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	<title>Bedürfnisorientierte Erziehung | Henriette Mathieu - Mutter-Burnout Coach &amp; Podcasterin</title>
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	<description>Aus dem Überlebensmodus zurück ins Leben</description>
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	<title>Bedürfnisorientierte Erziehung | Henriette Mathieu - Mutter-Burnout Coach &amp; Podcasterin</title>
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		<title>Entspannte Eltern &#8211; entspannte Kinder??? Co-Regulation erklärt!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Henriette Mathieu]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 May 2026 10:51:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bedürfnisorientierte Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Nervensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstfürsorge]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; &#160; Oh, wie habe ich diesen Satz gehasst. Entspannte Mütter, entspannte Kinder. Weil er so viel Druck macht. Weil er sofort bedeutet: Wenn mein Kind gerade ausrastet, wenn die Geschwister sich in den Haaren liegen, wenn das Chaos regiert, dann bin ich schuld. Weil ich nicht entspannt genug war. Wenn du das genauso empfindest, [&#8230;]]]></description>
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<p>&nbsp;</p>
<p>Oh, wie habe ich diesen Satz gehasst.</p>
<p><em>Entspannte Mütter, entspannte Kinder.</em></p>
<p>Weil er so viel Druck macht. Weil er sofort bedeutet: Wenn mein Kind gerade ausrastet, wenn die Geschwister sich in den Haaren liegen, wenn das Chaos regiert, dann bin ich schuld. Weil ich nicht entspannt genug war.</p>
<p>Wenn du das genauso empfindest, dann möchte ich dir heute sagen: Das ist ein Mythos. Und ich möchte ihn aufdröseln. Denn dahinter steckt etwas viel Nuancierteres, viel Ehrlicheres und, ich finde, viel Befreienderes.</p>
<h2 id="was-dieser-satz-wirklich-bedeutet-und-was-nicht">Was dieser Satz wirklich bedeutet, und was nicht</h2>
<p>Der Satz meint nicht: <em>Du musst ruhig bleiben, damit dein Kind ruhig bleibt.</em> Das wäre Selbstkontrolle. Und Selbstkontrolle ist nicht dasselbe wie Selbstregulation. Ganz wichtig.</p>
<p>Du kannst noch so ruhig klingen. Du kannst mit gedämpfter Stimme sagen: <em>„Ich sehe, du bist gerade wütend.&#8220;</em> Aber wenn innerlich in dir alles brodelt, wenn du getriggert bist, wenn du das kaum aushältst, dann spürt dein Kind das. Es spürt nicht deine äußere Ruhe, sondern den Zustand deines Nervensystems.</p>
<p>Und das ist der entscheidende Unterschied.</p>
<h2 id="dein-nervensystem-ist-der-sichere-hafen">Dein Nervensystem ist der sichere Hafen</h2>
<p>Kinder leihen sich unser Nervensystem aus. Das nennt sich Co-Regulation. Wenn dein Nervensystem in einem regulierten Zustand ist, in dem, was die Polyvagal-Theorie den ventralen vagalen Zustand nennt, dann bist du in deinem sozialen Nervensystem. Du bist präsent, du bist verbunden, du bist ansprechbar.</p>
<p>Und genau aus diesem Zustand heraus kannst du dein Kind durch seine Gefühlsstürme begleiten. Nicht indem du sie wegmachst, oder indem du dich unter Kontrolle hast, sondern indem du wirklich da bist.</p>
<p>Das geschieht nicht über Worte. Es geschieht unbewusst über Blick, Atmung, Körperhaltung, Nähe. Dein Kind nimmt das wahr, ohne es benennen zu können.</p>
<p>Das heißt aber auch: Du musst nicht perfekt sein. Du musst nicht immer locker, fröhlich oder sanft sein. Du darfst auch wütend sein, müde sein, angespannt sein. Wenn dein Nervensystem trotzdem in Regulation ist, kannst du dein Kind co-regulieren. Wenn du trotz leichter eigener Anspannung präsent bleibst, kann das Kind in Verbindung mit dir bleiben.</p>
<p>Das ist etwas ganz anderes, als sich zusammenzureißen.</p>
<h2 id="warum-so-viele-muetter-nicht-in-regulation-kommen">Warum so viele Mütter nicht in Regulation kommen</h2>
<p>Und hier möchte ich ehrlich sein. Weil es wehtut, aber weil es wichtig ist.</p>
<p>Wenn dein Nervensystem im Überlebensmodus steckt, also dauerhaft im Alarm- oder Erstarrungsmodus, dann ist Co-Regulation kaum möglich. Das ist keine Schuldfrage, sondern Physiologie.</p>
<p>Warum landen so viele Mütter in diesem Überlebensmodus? Einige Muster, die ich in Coachings immer wieder sehe:</p>
<p><strong>People Pleasing.</strong> Das Muster, das sagt: Ich bin nur dann sicher, wenn es allen anderen gut geht. Wenn die Kinder streiten, springt der Sympathikus sofort an und das bedeutet Alarm und Gefahr. Das Nervensystem kann sich nicht entspannen, solange irgendjemand im Haus nicht entspannt ist. Das ist erschöpfend, weil es kein Ende gibt.</p>
<p><strong>Hypervigilanz.</strong> Du scannst die Stimmung die ganze Zeit ab. Du bist ständig in dieser leisen Anspannung, abrufbereit, auf alles vorbereitet. Auch das ist ein Überlebensmuster, das meist aus der Kindheit stammt.</p>
<p><strong>Parentifizierung.</strong> Du warst als Kind emotional zuständig für andere. Du hast früh gelernt, für die Gefühle der Erwachsenen um dich herum verantwortlich zu sein. Und jetzt, als Mutter, fühlt es sich genauso an. Du kannst nicht ins Erwachsenen-Ich kommen, weil das Nervensystem noch im alten Muster feststeckt.</p>
<p>All das macht es schwerer, in diesen regulierten Zustand zu finden, aus dem heraus echte Co-Regulation möglich ist.</p>
<h2 id="was-du-wirklich-brauchst-und-es-ist-nicht-eine-stunde-yoga">Was du wirklich brauchst, und es ist nicht eine Stunde Yoga</h2>
<p>Ich sage das, weil wir alle diesen Rat kennen: Füll deinen eigenen Akku. Mach etwas nur für dich. Gönn dir Zeit.</p>
<p>Das ist nicht falsch. Aber es greift zu kurz, wenn das Nervensystem im Überlebensmodus ist. Denn dann fühlen sich auch Pausen nicht erholsam an. Dann läuft das innere Radio weiter, auch wenn du sitzt.</p>
<p>Was wirklich hilft, sind Mikropausen. Kleine, kurze Impulse für dein Nervensystem. Eine Minute reicht.</p>
<p>Ein paar konkrete Möglichkeiten:</p>
<p>Leg die Hand auf deinen Brustkorb. Spür deinen eigenen Herzschlag. Nimm drei tiefe Atemzüge, bei denen das Ausatmen länger dauert als das Einatmen. Das beruhigt den Vagusnerv direkt.</p>
<p>Spür deine Füße auf dem Boden. Erde dich. Schau dich einmal im Raum um, bewusst, ohne Ziel. Was siehst du? Das ist Raumorientierung. Es signalisiert dem Nervensystem: Ich bin sicher. Es gibt keine unmittelbare Gefahr.</p>
<p>Oder die Schmetterlingsumarmung: Arme über die Brust kreuzen und abwechselnd auf die Oberarme klopfen. Das ist eine einfache bilaterale Stimulation, die das Nervensystem beruhigt.</p>
<p>Das klingt vielleicht unscheinbar. Aber für ein Nervensystem, das im Dauerstress steckt, kann so ein kleiner Impuls den Unterschied machen zwischen Explosion und Präsenz.</p>
<h2 id="und-dann-selbstmitgefuehl">Und dann: Selbstmitgefühl</h2>
<p>Das ist vielleicht das Schwerste von allem für Mütter, die gelernt haben, stark zu sein.</p>
<p>Leg die Hand aufs Herz. Und sag dir innerlich: <em>Das ist gerade richtig viel. Ich gebe zu jeder Zeit mein Bestes. Anderen Müttern geht es auch so.</em></p>
<p>Kein Vorwurf oder innerlicher Vergleich. Kein Druck, jetzt endlich reguliert zu sein.</p>
<p>Selbstmitgefühl ist kein Luxus. Es ist ein direkter Eingang in den ventralen Vagus. In den Zustand, aus dem heraus Co-Regulation überhaupt möglich wird.</p>
<h2 id="was-entspannte-kinder-wirklich-brauchen">Was &#8222;entspannte Kinder&#8220; wirklich brauchen</h2>
<p>Entspannte Kinder brauchen keine perfekte Mutter.</p>
<p>Sie brauchen eine echte Mutter, die fühlt. Die sich selbst wahrnimmt. Die lernt, ihre eigenen Grenzen zu spüren und zu setzen. Die immer wieder versucht, zu sich zurückzukehren, auch wenn sie zwischendurch weggerutscht ist.</p>
<p>Regulation ist kein Zustand, den du einmal erreichst und dann hast. Es ist eine Bewegung. Ein Prozess. Du rutschst raus, du kommst zurück. Du rutschst raus, du kommst zurück. Und je mehr du das übst, desto mehr weitet sich dein Toleranzfenster. Desto besser kannst du die Wellen des Alltags surfen, ohne jedes Mal unterzugehen.</p>
<p>Das bekommt dein Kind mit. Nicht weil du ruhig bist. Sondern weil du echt bist. Und weil du lernst, immer wieder bei dir anzukommen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wenn du merkst, dass du tiefer einsteigen möchtest, warum du immer wieder aus der Regulation rutscht, was in deinem Nervensystem dahintersteckt und wie du anfängst, das wirklich zu verändern, dann schau dir gerne meinen <a href="https://henriettemathieu.com/angebote/nervensystem-kurs-lp/">Nervensystem-Kurs</a> an. Mit Wissen, das verständlich ist, und Übungen, die in deinen echten Alltag passen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Vater übernimmt keine Verantwortung? Warum wir Mamas oft den Raum des Mannes &#038; Vaters einnehmen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Henriette Mathieu]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 12:40:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bedürfnisorientierte Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Du kennst das vielleicht: Du wünschst dir, dass dein Partner mehr übernimmt, mehr da ist, mehr Verantwortung trägt. Gleichzeitig merkst du, wenn du ganz ehrlich bist, dass du ihn irgendwie auch gar nicht wirklich ranlässt. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Dynamik. Und sie beginnt viel früher, als wir denken. Genau das hat eine [&#8230;]]]></description>
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<p>Du kennst das vielleicht: Du wünschst dir, dass dein Partner mehr übernimmt, mehr da ist, mehr Verantwortung trägt. Gleichzeitig merkst du, wenn du ganz ehrlich bist, dass du ihn irgendwie auch gar nicht wirklich ranlässt. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Dynamik. Und sie beginnt viel früher, als wir denken.</p>
<p>Genau das hat eine Teilnehmerin aus meiner Austauschgruppe so treffend in Worte gefasst: <em>„Ich merke sehr oft, dass ich meinen Mann von seiner Vater- und Partnerrolle schiebe. Ich möchte ihm mehr Raum geben, damit er seine Position in unserer Familie einnehmen kann. Aber wie?&#8220;</em></p>
<p>Diese Frage kam. Und sie wurde von so vielen anderen Frauen sofort bestätigt.</p>
