versucht: Ratgeber gelesen, Podcasts gehört, Onlinekurse gemacht. Sie haben viel Verständnis im Kopf, aber keine Veränderung im Körper.

Sie haben versucht, sich zusammenzureißen, Selbstkontrolle auszuüben. Das funktioniert kurz, danach kommt mehr Druck und noch heftigere Reaktionen.

Oder sie waren in Gesprächstherapie, in Elternberatung. Die Erkenntnisse waren da, aber die Trigger blieben automatisch. Weil das Nervensystem nicht mitgenommen wurde.

Echte Veränderung passiert nur, wenn du deinen Körper mit einbeziehst.

In meiner Arbeit nutze ich Methoden wie EFT (Emotional Freedom Techniques), Matrix Reimprinting und zahlreiche Übungen für das Nervensystem. Das sind Techniken, die du selbst anwenden kannst, um dich selbst zu regulieren, um Glaubenssätze aufzulösen, um neue Sicherheit in deinem Körper zu verankern.

Fazit: Glaubenssätze auflösen beginnt im Körper

Das Wichtigste, was du dir heute mitnehmen darfst:

Du kannst deine Glaubenssätze nicht wegdenken. Du musst sie neu fühlen.

Dein Körper glaubt, was du über dich denkst, weil er es damals so abgespeichert hat. Dein Nervensystem reagiert automatisch. Aber du kannst es verändern. Du kannst neue Sicherheit erleben. Du kannst die Masken abnehmen und zu deinem authentischen Ich zurückkehren.

Und wenn du das schaffst, dann triffst du plötzlich Entscheidungen, die du vorher nie getroffen hättest. Dann lebst du freier, selbstbestimmter, selbstwirksamer.

Möchtest du tiefer eintauchen?

Lass deinen Glaubenssätzen mal den Raum, sich zu zeigen. Nimm sie ganz neugierig und bewusst wahr.

Wenn du lernen möchtest, wie du deine Glaubenssätze wirklich auflösen kannst, nicht nur verstehen, sondern im Körper transformieren, dann schau dir gerne meinen Glaubenssatz-Workshop an. Dort bekommst du nicht nur Wissen über die Zusammenhänge zwischen Trauma, Glaubenssatz und Nervensystem, sondern vor allem praktische Übungen und Live-Coaching, um unbewusste innere Überzeugungen sichtbar zu machen und aufzulösen. Du lernst Techniken, die du selbst anwenden kannst, sodass du dich selbst weniger unter Druck setzt, alte innere Antreiber loslässt und freier handeln kannst.

 

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