<p>Ich möchte in diesem Artikel also nicht mit konkreten Tipps starten, auch wenn du dir die vielleicht gerade wünschst. Ich möchte zuerst tiefer schauen. Weil echte Veränderung nur dann passiert, wenn wir verstehen, wie diese Dynamik überhaupt entstanden ist.</p>
<h2 id="wie-die-schieflage-entsteht-schon-von-anfang-an">Wie die Schieflage entsteht: schon von Anfang an</h2>
<h3 id="die-biologische-naehe-der-mutter">Die biologische Nähe der Mutter</h3>
<p>Wir Mütter sind von Natur aus viel näher dran. Die Schwangerschaft, das Stillen, die ersten Monate: In dieser Zeit baut sich eine intensive Verbindung auf, die der Vater so nicht teilen kann. Das ist keine Kritik an den Vätern, das ist einfach Biologie.</p>
<p>Aber was sich dabei unbewusst einschleicht, ist dieses Gefühl: <em>Ich weiß, wie es richtig geht. Ich habe hier die bessere Verbindung zum Kind.</em> Und so beginnt langsam, fast unbemerkt, eine Dynamik. Nur die Mama weiß, wie die Windel richtig sitzt. Nur sie kennt den richtigen Schrei. Und einschlafen kann das Kind ebenfalls nur bei der Mutter.</p>
<p>Der Vater hat in dieser Phase oft gar nicht die Möglichkeit, diese Verbindung aufzubauen. Besonders wenn er früh wieder arbeiten muss, wenn er zwölf Stunden am Tag weg ist. Er hat einfach wenig Zeit zum Kennenlernen. Und das tut weh. Auf beiden Seiten.</p>
<h3 id="wenn-vaeter-sich-ausgegrenzt-fuehlen">Wenn Väter sich ausgegrenzt fühlen</h3>
<p>Väter klagen in dieser Phase sehr häufig darüber, dass sie gar nicht die Chance bekommen, Erfahrungen zu sammeln. Dass sie das Gefühl haben: <em>Ich mache es sowieso nicht recht und passe hier nicht rein. Dieser Nukleus von Mutter und Kind ist irgendwie unantastbar.</em></p>
<p>Und dann zieht er sich zurück. Kümmert sich mehr um die Arbeit, den Garten, das Haus. Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil er einen Weg sucht, diesen Schmerz nicht zu fühlen.</p>
<h2 id="kontrolle-als-ueberlebensprogramm">Kontrolle als Überlebensprogramm</h2>
<h3 id="es-ist-selten-bewusst">Es ist selten bewusst</h3>
<p>Diese Kontrolle, die wir Mütter an den Tag legen, und ich schließe mich da absolut mit ein, ich bin auch so eine Kontrolletti, die ist selten bewusst. Sie ist ein Überlebensprogramm und dieses Programm stammt in den meisten Fällen schon aus unserer Kindheit.</p>
<p>Viele von uns haben früh gelernt: <em>Ich muss stark sein. Ich kann mich auf niemanden verlassen. Wenn ich es nicht mache, macht es niemand.</em> Und dann schaust du dir vielleicht mal an, wie die Rollenverteilung bei deinen eigenen Eltern war. Was hat Mama gemacht? Was hat Papa gemacht? War dein Vater auch eher abwesend, emotional nicht da? War deine Mutter überlastet?</p>
<p>Diese Bilder prägen uns und sie sitzen tief.</p>
<h3 id="das-nervensystem-braucht-kontrolle-um-sich-sicher-zu-fuehlen">Das Nervensystem braucht Kontrolle, um sich sicher zu fühlen</h3>
<p>Sicherheit entsteht bei uns durch Kontrolle, manchmal auch durch Perfektionismus. Wenn ich alles im Griff habe, signalisiert mein Nervensystem: <em>Es ist sicher.</em> Das ist keine Schwäche, das ist eine Strategie. Und zwar eine sehr verständliche Strategie.</p>
<p>Aber das Tückische: Wenn du alles festhältst, bemerkst du vielleicht gar nicht, dass der andere dadurch keinen Platz mehr hat. Dass da kein Raum mehr ist für die väterliche Energie, weil du festhalten musst, um dich sicher zu fühlen.</p>
<p>Besonders Mütter, die in der eigenen Kindheit unsicher gebunden waren, neigen dazu, sich sehr eng an ihre Kinder zu binden. Was einerseits aus tiefer Liebe kommt und gleichzeitig die Autonomie des Kindes und des Vaters einschränkt.</p>
<h2 id="der-transgenerationale-blick-was-uns-unsere-grossmuetter-mitgegeben-haben">Der transgenerationale Blick: Was uns unsere Großmütter mitgegeben haben</h2>
<p>Das geht noch tiefer. Bei mir war es meine Großmutter, die im Krieg ohne Mann fünf Kinder aufziehen musste. Meine Mutter hat nie wirklich ein gelebtes Vaterbild vor sich gehabt.</p>
<p>Nach dem Krieg hatten viele Kinder in der Schule keinen Vater mehr. Er war gefallen, verletzt, oder seelisch einfach nicht mehr da. Unsere Großmütter und Urgroßmütter mussten alleine überleben. Und was haben sie dabei gelernt? <em>Ich schaffe das auch ohne Mann. Für Emotionen ist hier kein Platz. Ich muss alles kontrollieren.</em></p>
<p>Die Epigenetik sagt uns heute: Diese transgenerationalen Traumata machen etwas mit unseren Genen. Auch wenn es deine Urgroßmutter war, es wirkt bis heute in dir. Wenn wir diese Zusammenhänge verstehen, können wir auch etwas verändern. Über das Verstehen entsteht Handlungsspielraum.</p>
<h2 id="kinder-sehen-den-vater-durch-die-augen-der-mutter">Kinder sehen den Vater durch die Augen der Mutter</h2>
<p>Das ist vielleicht der Punkt, der mich am meisten berührt und der am meisten Verantwortung trägt.</p>
<p>Kinder sind so eng mit ihrer Mutter verbunden, emotional, körperlich, energetisch. Mein Kind sagt mir manchmal, bevor ich es selbst bewusst spüre: <em>„Mama, bist du traurig gerade?&#8220;</em> Diese Verbindung ist tief und real.</p>
<p>Und genau deshalb sehen Kinder den Vater in den meisten Fällen durch die Augen der Mutter. Sie lesen jeden Gesichtsausdruck, jede Spannung, jeden unausgesprochenen Satz. Wenn die Mutter den Vater innerlich ablehnt, kritisiert oder abwertet, auch wenn es nur ein Gedanke ist und nie ausgesprochen wird, die Kinder spüren das.</p>
<p>Das gilt übrigens genauso in Trennungssituationen. Wenn da noch viel Ablehnung, Kritik oder unausgesprochene Konflikte stehen, macht das etwas mit den Kindern. Sie fühlen sich nicht sicher. Sie versuchen auszugleichen und tragen damit etwas, das nicht ihres ist.</p>
<h2 id="was-das-mit-unseren-rollenbildern-zu-tun-hat">Was das mit unseren Rollenbildern zu tun hat</h2>
<p>Ich höre so oft von Frauen: <em>„Ich möchte, dass der Mann ein Kavalier ist, aber ich will auch meine Autonomie und Unabhängigkeit.&#8220;</em> Beides gleichzeitig. Und das ist kein Widerspruch, das ist unsere Zeit.</p>
<p>Wir wollen nicht die totale Selbstüberforderung und schon gar nicht den Rückfall ins Patriarchat. Aber wir wollen auch nicht allein mit allem dastehen. Wir möchten jemanden, der uns den Rücken stärkt und gleichzeitig unsere Eigenständigkeit respektiert.</p>
<p>Ich glaube, dass viele von uns gerade auch das Weibliche neu entdecken müssen. Das Empfangende und das Sanfte. Nicht als Gegensatz zur Stärke, sondern als Ergänzung. Indem ich dem anderen Raum gebe, gebe ich ihm die Möglichkeit, mir etwas zu geben.</p>
<h2 id="was-sich-wirklich-veraendern-kann">Was sich wirklich verändern kann</h2>
<p>Letztlich geht es darum, dass jeder weiß, wo sein oder ihr Platz ist. Ich als Frau schaue: Was ist mein Platz in dieser Familie? Wie nehme ich mir diesen Raum als Mutter, als Frau, als Partnerin? Und ich versuche, meinen Platz nicht auszuweiten auf seinen Platz.</p>
<p>Das bedeutet auch: ihm seinen Raum zuzutrauen. Nicht perfektes Übernehmen zu erwarten, sondern Entwicklung zu erlauben. Väter müssen auch erst lernen. So wie wir gelernt haben.</p>
<p>Wenn du in einer Partnerschaft lebst, könnte ein erstes Gespräch so klingen: <em>„Wie nimmst du deinen Raum als Mann wahr? Und wie nehme ich meinen Raum als Frau wahr? Wo merke ich, dass ich bei dir im Raum bin und wo könnte ich loslassen?&#8220;</em></p>
<p>Das ist kein einfaches Gespräch. Aber es ist ein wichtiges.</p>
<h2 id="ein-letzter-gedanke">Ein letzter Gedanke</h2>
<p>Diese Dynamik, das Kontrollieren, das Nicht-loslassen-können, das Ausschließen ohne böse Absicht, ist kein Charakterproblem, sondern vielmehr ein Überlebensprogramm. Eines, das einmal Sinn gemacht hat. Vielleicht für dich, oder sogar schon für deine Mutter oder Großmutter.</p>
<p>Verstehen ist der erste Schritt. Aber Verstehen allein verändert noch nichts im Körper, im Alltag, in den Momenten, in denen es kracht.</p>
<p>Und wenn du Gedanken dazu loswerden möchtest oder dich mit anderen Frauen austauschen willst, komm gerne in meine kostenlose Austauschgruppe. Den Link dazu findest du hier untendrunter. Ich freue mich auf dich.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Wachstumsbooster Elternsein: Warum dein Kind dich so triggert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Henriette Mathieu]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2026 07:57:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bedürfnisorientierte Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Trigger]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; &#160; Traurig aber wahr: In den meisten Fällen sehen wir unser Kind nicht als das Kind, das es ist, sondern wir sehen unser eigenes inneres Kind in ihm. Und wir haben dadurch die Chance, die eigene Kindheit ein zweites Mal zu erleben und das ist Fluch und Segen zugleich. Darum geht es heute. Es [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>Traurig aber wahr: In den meisten Fällen sehen wir unser Kind nicht als das Kind, das es ist, sondern wir sehen unser eigenes inneres Kind in ihm. Und wir haben dadurch die Chance, die eigene Kindheit ein zweites Mal zu erleben und das ist Fluch und Segen zugleich.</p>
<p>Darum geht es heute. Es geht um Projektionen und Kompensation. Und was das mit unserem Kind und unserem inneren Kind zu tun hat.</p>
<h2 id="elternschaft-ist-wachstum-pur">Elternschaft ist Wachstum pur</h2>
<p>Wenn wir Eltern werden, beginnt ein Prozess, der uns am Anfang vermutlich gar nicht so bewusst ist, aber er ist sehr kraftvoll. Elternschaft ist nicht nur Erziehung, sondern Wachstum pur, denn wir werden aufgefordert, erwachsen zu werden.</p>
<p>Und das ist spannend: Es geht um dieses wirkliche Erwachsensein. Nicht vom Alter her, sondern innerlich wirklich Erwachsensein, das ist gar nicht so leicht.</p>
<p>Denn wenn ein Kind in unserer Familie geboren wird, haben wir die große Chance, unsere eigene Kindheit noch einmal durchzuerleben. Vielleicht hast du selber schon festgestellt, dass dein Kind dich in bestimmten Altersstufen extrem triggert.</p>
<p>Wenn du da genau hinschaust, wirst du merken, dass bei dir in dieser Altersstufe auch etwas nicht im Reinen war. Ein Klient sagte: Henriette, es begann, als mein Sohn 6 Jahre alt wurde. Da ging bei mir der Alarm los, obwohl vorher alles okay war.</p>
<p>Andere sagen: Als mein Kind 3 wurde, da fing das an. Oder die Pubertät bringt mich aus dem Konzept. Das ist genau der Punkt, wo du merkst: Das hat was mit mir zu tun.</p>
<h2 id="der-individuationsprozess-nach-c-g-jung">Der Individuationsprozess nach C.G. Jung</h2>
<p>Carl Gustav Jung beschreibt den Individuationsprozess: Wir wollen ganz werden. Bewusste und unbewusste Anteile integrieren, sowie auch die Schattenseiten. Das sind verdrängte Verletzungen, das verletzte innere Kind.</p>
<h3 id="mein-beispiel-kaiserschnitt-und-stillen">Mein Beispiel: Kaiserschnitt und Stillen</h3>
<p>Ich war ein Kaiserschnittkind, wurde zwei Wochen früher rausgeholt und konnte danach nicht gestillt werden. Das hat mich immer beschäftigt.</p>
<p>Als ich Mutter wurde, beschloss ich: Ich mache es anders. Mein Kind soll auf natürlichem Wege geboren werden und gestillt werden.</p>
<p>Ich hatte zwei wunderschöne Hausgeburten und konnte stillen, aber es war nicht easy peasy. Aber es kam für mich nie in Frage aufzuhören. Meinen Jüngsten habe ich fast vier Jahre gestillt.</p>
<p>Für mich war das sehr wichtig. Und heute weiß ich, dass das eine Kompensation war. Dass ich selber diesen Schmerz gespürt habe: Mir hat das gefehlt und ich möchte das meinem Kind jetzt geben. Das ist ein Kompensationsmechanismus.</p>
<h2 id="was-ist-kompensation">Was ist Kompensation?</h2>
<p>Das gleiche kennst du vielleicht: Thema Familienbett oder Trennung im Kindergarten. Das sind Situationen, wo Eltern aus ihrer eigenen Verletzung heraus kompensieren.</p>
<p>Das heißt, sie tun entweder Dinge, die sie früher nicht hatten, die sie bei ihrem Kind im Exzess geben wollen. Oder sie vermeiden Dinge, die sie hatten. Oder sie machen es genauso wie ihre Eltern.</p>
<p>Aber in vielen Fällen: Mein Kind bekommt das, was ich nicht hatte. Jung beschreibt das als Individuation. Wir wollen ganz werden und bewusste und unbewusste Anteile integrieren. Ziel ist nicht Perfektion, sondern Ganzheit.</p>
<h2 id="der-schatten-was-wir-nicht-sehen-wollen">Der Schatten: Was wir nicht sehen wollen</h2>
<p>Mit Schatten meint Jung alles, was wir selbst in uns nicht sehen wollen oder können. Ungeliebte Gefühle, alte Wunden, das was wehtut, also das kindliche Schmerzmaterial.</p>
<p>Die Projektion ist, dass wir das, was wir nicht aushalten können, auslagern und dann im Außen sehen. Ganz besonders in unseren Kindern, die oft der Spiegel für uns sind.</p>
<p>Deswegen sagen wir: Mein Kind ist mein Spiegel. Das, was ich nicht fühlen möchte, spiegelt mir mein Kind. Mein Kind zeigt mir meine unbewussten unterdrückten Anteile.</p>
<p>Und wenn wir das Kind im Spiegel sehen, wollen wir kompensieren. Ich möchte mein Kind nicht so behandeln, wie ich behandelt wurde. Oder: Ich vermeide alle Konflikte, weil das war so schlimm damals.</p>
<h2 id="wie-die-individuation-geschieht">Wie die Individuation geschieht</h2>
<p>Jung betonte, dass Individuation durch Konfrontation mit dem Unbewussten geschieht. Jedes Mal, wenn mein Kind mich triggert und ich merke, oh da reagiere ich über, da öffnet sich die Möglichkeit hinzuschauen. Die Möglichkeit zur Bewusstwerdung.</p>
<p>Ich kann hinschauen: Was in mir meldet sich da gerade? Wer schreit? Wer weint? Wer rebelliert? Welcher kindliche Anteil, der abgespalten wurde, meldet sich?</p>
<h3 id="eine-kleine-uebung-fuer-dich">Eine kleine Übung für dich</h3>
<p>Beobachte deine Gedanken deinem Kind gegenüber. Mein Kind ist so wild, so laut. Oder: Mein Kind ist so schüchtern, traut sich gar nichts.</p>
<p>Und dann nimm diese Bewertung und schau, was das mit dir zu tun hat:</p>
<p>&#8211; Warst du das laute Kind, das ausgeschimpft wurde?<br />
&#8211; Warst du der Klassenclown, um Aufmerksamkeit zu bekommen?<br />
&#8211; Oder warst du die leise Stille, die gerne laut gewesen wäre, aber wusste: Wenn ich laut bin, werde ich bestraft?</p>
<p>Und jetzt hast du ein Kind, das sich nicht unterwirft und dich triggert das maßlos. Das tritt in meinen Coachings täglich auf.</p>
<h2 id="dein-kind-ist-nicht-das-problem">Dein Kind ist nicht das Problem</h2>
<p>Dein Kind ist in der Regel nicht das Problem. Eigentlich nie. Es ist der Spiegel und es zeigt dir genau, wo du hinschauen darfst. Und wenn du das bei dir aufgelöst hast, braucht dein Kind es dir nicht mehr zu zeigen.</p>
<p>Das ist der Weg der Individuation. Indem wir mit unbewussten Anteilen in Kontakt kommen, sie anschauen und integrieren. Mit <a href="https://henriettemathieu.com/eft/">EFT</a> und Matrix Reimprinting integrieren wir diese Anteile, sodass du diesen Spiegel nicht mehr brauchst.</p>
<h2 id="wirklich-erwachsen-werden">Wirklich erwachsen werden</h2>
<p>Sobald das Kind auf der Welt ist, projizieren wir automatisch unsere Geschichte auf dieses Kind. All das, was wir erlebt haben, passiert unbewusst und automatisch.</p>
<p>Unsere Aufgabe ist es, erwachsen zu werden. Wirklich erwachsen zu werden. Unser Kind mit den Augen eines neutralen Erwachsenen zu sehen. Und nicht mit der Brille unseres verletzten Kindes, unserer Konditionierung, unserer Wunden.</p>
<p>Dass wir diese Brille absetzen und unser Kind wirklich so sehen, wie es ist. Das ist ganz schön schwierig. Aber wenn ich diese Kompensationsmechanismen loslasse, nicht mehr projiziere, dann kann sich mein Kind ganz frei entwickeln. Und ich bleibe die Erwachsene.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Möchtest du die Brille abnehmen und dein Kind wirklich sehen?</strong><br />
Im <a href="https://henriettemathieu.com/einzelcoaching/">Einzelcoaching</a> arbeiten wir mit EFT und Matrix Reimprinting, um deine verletzten Anteile zu integrieren. Sodass dein Kind nicht mehr dein Spiegel sein muss.</p>
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		<title>Patchwork und Familiensystem: Aus alt mach neu! Wie jeder seinen Platz findet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Henriette Mathieu]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Mar 2026 08:47:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bedürfnisorientierte Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Patchwork scheitert nicht an den Kindern. Es scheitert an der unsichtbaren Ordnung, die im Chaos verläuft. Das klingt vielleicht hart. Aber wenn ich mit Menschen arbeite, die in Patchwork-Familien leben, dann ist das eine der ersten Dinge, die sichtbar wird: Es gibt eine Rangfolge, eine innere Ordnung im System. Und wenn diese Ordnung nicht [&#8230;]]]></description>
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<p>Patchwork scheitert nicht an den Kindern. Es scheitert an der unsichtbaren Ordnung, die im Chaos verläuft.</p>
<p>Das klingt vielleicht hart. Aber wenn ich mit Menschen arbeite, die in Patchwork-Familien leben, dann ist das eine der ersten Dinge, die sichtbar wird: Es gibt eine Rangfolge, eine innere Ordnung im System. Und wenn diese Ordnung nicht anerkannt wird, wenn sie verdrängt oder wegdiskutiert wird, dann entstehen Symptome. Bei den Kindern, in der Partnerschaft, im ganzen System.</p>
<p>Und ich spreche hier nicht aus der Theorie. Ich spreche aus meinem eigenen Leben.</p>
<h2 id="kein-neuanfang-sondern-ein-weitergehen">Kein Neuanfang, sondern ein Weitergehen</h2>
<p>Wenn du in eine bestehende Familie hineinkommst, dann beginnst du nicht auf der ersten Seite eines Buches. Du steigst mitten in ein Kapitel ein, das schon lange geschrieben wird. Das ist manchmal wunderschön. Und manchmal ist es ganz schön schmerzhaft.</p>
<p>Bei mir war es so: Ich hatte keine eigenen Kinder, als ich meinen Partner kennenlernte. Er hatte einen Sohn aus einer früheren Beziehung. Dieser Sohn lebte zunächst bei seiner Mutter und zog nach deren Tod zu uns. Was das in mir ausgelöst hat, an Gefühlen, an Konflikten, an Wirrnis, das hat mich lange beschäftigt. Und es hat mich viel gelehrt.</p>
<h2 id="die-rangfolge-die-sich-nicht-wegdiskutieren-laesst">Die Rangfolge, die sich nicht wegdiskutieren lässt</h2>
<p>Im Familiensystem gibt es eine innere Ordnung. Ich vergleiche das gerne mit einem Mobile. Jedes Teil braucht seinen Platz. Wenn eines fehlt, abgeschnitten wird, ausgeschlossen wird, gerät das ganze Mobile in Schieflage. Und so funktioniert auch das Familiensystem.</p>
<p>In einer Patchwork-Familie bedeutet das: Die Reihenfolge, in der Menschen in das System gekommen sind, zählt. Chronologisch.</p>
<p>In meinem Fall heißt das: Zuerst war die erste Frau da. Dann kam der Sohn. Und dann kam ich. Das heißt, ich stehe an dritter Stelle, wenn wir es ganz nüchtern betrachten. Die erste Frau bleibt die Erste, auch wenn die Beziehung längst beendet ist. Auch wenn sie gestorben ist. Das lässt sich nicht auflösen.</p>
<p>Und das kann wehtun. Mir hat es wehgetan. Auch deshalb, weil ich selbst die zweite Tochter in meiner Herkunftsfamilie war. Dieses Thema, die Zweite zu sein, hat mich erwischt auf einer Ebene, die ich lange nicht bewusst gesehen hatte. Erst durch Aufstellungsarbeit und Therapie wurde mir klar, wie tief dieses Muster in mir sitzt.</p>
<h2 id="was-passiert-wenn-die-ordnung-nicht-stimmt">Was passiert, wenn die Ordnung nicht stimmt</h2>
<h3 id="ausschluss-macht-das-system-krank">Ausschluss macht das System krank</h3>
<p>Wenn der Partner die Ex-Frau aus dem System ausschließen möchte, weil die Trennung schmerzhaft war, weil er mit ihr im Clinch liegt, weil er vielleicht die neue Partnerin auf den ersten Platz stellen möchte, dann funktioniert das nicht. Ausschluss ist wie das Abschneiden eines Mobile-Teils. Es fällt heraus. Und das ganze System zieht schief.</p>
<p>Die erste Frau bleibt Teil des Systems, egal was passiert. Weil sie die Mutter der Kinder ist. Weil sie chronologisch zuerst da war. Das anzuerkennen ist keine Niederlage. Es ist die Voraussetzung dafür, dass das System wieder atmen kann.</p>
<h3 id="wenn-das-alte-nicht-geklaert-ist">Wenn das Alte nicht geklärt ist</h3>
<p>Etwas, das ich immer wieder erlebe in Coachings: Wenn das frühere Elternpaar noch offene Konflikte hat, Dinge, die nicht ausgesprochen wurden, finanzielle Streitigkeiten, unverarbeiteten Schmerz, dann kann die neue Patchwork-Familie nicht wirklich gesund wachsen. Die Kinder zeigen Symptome. Die neue Partnerschaft steht unter Dauerstress.</p>
<p>Manchmal hängen finanzielle Auseinandersetzungen mit der Ex-Partnerin auch damit zusammen, dass das die einzige Verbindung ist, die noch bleibt. Der einzige Hebel, der noch Einfluss sichert. Das ist unbewusst. Das ist kein böser Wille. Aber es macht das System krank, solange es nicht gesehen und geklärt wird.</p>
<p>Deswegen ist es so wichtig, und ich sage das mit allem Nachdruck: Derjenige, der Kinder aus einer früheren Beziehung mitbringt, muss aufräumen im alten System. Nicht weglaufen. Nicht ignorieren. Aufarbeiten. Idealerweise mit Begleitung.</p>
<h2 id="was-der-partner-tun-sollte-der-kinder-mitbringt">Was der Partner tun sollte, der Kinder mitbringt</h2>
<p>Wer Kinder in eine neue Partnerschaft mitbringt, trägt eine große Verantwortung. Beiden Frauen gehört ein Platz im System, der Mutter der Kinder sowie der neuen Partnerin. Die neue Partnerin muss emotional geschützt werden, wenn Grenzen überschritten werden. Der Vater muss den Kindern klar machen, wer die neue Partnerin ist und was ihre Rolle ist. Loyalitätskonflikte der Kinder treten auf, denn natürlich wollen Kinder loyal zu beiden Elternteilen sein. Klare Absprachen mit der Ex-Partnerin sind wichtig und es wichtig, darauf zu achten, dass die neue Partnerin nicht in die Mutterrolle gedrängt wird, die nicht ihre ist. Das heißt nicht, dass sie Erziehungsaufgaben übernehmen kann und Verantwortung für die Kinder in der Familie übernimmt.</p>
<p>Das ist ganz schön viel. Und dafür braucht es viel Zeit und Bewusstheit. Aber ohne diese Klarheit kann das System in Schieflage geraten.</p>
<h2 id="was-die-neue-partnerin-tun-kann-und-lassen-sollte">Was die neue Partnerin tun kann und lassen sollte</h2>
<p>Ich war diejenige, die neu dazugekommen ist. Und ich sage ehrlich: Am Anfang habe ich versucht, die Mutter zu ersetzen. Aus Mitleid. Aus dem Wunsch heraus, zu helfen. Und auch aus einer Dynamik heraus, die ich damals noch nicht verstanden hatte.</p>
<p>Das hat nicht funktioniert, weder für mich noch für das Kind.</p>
<p>Ich bin nicht die &#8222;Bonusmutter&#8220;, sondern die neue Partnerin seines Vaters. Für mich war diese Klarheit eine Befreiung, denn sie hat mir gezeigt, was meine Verantwortung ist und was nicht.</p>
<p>Was nicht mein Business ist: die Konflikte zwischen meinem Partner und seiner Ex zu hören, geschweige denn zu lösen und auch nicht die Kinder für mich zu gewinnen. Ich darf nicht den ersten Platz beanspruchen, denn das würde die Vergangenheit auslöschen.</p>
<p>Ich darf meinen eigenen Platz finden. Die Kinder sehe ich als die Kinder meines Partners, nicht als Stellvertreter der Ex-Frau. Ich darf meine Trigger anschauen und bearbeiten, denn diese werden kommen. Und natürlich darf ich Grenzen setzen, klar und ohne Schuldgefühle.</p>
<p>Ganz wichtig ist, dass ich die Kinder nicht durch die Brille meiner eigenen Verletzungen sehe, denn sie können nichts für das, was zwischen den Erwachsenen passiert ist.</p>
<h2 id="was-die-kinder-brauchen">Was die Kinder brauchen</h2>
<p>Kinder in Patchwork-Familien brauchen vor allem eines: Klarheit darüber, wo ihr Platz ist.</p>
<p>In unserem Fall heißt das: Der älteste Sohn meines Partners weiß, dass er der Erste vom Papa ist. Unsere beiden gemeinsamen jüngeren Söhne wissen, dass sie für den Papa der Zweite und der Dritte sind, für mich aber der Erste und der Zweite. Das sage ich immer wieder und betone es, denn es schenkt ihnen Sicherheit und Klarheit.</p>
<p>Etwas, das ich auch beobachte: Manchmal versuchen Kinder aus der ersten Partnerschaft, in eine Art Partnerrolle zu rutschen. Eine Tochter versucht die Mutter zu ersetzen. Ein Sohn übernimmt die Vaterrolle. Das ist keine Böswilligkeit, das ist ein Versuch des Systems, sich selbst zu ordnen. Aber es schadet dem Kind. Deswegen ist es so wichtig, immer wieder klar zu machen: Du warst zuerst da, ja. Und du bist das Kind. Du bist nicht mein Partner.</p>
<h2 id="patchwork-braucht-zeit-und-ehrliche-begleitung">Patchwork braucht Zeit und ehrliche Begleitung</h2>
<p>Das hier ist kein Prozess, der in ein paar Monaten abgeschlossen ist. Bei uns gibt es nach Jahren noch Eifersüchte, noch Fragen, wer wo hingehört. Das ist ganz normal, denn ein System wird sich immer wieder neu kalibrieren.</p>
<p>Was hilft, ist Kommunikation und Klarheit und die Bereitschaft, das Unbewusste anzuschauen, das sich hinter den Konflikten verbirgt.</p>
<p>Wenn du merkst, dass in deiner Patchwork-Familie vieles unter der Oberfläche brodelt, dass du immer wieder an denselben Punkten hängst, dass Kinder Symptome zeigen oder die Partnerschaft unter Dauerstress steht, dann lohnt es sich, mit jemandem zu sprechen, der systemisch darauf schauen kann.</p>
<p>Du kannst jederzeit ein <a href="https://calendly.com/henriettemathieu/30min?month=2026-02" target="_blank" rel="noopener">kostenloses Klarheitsgespräch</a> mit mir vereinbaren. Gemeinsam schauen wir, wo die Ordnung im System gerade fehlt und was es braucht, damit alle wieder wissen, wo ihr Platz ist.</p>
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		<title>Starke Nerven beim Kindergartenabschied und Schulwechsel: Tipps für Eltern in neuen Lebensphasen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Henriette Mathieu]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Mar 2026 07:32:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bedürfnisorientierte Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Vielleicht geht es dir ähnlich: Der Abschied im Kindergarten nimmt dich emotional so sehr mit, dass du immer wieder weinen musst. Oder der Kindergartenabschied letztes Jahr hat dich komplett aus der Bahn geworfen und jetzt kommt der nächste Übergang. Du möchtest resilienter sein, stärker neben deinem Kind stehen können. Genau darum geht es heute. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
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<p>Vielleicht geht es dir ähnlich: Der Abschied im Kindergarten nimmt dich emotional so sehr mit, dass du immer wieder weinen musst. Oder der Kindergartenabschied letztes Jahr hat dich komplett aus der Bahn geworfen und jetzt kommt der nächste Übergang. Du möchtest resilienter sein, stärker neben deinem Kind stehen können.</p>
<p>Genau darum geht es heute. Kein „Reiß dich zusammen&#8220;, sondern ein ehrlicher Blick darauf, was Abschiede mit dir machen. Und wie du liebevoll mit dir umgehen kannst.</p>
<h2 id="warum-dich-der-abschied-deines-kindes-so-sehr-beruehrt">Warum dich der Abschied deines Kindes so sehr berührt</h2>
<p>Wenn dich etwas emotional berührt, hat es meistens etwas mit dir und deiner Kindheit zu tun. Das sind Emotionen aus unserer Vergangenheit, die durch etwas im Hier und Jetzt hervorgeholt werden.</p>
<p>Es gibt einen kindlichen Anteil in dir, der mitfühlt. Dieses Gefühl wird gezeigt, wenn dein Kind sich im Kindergarten verabschiedet.</p>
<h3 id="der-unterschied-zwischen-damals-und-heute">Der Unterschied zwischen damals und heute</h3>
<p>Das sind Phasen, die wir selber auch erlebt haben und die oft gar nicht von unseren Eltern begleitet wurden. Da gab es noch keine großen Rituale. Das war einfach so. Und in dir als Kind hat es sehr viel bewirkt.</p>
<p>Heute merkst du: Da wird viel Zeremonie drumherum gemacht, was schön ist. Und gleichzeitig löst das noch mal einen Extraschmerz aus, weil du merkst, bei mir war das damals anders.</p>
<h2 id="die-zwei-arten-von-abschieden">Die zwei Arten von Abschieden</h2>
<p>Es gibt die Abschiede, die wir bewusst gestalten und planen. Nach dem Abi ins Ausland, der Umzug, die neue Arbeit.</p>
<p>Und dann gibt es die Abschiede, die wir nicht steuern können, weil sie mit der Zeit zusammenhängen. Ein Kindergartenkind kann nicht ewig im Kindergarten bleiben. Diese Fremdbestimmung macht es nicht einfacher.</p>
<h3 id="wenn-abschiede-fremdbestimmt-sind">Wenn Abschiede fremdbestimmt sind</h3>
<p>Vielleicht möchte das Kind sehr gerne im Kindergarten bleiben, weil es sich noch nicht bereit fühlt oder weil es so schön gemütlich ist.</p>
<p>Für uns Eltern ist das auch ein Punkt: Es ist gerade alles so schön, warum müssen wir jetzt abschließen. Es ist auch für uns ein Abschied, dass das Kind wächst.</p>
<h2 id="dein-eigener-abschied-wenn-eine-aera-zu-ende-geht">Dein eigener Abschied: Wenn eine Ära zu Ende geht</h2>
<p>Wenn dein Kind durch eine neue Lebensphase geht, passiert auch bei dir etwas. Eine Ära geht zu Ende.</p>
<p>Das Kind ist nicht mehr das kleine Kind, sondern ein Schulkind. Oft steckt bei uns noch im Kopf: jetzt beginnt der Ernst des Lebens. Das macht viel mit uns, weil wir das vielleicht auch als Kind so erlebt haben.</p>
<p>Das Kind wird größer, hat einen Schulranzen, geht vielleicht alleine zur Schule. Die frühe Kindheit wird abgeschlossen, das Kind geht eigene Wege, wird selbstständiger. Wir wollen das einerseits und andererseits wollen wir unser kleines Kind noch im Arm sehen. Das kann weh tun.</p>
<h2 id="was-deine-eigene-geschichte-damit-zu-tun-hat">Was deine eigene Geschichte damit zu tun hat</h2>
<p>Vielleicht hattest du einen anderen Schulstart, als du es deinem Kind gerne geben würdest. Vielleicht hat dort liebevolle Begleitung gefehlt. Vielleicht gab es auch andere Abschiede, die dich daran erinnern.</p>
<p>Es könnte sein, dass du einen geliebten Menschen verloren hast. Dass sich deine Eltern getrennt haben. Manchmal gibt es Verbindungen in unserem Unterbewusstsein, die wir auf logischer Ebene nicht nachvollziehen können.</p>
<h3 id="fragen-die-du-dir-stellen-darfst">Fragen, die du dir stellen darfst</h3>
<p><strong>Was ist eigentlich mein Schmerz dabei?</strong> Ist es die Angst, dass es nie wieder so schön sein wird? Der Gedanke, jetzt geht der Ernst des Lebens los? Sorgen um Hausaufgaben, Lehrerin, Freunde?</p>
<p><strong>Ist es meine Angst oder die Angst meines Kindes?</strong> Ganz oft projizieren wir unsere Erfahrung auf unsere Kinder, ohne es zu merken. Ist meine Angst berechtigt? Gewiss, weil sie mit deiner Vergangenheit zu tun hat. Aber hat es wirklich was mit deinem Kind zu tun?</p>
<h2 id="praktische-wege-zu-mehr-innerer-stabilitaet">Praktische Wege zu mehr innerer Stabilität</h2>
<h3 id="die-timeline-arbeit">Die Timeline-Arbeit</h3>
<p>Du gehst innerlich zurück zu deinen eigenen Abschieden. Wie war dein Kindergartenabschied? Dein Schulstart? Andere wichtige Übergänge? Was hast du gefühlt? Was hast du gebraucht und vielleicht nicht bekommen?</p>
<h3 id="nervensystem-regulation">Nervensystem-Regulation</h3>
<p>Dein Nervensystem speichert Erinnerungen an alte Abschiede, auch wenn du sie nicht mehr bewusst abrufen kannst. Deshalb ist es wichtig, nicht nur mit dem Kopf zu arbeiten, sondern auch mit dem Körper. <a href="https://henriettemathieu.com/eft/">EFT</a> kann dir dabei helfen, diese alten Muster sanft aufzulösen.</p>
<h3 id="identifiziere-die-gedanken-hinter-dem-schmerz">Identifiziere die Gedanken hinter dem Schmerz</h3>
<p>Spüre mal genau rein, was ist hinter diesem Schmerz. Vielleicht sind es die anderen Familien, die dich gehalten haben. Freundschaften, tolle Unternehmungen oder einfach der Rhythmus, wie ihr den Tag strukturiert habt. All diese Rituale können eine Rolle spielen.</p>
<h2 id="ein-wichtiger-schritt-sprich-mit-deinem-kind-darueber">Ein wichtiger Schritt: Sprich mit deinem Kind darüber</h2>
<p>Dein Kind wird merken, dass es dich beschäftigt. Wenn es nicht fragt, wird es das fühlen und spiegeln, im schlimmsten Fall mit der Angst, die du spürst.</p>
<h3 id="so-koenntest-du-es-formulieren">So könntest du es formulieren</h3>
<p>Mama beschäftigt das ganz schön. Ich bin traurig, dass du jetzt in die Schule kommst. Einerseits freue ich mich, dass du so groß bist. Andererseits traue ich dem Kindergarten nach. Aber das hat nichts mit dir zu tun. Das ist meine Geschichte. Die Gefühle nehme ich wahr und fühle sie. Ich freue mich so für dich.</p>
<p>Ganz wichtig: Das Kind ist nicht schuld an unseren Gefühlen.</p>
<h2 id="das-groesste-geschenk-fang-bei-dir-an">Das größte Geschenk: Fang bei dir an</h2>
<p>Fang bei dir an. Das ist das größte Geschenk für dein Kind. Eine Mama, die ehrlich mit ihrem Schmerz umgeht, ihn nicht wegschiebt, sondern fühlt.</p>
<p>Wenn du merkst, da ist eine schwierige Situation in deiner Kindheitsgeschichte, habe keine Angst, dich dem zu stellen. Ich hatte schon viele Klientinnen mit schrecklichen Erinnerungen an Kindergarten oder Schulbeginn. Nach der Auflösung war deutlich mehr Resilienz da.</p>
<h2 id="stufen-von-hermann-hesse-ein-gedicht-zum-nachdenken">Stufen von Hermann Hesse: Ein Gedicht zum Nachdenken</h2>
<p>Es gibt ein Gedicht, das mir zu diesem Thema eingefallen ist. Stufen von Hermann Hesse. Hier ein paar Zeilen:</p>
<p><strong>Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe bereit zum Abschied sein und neu beginnen.</strong></p>
<p><strong>Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.</strong></p>
<p><strong>Wohl an den Herz, nimm Abschied und gesunde.</strong></p>
<h2 id="abschiede-duerfen-wehtun">Abschiede dürfen wehtun</h2>
<p>Abschiede sind wichtig, sie bringen uns weiter, sie stehen für Entwicklung. Abschiede dürfen auch wehtun. Und du bist damit nicht allein.</p>
<p>Etwas in dir schmerzt, dein kleines inneres Kind vielleicht, das jetzt gesehen werden möchte. Du bist aber jetzt die erwachsene Frau, die das heute sehen, halten und heilen kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Du möchtest tiefer einsteigen?</strong><br />
Wenn du merkst, dass alte Abschiede in dir noch ungeheilt sind und dich im Alltag triggern, kann eine traumasensible Begleitung der richtige Weg für dich sein. In meinem <a href="https://henriettemathieu.com/einzelcoaching/">Einzelcoaching</a> oder <a href="https://henriettemathieu.com/angebote/nervensystem-kurs-lp/">Nervensystem-Kurs</a> arbeiten wir nicht nur mit dem Kopf, sondern mit deinem gesamten System, damit echte Veränderung möglich wird.</p>
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		<title>Hilfe, mein Teenager macht dicht! Eltern-Tipps für mehr Verbindung &#8211; mit Simona Zäh</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Henriette Mathieu]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Aug 2025 18:52:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bedürfnisorientierte Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Heute möchte ich dich auf eine Reise mitnehmen, die vermutlich nicht nur bei mir, sondern bei so ziemlich jeder Mutter irgendwann anklopft: Die Zeit, in der aus unseren Kindern Teenager werden. Vielleicht stehst du noch ganz am Anfang, vielleicht ist dein Kind schon mittendrin oder du hast mehrere Kids, die nahezu gleichzeitig auf „Umbau-Modus“ [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<script class="podigee-podcast-player" src="https://player.podigee-cdn.net/podcast-player/javascripts/podigee-podcast-player.js" data-configuration="https://henriettemathieu.podigee.io/231-teenager-verstehen-mit-simona-zaeh/embed?context=external"></script>
<p>&nbsp;</p>
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<p>Heute möchte ich dich auf eine Reise mitnehmen, die vermutlich nicht nur bei mir, sondern bei so ziemlich jeder Mutter irgendwann anklopft: Die Zeit, in der aus unseren Kindern Teenager werden. Vielleicht stehst du noch ganz am Anfang, vielleicht ist dein Kind schon mittendrin oder du hast mehrere Kids, die nahezu gleichzeitig auf „Umbau-Modus“ umstellen. Aus eigener Erfahrung weiß ich – das kann sich so ziemlich nach Wachstumsschmerz anfühlen. Für unsere Kinder. Und für uns als Mütter sowieso.</p>
<p>In der Podcastfolge mit Simona Zäh, die als Mama von drei Kindern, bindungsbasierte Begleiterin und Kursleiterin mitten in diesem Prozess drinsteckt, durfte ich richtig spannende und berührende Einblicke gewinnen. Deshalb möchte ich dir heute ein paar Impulse weitergeben, die dich bestärken sollen – genau dann, wenn du das Gefühl hast: „Hilfe, ich erreiche mein Kind gar nicht mehr! Wo ist bloß mein unschuldiges Kind geblieben?“</p>
<h2 id="was-passiert-in-unseren-teenies-umbau-ausnahmezustand-und-alles-auf-einmal">Was passiert in unseren Teenies? Umbau, Ausnahmezustand – und alles auf einmal</h2>
<p>Erinnerst du dich noch, wie du selbst als Teenie warst? Ich habe diese Podcastfolge damit begonnen, erst mal genau da hinzuspüren. Und ehrlich gesagt: Ich war völlig überaktiv, ständig unterwegs, habe auf allen Hochzeiten getanzt – und trotzdem war ich oft verloren. Simona ging es ähnlich. Ich erzähle das deshalb, weil wir Mütter häufig glauben, wir müssten diese Zeit ganz rational und souverän begleiten – dabei ist so vieles von dem, was gerade in unseren Kindern tobt, ein Echo unserer eigenen Erfahrungen.</p>
<p>Spätestens, wenn du das erste Mal vor einer „verschlossenen Tür“ stehst, wenn deine Tochter oder dein Sohn die Kopfhörer aufsetzt, sich in ihr Zimmer verzieht oder dich mit einem Augenrollen abkanzelt, weißt du: Die Zeit der kindlichen Abhängigkeit ist vorbei. Es wird gebaut – und zwar heftig: Gehirn, Hormone, Werte, Selbstbild, Freundeskreis, alles wird einmal neu sortiert. Und wie Simona so treffend sagt: Dieses Phänomen, dass sie uns manchmal ganz nah sind und manchmal in Lichtjahre entfernt erscheinen, das ist eigentlich der Normalzustand. „Achtung Baustelle!“, wie ein berühmtes Schild auf der Teenie-Stirn. Und weißt du was? Es ist okay.</p>
<h2 id="beziehung-ist-arbeit-und-zwar-unsere">Beziehung ist Arbeit – und zwar unsere</h2>
<p>Vielleicht häufen sich bei dir Gedanken wie „Ich verstehe mein Kind nicht mehr“, „Ich renne gegen Wände“, „Alles ist nur noch Drama oder Kontra“… Mir begegnen diese Sätze oft – nicht nur bei mir selbst, sondern in Gesprächen mit anderen Müttern und Klientinnen.</p>
<p>Simona hat ein Bild mitgebracht, das mich nicht mehr loslässt: Wie kommt man eigentlich an einen Kaktus ran? Als Hase – indem man sich nicht am Stachel verletzt, sondern vorsichtig einen Weg sucht, der ans weiche Innere führt. Hinter dem Rückzug, den Widerworten, dem scheinbaren Desinteresse steckt so oft eigentlich das Bedürfnis, sich als einzigartig zu erleben und trotzdem sicher zu sein: Die Beziehung zu dir bleibt. Auch wenn es gerade nicht sichtbar ist.</p>
<p>Das bleibt unser Job als Mütter. Nicht nur, wenn die Kinder klein sind – sondern gerade in diesen wackeligen Zwischenphasen. Die Verantwortung für die Qualität der Beziehung bleibt bei uns.</p>
<h3 id="wirklich-verstehen-was-los-ist-die-bruecke-mitgehen">Wirklich verstehen, was los ist – Die Brücke mitgehen</h3>
<p>Weißt du, was einer der wichtigsten Schritte ist? Dass wir versuchen, unsere Teenies von innen heraus zu verstehen. Ich fand Simona’s Bild so hilfreich: Die Zeit als Brücke zwischen Kindsein und Erwachsenwerden. Manchmal sind sie schon große, selbstständige Menschen, manchmal wieder hilflose Kinder – und das kann sich innerhalb von Minuten mehrfach abwechseln!</p>
<p>Du kannst nichts falsch machen, wenn du dich darauf einlässt. Akzeptiere das Schwanken, das Hin- und Herschleudern auf der Brücke. Statt Anpassung oder Rebellion zu erwarten, hilft Empathie. Es ist okay, wenn du traurig bist, dein Kind nicht wiederzuerkennen. Und dein Kind kann sich trotzdem sicher sein, dass du die Verbindung nicht kappen willst.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2 id="praktische-tipps-fuer-alltag-herz">Praktische Tipps für Alltag &amp; Herz</h2>
<p>Ich habe für mich – und für dich hier – ein paar ganz konkrete Ideen gesammelt, wie du auch in stürmischen Zeiten Kontakt halten kannst, ohne dabei dich selbst oder dein Kind zu verlieren:</p>
<h3 id="1-spiel-ist-magie">1. <strong>Spiel ist Magie</strong></h3>
<p>Ganz ehrlich: Humor und kleine Spielfiguren, ein Deo als Mikrofon, Theaterszenen auf dem Weg in die Küche – das schafft Verbindung da, wo Worte nicht mehr reichen. Auch wenn es erstmal seltsam fühlt: Deine Idee muss nicht groß sein. Es reicht, wenn du dich traust, ungewöhnlich zu sein. Und weißt du was? Meistens öffnet das Türen, wo vorher nur Schweigen war. Besonders praktisch, wenn du selbst mal wieder kurz vorm Durchdrehen bist, weil der Teenie zum 100. Mal die Tasse NICHT in die Spülmaschine gestellt hat…</p>
<h3 id="2-beziehung-aktivieren-bevor-du-etwas-willst">2. <strong>Beziehung aktivieren, bevor du etwas willst</strong></h3>
<p>Du würdest niemals im Büro zu deiner Chefin gehen und sofort losquasseln, ohne wenigstens ein Lächeln, einen Augenkontakt oder einen Smalltalk – warum also bei unseren Kindern? „Sammeln“ nennt Simona das. Erst die Verbindung, dann die Sache. Gerade Teenies spüren sofort, wenn du eigentlich irgendwas „durchdrücken“ willst.</p>
<h3 id="3-zeig-echtes-interesse-an-der-welt-deines-kindes">3. <strong>Zeig echtes Interesse an der Welt deines Kindes</strong></h3>
<p>Auch, wenn’s nicht deine Welt ist – egal ob Gaming, TikTok, YouTube oder Sneaker-Kunde. Lass dir zeigen, was dein Kind begeistert. Nicht aus Kontrolle, sondern weil es dir wirklich wichtig ist, zu verstehen. Vielleicht brauchst du dabei einen langen Atem. Aber glaub mir – darin liegt ein Schlüssel zu eurer neuen Beziehung.</p>
<h3 id="4-regeln-gemeinsam-besprechen">4. <strong>Regeln gemeinsam besprechen</strong></h3>
<p>Statt bei jeder Kleinigkeit ins Drama zu gehen – redet in einer ruhigen Minute gemeinsam über Basics wie Haushalt, Wäsche, Aufgabenverteilung. Lass dein Kind Vorschläge machen. Ist der Grundstein gelegt, könnt ihr auf Augenhöhe verhandeln. Und ja – fünfmal erinnern ist manchmal okay (Baustellenmodus!).</p>
<h3 id="5-die-beziehung-zaehlt-mehr-als-die-regel">5. <strong>Die Beziehung zählt mehr als die Regel</strong></h3>
<p>Ja, es stresst. Aber die Welt geht nicht unter, wenn Teller mal bleiben wie sie sind oder Turnschuhe nass werden. Was zählt, ist: Geht ihr abends noch okay miteinander schlafen? Spürt ihr euch als Team – trotz aller Differenzen?</p>
<h2 id="wenn-die-verbindung-abreisst-hol-dir-inspiration-unterstuetzung">Wenn die Verbindung abreißt: Hol dir Inspiration &amp; Unterstützung</h2>
<p>Manchmal sind Situationen schon verfahren, manchmal fühlt sich wirklich alles wie Eiszeit an. Dann hilft vielleicht ein Kurs (wie <a href="https://www.bindungsbasiert.ch/teenager" target="_blank" rel="noopener">Simona’s Teenie-Kurs</a>, den ich dir sehr ans Herz lege – mit dem Code LEUCHTTURM bekommst du 10% Rabatt), ein Beratungsgespräch oder Austausch mit anderen Eltern. Du musst das nicht allein wuppen – und es ist kein Makel, sich Hilfe zu holen.</p>
<h2 id="schlussgedanke-dranbleiben-ist-liebe">Schlussgedanke: Dranbleiben ist Liebe</h2>
<p>Was ich aus der Folge mitnehme? Ich darf, du darfst, immer wieder den Blick wechseln: Unser Job ist nicht Kontrolle, sondern Beziehung. Wir sind die Brückenbauerinnen – auch, wenn die andere Seite manchmal im Nebel liegt. Wir dürfen traurig, sprachlos, verletzt sein – und trotzdem bleiben wir dran. Unsere Teenies brauchen das, auch wenn sie es uns nicht mehr jeden Tag zeigen.</p>
<p>Die Teenie-Jahre – sie sind magisch, chaotisch, widersprüchlich. Lass uns ab jetzt immer mal wieder das Deo zücken, ein bisschen Theater spielen, und vor allem: Bleib neugierig, spielerisch, herzlich. Du bist nicht allein auf der Brücke.</p>
<p>Alles Liebe auf deinem Weg!</p>
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		<title>Traumaverarbeitung bei Kindern: Was Eltern wissen sollten</title>
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		<pubDate>Tue, 20 May 2025 14:12:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&#160; Vielleicht sitzt du gerade da, liest diesen Text und spürst: „Da war was.“ Vielleicht gab es ein Ereignis – die Geburt eines Geschwisterkindes, eine stressige Schwangerschaft, eine schwierige Trennung – und du denkst: Was, wenn mein Kind traumatisiert ist? Was kann ich tun? Kann ich jetzt noch etwas verändern? Ich will dir heute ein [&#8230;]]]></description>
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<h2 id=""></h2>
<p>Vielleicht sitzt du gerade da, liest diesen Text und spürst: „Da war was.“ Vielleicht gab es ein Ereignis – die Geburt eines Geschwisterkindes, eine stressige Schwangerschaft, eine schwierige Trennung – und du denkst: <i>Was, wenn mein Kind traumatisiert ist?</i> Was kann ich tun? Kann ich jetzt noch etwas verändern?</p>
<p>Ich will dir heute ein paar Gedanken mitgeben. Nicht nur aus der therapeutischen Perspektive – sondern aus der Brille einer Mutter, die auch viel über Trauma, Nervensystem, Bindung und kindliche Entwicklung gelernt hat, aber vor allem: selbst Mama ist.</p>
<h2 id="wir-sind-eltern-keine-therapeuten"><b>Wir sind Eltern, keine Therapeuten</b></h2>
<h3 id="und-das-ist-auch-gut-so"><b>Und das ist auch gut so</b></h3>
<p>Das vielleicht Wichtigste zuerst: Du bist die Mama. Nicht die Therapeutin, nicht die Lehrerin, nicht die Trainerin. Nur – und das meine ich ganz bewusst – <i>die Mama</i>. Und genau das ist der größte Schatz für dein Kind.</p>
<p>Klar, manchmal rutschen wir in so eine Rolle: „Ich weiß doch, wie man mit Wut umgeht! Ich kenne die Übungen zur Selbstregulation!“ Aber das Wichtigste, was dein Kind braucht, ist keine perfekte Anwendung von Methoden – sondern DICH. Echt, liebevoll, verbunden.</p>
<h2 id="trauma-ist-individuell"><b>Trauma ist individuell</b></h2>
<h3 id="und-manchmal-beginnt-es-schon-im-bauch"><b>Und manchmal beginnt es schon im Bauch</b></h3>
<p>Es gibt nicht DAS eine Trauma. Was für ein Kind eine Kleinigkeit war, kann für ein anderes ein riesiger Einschnitt gewesen sein. Und ja – das kann sogar schon in der Schwangerschaft anfangen. Wenn du zum Beispiel während der Schwangerschaft einen schweren Verlust erlebt hast, dann hat auch dein Baby diese Stresszustände mitbekommen.</p>
<p>Oder eine schwierige Geburt: Auch wenn sie für dich okay war – für dein Baby kann sie ein Schock gewesen sein. All das speichert der kleine Körper. Nicht im „Kopf“, sondern im Nervensystem.</p>
<h2 id="was-du-konkret-tun-kannst"><b>Was du konkret tun kannst</b></h2>
<h3 id="spoiler-du-brauchst-keine-ausbildung-dafuer"><b>Spoiler: Du brauchst keine Ausbildung dafür</b></h3>
<p>Natürlich gibt es keine Zauberformel, aber hier sind ein paar Dinge, die du als Mama <i>jetzt sofort</i> tun kannst, um deinem Kind zu helfen.</p>
<h3 id="1-verbindung-verbindung-verbindung"><b>1. Verbindung, Verbindung, Verbindung</b></h3>
<p><b>Sicherheit ist die Basis für Heilung!</b></p>
<p>Wenn dein Kind spürt: <i>Ich bin sicher. Ich bin gesehen. Ich bin geliebt.</i> – dann ist das der erste Schritt zur Heilung. Ganz ehrlich: Das allein kann so vieles verändern.</p>
<p>Das bedeutet auch: Du musst nicht ständig „etwas tun“. Manchmal reicht es, <i>einfach da zu sein</i>. Eine Hand zu halten. Gemeinsam still zu sein. Oder deinem Kind zu sagen:</p>
<p>„Ich sehe, dass es dir gerade schwerfällt. Ich bin da.“</p>
<h3 id="2-spiel-als-ausdruck"><b>2. Spiel als Ausdruck</b></h3>
<p>Kinder verarbeiten ganz, ganz viel im Spiel. Und wir dürfen da ganz behutsam reinschauen:</p>
<p><i>Was spielt mein Kind? Wie spielt es? Welche Rollen nimmt es ein?</i></p>
<p>Ich habe zum Beispiel mit meinem Sohn mit Legomännchen gespielt – und heimlich eine kleine Geschwistergeschichte eingebaut. Oder wir haben Playmobil-Figuren genommen und die „Familie“ aufgestellt. Da kamen manchmal so viele Gefühle hoch – ganz ohne dass ich „etwas gemacht“ habe.</p>
<p>Wenn dein Kind kleiner ist: Lass es den Stärkeren spielen. Den Chef-Tiger. Den Superhelden. Das nennt man „Machtumkehrspiele“ – und sie helfen dem Kind, das Gefühl von Kontrolle zurückzubekommen.</p>
<h3 id="3-geschichten-erzaehlen"><b>3. Geschichten erzählen</b></h3>
<p>Ich habe oft kleine Fantasiegeschichten erzählt: von einem Bären, der plötzlich ein Geschwisterchen bekommt und sich plötzlich ganz alleine fühlt.</p>
<p>Und dann sagte mein Sohn manchmal: „So ging’s mir auch.“</p>
<p>Geschichten helfen, Gefühle in Worte zu fassen. Und manchmal hilft auch ein schönes Bilderbuch, das genau so ein Thema behandelt. Lass dein Kind entscheiden, ob es darüber reden möchte – oder nur zuhören mag.</p>
<h3 id="4-zuhoeren-ohne-zu-bewerten"><b>4. Zuhören – ohne zu bewerten</b></h3>
<p>Wenn dein Kind sich über den kleinen Bruder beschwert – dann <i>hör einfach zu</i>. Wirklich. Ohne zu sagen: „So darfst du nicht reden!“ oder „Das ist nicht nett!“</p>
<p>Erlaub deinem Kind, alles rauszulassen. Vielleicht sagst du:</p>
<p>„Ja, das klingt richtig schwer. Ich verstehe, dass dich das wütend macht.“</p>
<p>Diese Form von Zuhören heilt mehr, als tausend Ratschläge.</p>
<h3 id="5-gemeinsame-rituale-quality-time"><b>5. Gemeinsame Rituale &amp; Quality Time</b></h3>
<p>Vielleicht hilft es deinem Kind, wenn ihr regelmäßig Zeit nur zu zweit habt – ohne Geschwister. Ein Spaziergang, ein Spielenachmittag, eine gemeinsame Auszeit.</p>
<p>Zeig deinem Kind: <i>Du bist wichtig. Ich sehe dich.</i></p>
<h3 id="6-wenn-du-schon-erfahrung-hast-klopfen-malen-koerperarbeit"><b>6. Wenn du schon Erfahrung hast: Klopfen, Malen, Körperarbeit</b></h3>
<p>Ich nutze zum Beispiel auch EFT (Emotional Freedom Techniques, das Klopfen) mit meinem Kind. Nur wenn es passt, ganz sanft, als Begleitung. Auch Malen kann helfen, Gefühle auszudrücken.</p>
<p>Aber wenn du das Gefühl hast, dass du an deine Grenzen kommst – dann ist es okay, dir Hilfe zu holen. Vielleicht ist eine liebevolle Therapeutin mit einem spielerischen Ansatz das Richtige.</p>
<h2 id="und-wenn-dein-kind-aelter-ist"><b>Und wenn dein Kind älter ist?</b></h2>
<p>Wenn Kinder älter werden, kann man auch über die Vergangenheit sprechen. Du kannst sagen:</p>
<p>„Ich weiß, dass die Zeit, als dein Bruder geboren wurde, für dich schwer war. Magst du erzählen, wie es für dich war?“</p>
<p>Und wenn dein Kind sagt: „Ich war wütend auf dich“ – dann ist das okay. Du darfst sagen:</p>
<p>„Ich verstehe das. Es tut mir leid, dass ich das damals nicht gesehen habe.“</p>
<p>Das ist kein Schuldeingeständnis – das ist <i>Verbindung</i>. Und sie ist stärker als jedes Trauma.</p>
<h2 id="fazit-es-ist-nie-zu-spaet"><b>Fazit: Es ist nie zu spät</b></h2>
<h3 id="dein-kind-braucht-keine-perfekte-mutter-sondern-eine-die-echt-ist"><b>Dein Kind braucht keine perfekte Mutter – sondern eine, die echt ist</b></h3>
<p>Du kannst nicht alles auflösen. Aber du kannst präsent sein. Du kannst ehrlich sein. Du kannst zuhören. Und du kannst deinem Kind zeigen, dass es okay ist, Hilfe zu holen – und Gefühle zu haben.</p>
<p><b>Du bist genug. Und du bist genau die Mama, die dein Kind braucht.</b></p>
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		<item>
		<title>Entthronungs-Trauma: Umgang mit Geschwisterrivalität und Eifersucht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Henriette Mathieu]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Mar 2025 15:04:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bedürfnisorientierte Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Heute möchte ich mit dir über ein Thema sprechen, das vielen Müttern – mich eingeschlossen – zu schaffen macht: die Entthronung des großen Geschwisterkindes, wenn ein kleines Geschwisterchen in die Familie kommt. Diese Erfahrung kann nicht nur herausfordernd sein, sondern auch emotional tiefgreifend berühren. Die Entthronung verstehen Aus eigener Erfahrung und aus Gesprächen mit [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
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<p>Heute möchte ich mit dir über ein Thema sprechen, das vielen Müttern – mich eingeschlossen – zu schaffen macht: die Entthronung des großen Geschwisterkindes, wenn ein kleines Geschwisterchen in die Familie kommt. Diese Erfahrung kann nicht nur herausfordernd sein, sondern auch emotional tiefgreifend berühren.</p>
<h2 id="die-entthronung-verstehen">Die Entthronung verstehen</h2>
<p>Aus eigener Erfahrung und aus Gesprächen mit anderen Eltern weiß ich, dass die Geburt eines zweiten Kindes beim erstgeborenen Kind starke, manchmal sogar aggressive Reaktionen hervorrufen kann. Dieses Verhalten entspringt oft tiefer Verunsicherung und dem Gefühl, nicht mehr im Mittelpunkt der elterlichen Aufmerksamkeit zu stehen. Dein Kind empfindet es vielleicht so, als sei es abgelöst worden – ein Gefühl, das auf der Ebene des Nervensystems als existenzielle Bedrohung wahrgenommen werden kann.</p>
<p>Für manche Kinder kann diese Entthronung sogar traumatisch sein. Dabei reagiert jedes Kind unterschiedlich: Während einige sich schnell in die neue Familiensituation einfügen, kämpfen andere mit intensiven Emotionen und Unsicherheiten – manchmal bis ins Erwachsenenalter.</p>
<h2 id="strategien-zur-unterstuetzung-des-grossen-geschwisterkindes">Strategien zur Unterstützung des großen Geschwisterkindes</h2>
<h3 id="mitgefuehl-und-empathie">Mitgefühl und Empathie</h3>
<p>Der erste und wichtigste Schritt ist Mitgefühl. Versuche, die Situation aus der Perspektive deines großen Kindes zu betrachten. Ein anschaulicher Vergleich: Stell dir vor, dein Partner bringt eine neue Frau mit nach Hause und erwartet, dass du dich mit ihr verstehst, während er seine Aufmerksamkeit zwischen euch beiden aufteilt. Wie würde sich das anfühlen? Wahrscheinlich wärst du verletzt und wütend. Genau diese Gefühle durchlebt dein Kind. Diese neue Situation braucht Zeit, Verständnis und liebevolle Begleitung.</p>
<h3 id="offene-kommunikation">Offene Kommunikation</h3>
<p>Sprich offen mit deinem Kind über seine Gefühle. Frage, wie es ihm mit der neuen Familienkonstellation geht. Sollte es in seiner Verzweiflung äußern, dass es dem neuen Geschwisterchen wehtun möchte, reagiere nicht entsetzt. Vielmehr signalisiert eine solche Aussage tiefe Not. Dein Kind braucht in diesem Moment keine Zurechtweisung, sondern das Gefühl, gesehen und verstanden zu werden. Wenn es sich ernst genommen fühlt, kann sich ein emotionaler Knoten lösen.</p>
<h3 id="regressionsspiele-und-exklusive-aufmerksamkeit">Regressionsspiele und exklusive Aufmerksamkeit</h3>
<p>Ich hatte eine Klientin, deren ältere Tochter immer wieder &#8222;Baby&#8220; spielen wollte. Als die Mutter sich darauf einließ und ihre Tochter eine Zeit lang wie ein Baby behandelte, veränderte sich alles: Der Wunsch wurde erfüllt, und plötzlich war die Tochter bereit, in ihre Rolle als große Schwester hineinzuwachsen. Regressionsspiele, bei denen das Kind noch einmal die Babyrolle einnehmen darf, können helfen, den Übergang zu verarbeiten.</p>
<p>Auch Bindungsspiele, die den Zusammenhalt unter den Geschwistern fördern, sind wertvoll. Ich habe mit meinen Kindern oft &#8222;Fang mich&#8220; gespielt, wobei sie gemeinsam als Team agieren mussten, um mich zu erwischen.</p>
<p>Zudem ist es essenziell, dem großen Kind exklusive Zeiten zu widmen. Plane bewusst Momente ein, die nur euch beiden gehören, um eure Bindung zu stärken.</p>
<h3 id="die-rolle-der-co-regulation">Die Rolle der Co-Regulation</h3>
<p>Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Co-Regulation: die Fähigkeit, deinem Kind in emotional aufgewühlten Momenten Sicherheit und Stabilität zu vermitteln. Das gelingt jedoch nur, wenn du selbst ausgeglichen bist. Achte daher auf deine eigenen Ressourcen – sei es durch kleine Auszeiten, Selbstfürsorge oder die Unterstützung durch andere.</p>
<h2 id="warum-das-alles-so-wichtig-ist">Warum das alles so wichtig ist</h2>
<p>Das Ziel all dieser Strategien ist es, dein großes Kind behutsam in seine neue Rolle innerhalb der Familie zu begleiten, ohne dass es sich ausgeschlossen fühlt. Die Geburt eines Geschwisterchens bedeutet eine Neuverteilung der elterlichen Aufmerksamkeit, was für ein Kind enorm herausfordernd sein kann. Mit Empathie und Achtsamkeit können wir diese Übergangsphase jedoch erleichtern.</p>
<p>Ich hoffe, dass dir diese Einblicke und Tipps helfen, die Herausforderungen der Entthronung besser zu verstehen. Du bist mit diesen Gefühlen nicht allein. Indem wir offen darüber sprechen, können wir gemeinsam gute Lösungen finden.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Das große Dilemma der bedürfnisorientierten Erziehung</title>
		<link>https://henriettemathieu.com/dilemma-beduerfnisorientierte-erziehung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Henriette Mathieu]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Nov 2024 20:20:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bedürfnisorientierte Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[bedürfnisorientierte erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[bedürfnisorientierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Was ist der eigentliche Grund, weswegen wir unsere Kinder auf diese Weise begleiten wollen und warum ist es manchmal so schwer, das umzusetzen, wenn es doch so "richtig" erscheint? Es ist der Schmerz, den viele von uns in unserer eigenen Kindheit erlebten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<script class="podigee-podcast-player" src="https://player.podigee-cdn.net/podcast-player/javascripts/podigee-podcast-player.js" data-configuration="https://henriettemathieu.podigee.io/193-dilemma-beduerfnisorientierung/embed?context=external"></script>
<p><span style="font-weight: 400;">Die bedürfnisorientierte Erziehung, <a href="https://www.awareparenting-institut.de/" target="_blank" rel="noopener">Aware Parenting</a>, bindungsorientierte Erziehung ist in aller Munde. Heute möchte ich mit dir auf das große Dilemma dieser achtsamen Erziehungsstile eingehen. Warum begleiten wir unsere Kinder auf diese Weise und warum ist es manchmal so schwer, das umzusetzen, wenn es doch so &#8222;richtig&#8220; erscheint? </span></p>
<h2 id="was-ist-eigentlich-beduerfnisorientierung"><b>Was ist eigentlich Bedürfnisorientierung?</b></h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Vielleicht fragst du dich: Was bedeutet bedürfnisorientiert eigentlich genau? Für mich bedeutet es, mein Kind nicht mehr wie ein unbeschriebenes Blatt Papier zu betrachten, das geformt werden muss. Stattdessen sehe ich es als eigenständigen Menschen mit eigenen Gefühlen und Bedürfnissen. Wenn wir uns in die Perspektive unserer Kinder hineinversetzen, verstehen wir, dass sie genauso Bedürfnisse haben wie wir. Dabei geht es darum, alle Bedürfnisse als gleichwertig zu betrachten und dem Kind das Gefühl zu geben: &#8222;Ich sehe dich, ich höre dich, und ich liebe dich bedingungslos.&#8220;</span></p>
<h2 id="der-groesste-fehler-bei-der-beduerfnisorientierten-begleitung">Der größte Fehler bei der bedürfnisorientierten Begleitung</h2>
<p>Wird ein kleiner neuer Erdenbürger geboren, dreht sich natürlich erst einmal fast alles um seine Bedürfnisse. Das ist normal. Aber: Ganz oft verlieren dabei die Eltern ihre eigenen Bedürfnisse aus den Augen, denn sie wollen es richtig und besonders gut machen. Und dies, wenn das Kind schon längst aus dem Gröbsten rausgewachsen ist und auch einmal die Bedürfnisse der Eltern mehr zählen könnten als die des Kindes.</p>
<p>WICHTIG: Bedürfnisorientiert bedeutet, dass alle Bedürfnisse der Familie wichtig sind und wir immer schauen dürfen, wie diese Bedürfnisse möglichst erfüllt werden können. Auch wir Eltern haben Bedürfnisse, die manchmal Vorrang haben dürfen. Denn &#8211; bitte vergiss nicht: Nur wenn unser Tank gefüllt ist, können wir an andere ausschenken!<br />
Höre/Schau gerne in die Folge <a href="https://youtu.be/jwyHEQ4gc98" target="_blank" rel="noopener">Die zwei größten Missverständnisse der bedürfnisorientierten Erziehung</a> rein!</p>
<h2 id="ein-blick-in-die-vergangenheit"><b>Ein Blick in die Vergangenheit</b></h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Um das Dilemma zu verstehen, nehmen wir uns einen Moment, um zurückzublicken. Erinnere dich an die Geschichten unserer Großeltern, die eine Zeit kannten, in der Disziplin und Gehorsam das tägliche Brot waren. Die schwarze Pädagogik und die Methoden der NS-Zeit prägten Generationen. Autonomie und Eigenständigkeit hatten wenig Raum. Es wurde von Kindern erwartet, dass sie schweigen und gehorchen. Alles drehte sich darum, starke und gehorsame Mitglieder der Gesellschaft zu formen.<br />
In der Podcastfolge gehe ich auf ganz konkrete Beispiele der schwarzen Pädagogik und auf das Buch Johanna Haarer &#8211; &#8222;Die deutsche Mutter&#8220;, ein, die schockierend sind zu hören.  </span></p>
<h2 id="die-sehnsucht-nach-veraenderung"><b>Die Sehnsucht nach Veränderung</b></h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Jetzt aber zu uns – warum streben wir nach dieser Veränderung? Es ist der Schmerz, den viele von uns in unserer eigenen Kindheit erlebten. Ich erinnere mich an meine eigene Kindheit zurück, als ich bei meiner durch und durch adeligen Tante war: Während ich als Mädchen selbstverständlich in der Küche helfen musste, durften die Männer und Cousins gemütlich im Wohnzimmer sitzen. Ich weiss noch ganz genau, wie wütend mich diese Situation gemacht hat, wie unfair sich das angefühlt hat. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Genau solche Situationen bringen den tiefen Wunsch nach einer Veränderung. Und oft resultiert daraus eine trotzige Haltung: Mein Mann soll bitte genauso viel tun wie ich im Haushalt, meine Jungs sollen bitte schön von Anfang an nicht solche Rollenclichés vermittelt bekommen. Dieser Schmerz ist es, der uns antreibt. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Viele Dinge wollen wir &#8222;besser&#8220; machen für unsere Kinder, wir wollen, dass sie sich immer gesehen und verstanden fühlen. Wir wollen sie begleiten in ihren starken Gefühlen, wir wollen sie weinen und auch wüten lassen, so wie wir es aus all den Erziehungsratgebern, Podcasts und CO hören. Aber: Wir haben es selber nie gelernt, mit unseren Gefühlen umzugehen. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Und genau dann passiert es, dass wir an unsere alten, längst vergessenen Wunden stoßen. Wenn du selber nie erfahren hast, wie es ist, in deinen Gefühlsstürmen die wichtige Co-Regulation zu erfahren, dann wird es dir schwer fallen, deinem Kind diesen Raum zu halten und ihm Co-Regulation zu schenken. Denn dein autonomes Nervensystem schaltet aus der Erinnerung heraus in einen Hab-Acht-Modus. </span></p>
<p>Sprich, im Kopf weißt du, wie es geht, aber dein Unterbewusstsein, welches direkt mit dem autonomen Nervensystem kommuniziert, gibt dir ganze andere Signale.</p>
<h2 id="die-herausforderung-im-alltag"><b>Die Herausforderung im Alltag</b></h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Hier beginnt der manchmal frustrierende Alltag. In der Theorie klingt alles simpel, nicht wahr?</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;"> Doch dann kommen Momente, die uns herausfordern. Vielleicht kennst du das Gefühl, wenn du dich bemühst, deinem Kind empathisch und ganz à la <a href="https://youtu.be/DQZLlaodj0o" target="_blank" rel="noopener">Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg</a> zuzuhören und zu akzeptieren, aber dich dann daran erinnert fühlst, dass dir damals nicht zugehört wurde und deine Gefühle keinen Raum hatten. Du durftest das in deiner Kindheit nicht, stattdessen folgten Strafen. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Dazu kommen dann manchmal widersprüchliche Gedanken.<br />
Wie oft hatte ich bereits diese Diskussion mit meinem Mann und auch anderen Familienangehörigen und auch Lehrern: Kinder müssen doch die Erwachsenen respektieren! Wir sind doch diejenigen, die das Sagen haben!<br />
Wenn mein Kind schreit und wütend ist, soll ich es dann wirklich das alles ausdrücken lassen, auch wenn es mich beispielsweise böse beschimpft? Bis wohin darf es gehen?  Ist Kackmama noch ok, aber Scheißmama nicht mehr?<br />
Dürfen wir als Eltern es noch tolerieren, in der Schule aber auf keinen Fall? Welche Schimpfworte lassen wir durchgehen, welche nicht?<br />
Es ist alles neu für uns. Ich beobachte mich immer wieder dabei, wie ich hadere, wie ich neu abwäge, wie ich mich verhalten könnte. Sehr oft fühle ich mich dabei sehr instabil und unsicher. Wie geht es denn nun richtig?<br />
Ich möchte die Gefühle meines Kindes achten, aber ein bisschen Impuls-Kontrolle sollte es schon haben, oder?<br />
Mit 10 Jahren müsste er doch jetzt eigentlich schon dies und jenes können. Die anderen Kinder schaffen das doch auch. Früher hätte da auch niemand nach geschrien und so weiter und so fort&#8230;<br />
</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Uns fehlen Vorbilder! </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wie gerne beobachte ich andere Eltern mit ihren Kinder und leite dann daraus meine Schlüsse ab. Genau so möchte ich es beim nächsten Mal versuchen! Oder auch: Nee, so geht das ja gar nicht!<br />
</span></p>
<h2 id="der-umgang-mit-unvollkommenheit"><b>Der Umgang mit Unvollkommenheit</b></h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Vielleicht denkst du jetzt: &#8222;Aber wie löse ich dieses Dilemma?&#8220; Die Wahrheit ist, es gibt keine perfekte Lösung. Wir lernen alle mit jedem Schritt, den wir gehen. Ich selbst habe viele Zwiebelschichten in Coachings und Therapiesitzungen abgelegt.<br />
Es ist okay, Fehler zu machen, es ist okay, nicht immer alles richtig zu machen. Wichtig ist, dass wir versuchen, dass wir offen und bereit sind, aus unseren Fehlern zu lernen.</span></p>
<p><strong>Die wichtigste Zutaten sind Beobachtung, Geduld und Flexibilität.  </strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Beobachte dich bei den alltäglichen Handlungen, höre dir selber zu, wenn du sprichst und erkenne dadurch, was du beim nächsten Mal anders machen könntest. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Sei geduldig mit dir, wenn es auch nach dem fünften Male immer noch nicht klappen sollte und du wieder und wieder deinen Triggern verfällst und mit deinem Kind zusammen wütend wirst, anstatt ihm die wichtige Co-Regulation zu bieten. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Sei flexibel, habe den Mut zum Revidieren, zum Verändern, zum Anpassen.<br />
Manche Dinge tue ich jetzt komplett anders als noch vor einigen Jahren. Ich habe auch mittlerweile verstanden, dass jeder meiner Söhne etwas anderes braucht, in der Ansprache, in Abmachungen und auch Regeln. </span></p>
<h2 id="der-mut-der-cycle-breaker"><b>Der Mut der &#8222;Cycle-Breaker&#8220;</b></h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Vielleicht bist du die Erste in deiner Familie, die einen Zyklus durchbricht, die es anders macht, die reflektiert und heilt.<br />
Und genau da liegt eine unglaubliche Kraft, von der wir manchmal gar nicht wissen, dass wir sie in uns tragen. Deine Kinder werden diesen Funken aufnehmen, sie werden es auf ihre Art und Weise wieder anders machen, so wie unsere Eltern den Weg für uns bereitet haben. Es ist oft eine Generation, die den großen Sprung macht und viel Heilung in das transgenerationale Trauma bringt.<br />
Wenn du diese Person bist (wovon ich ausgehe, wenn du das hier liest),  dann hab Mitgefühl für dich! </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Du bereitest einen guten Weg für die Generationen nach dir.<br />
Und wenn du das Gefühl hast, zum schwarzen Schaf zu werden in deiner Familie, weil du neue Wege gehen möchtest, dann höre gerne in die Folge rein:  <a href="http://Wie du als Cyclebreaker das zerbrechende Familiensystem transformierst">Wie du als Cyclebreaker das zerbrechende Familiensystem transformierst</a></span></p>
<h2 id="gemeinsam-auf-diesem-weg"><b>Gemeinsam auf diesem Weg</b></h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Diese Reise ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Ein Marathon, den wir nicht allein laufen müssen. Jeglicher Fortschritt, sei er auch noch so klein, ist ein Grund zum Feiern. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ein besonderer Moment in meiner Familie war, als mein Sohn mir nach einem Konflikt mit einem Familienmitglied sagte: &#8222;Mama, ich darf doch sagen, wenn ich traurig bin, oder?&#8220; Das hat mich so glücklich gemacht zu hören. Solche Momente zeigen, dass Veränderung möglich ist und Generationen sich zum Positiven verändern. Das ist der Beweis, dass wir auf dem richtigen Weg sind.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Also nimm die kleinen Erfolge mit einem Lächeln auf, feiere jeden Fortschritt und sei geduldig mit dir selbst. Du machst einen großartigen Job.</span></p>
<p>Und wenn du Unterstützung brauchst, um diesen Weg nicht alleine zu gehen, melde dich gerne bei mir für ein <a href="https://tidycal.com/henriettemathieu1/30min" target="_blank" rel="noopener">kostenloses Klarheitsgespräch!</a></p>
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		<item>
		<title>Wie kann ich meine Kinder vor Glaubenssätzen schützen?</title>
		<link>https://henriettemathieu.com/kinder-vor-glaubenssaetzen-schuetzen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Henriette Mathieu]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Sep 2024 13:24:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bedürfnisorientierte Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
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					<description><![CDATA[Glaubenssätze sind tief verwurzelte Überzeugungen, die unser Denken und Verhalten prägen. Sie können positiv oder negativ sein und werden oft durch wiederholte Aussagen oder Erlebnisse in der Kindheit geformt. Zum Beispiel, wenn Du als Kind oftmals gehört hast „Du bist dumm“, könnte sich dieser Satz als negativer Glaubenssatz in Deinem Unterbewusstsein festsetzen. Begegnung im Alltag: [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<script class="podigee-podcast-player" src="https://player.podigee-cdn.net/podcast-player/javascripts/podigee-podcast-player.js" data-configuration="https://henriettemathieu.podigee.io/179-new-episode/embed?context=external"></script>
<p>Glaubenssätze sind tief verwurzelte Überzeugungen, die unser Denken und Verhalten prägen. Sie können positiv oder negativ sein und werden oft durch wiederholte Aussagen oder Erlebnisse in der Kindheit geformt. Zum Beispiel, wenn Du als Kind oftmals gehört hast „Du bist dumm“, könnte sich dieser Satz als negativer Glaubenssatz in Deinem Unterbewusstsein festsetzen.</p>
<h2 id="begegnung-im-alltag-geschwisterstreit-ohne-glaubenssaetze"><b>Begegnung im Alltag: Geschwisterstreit ohne Glaubenssätze?</b></h2>
<p>In einem meiner Workshops wurde mir die Frage gestellt: „Wie kann ich verhindern, dass meine Kinder Glaubenssätze entwickeln, besonders wenn das ältere Kind das jüngere mit Worten wie &#8218;Du bist dumm&#8216; beschimpft?“ Das ist eine unglaublich wichtige Frage und ich kenne dieses Dilemma nur zu gut aus meinem eigenen Alltag.</p>
<h2 id="du-kannst-deine-kinder-nicht-voellig-vor-glaubenssaetzen-schuetzen"><b>Du kannst Deine Kinder nicht völlig vor Glaubenssätzen schützen</b></h2>
<p>Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass Du Deine Kinder nicht komplett vor Glaubenssätzen bewahren kannst. Jeder Mensch, einschließlich unserer Kinder, entwickelt im Laufe seines Lebens bestimmte Überzeugungen. Das liegt daran, dass wir alle Menschen sind, die lernen, wachsen und manchmal verletzen – bewusst oder unbewusst.</p>
<p>Was wir aber tun können, ist, unsere Kinder zu stärken. Dafür habe ich verschiedene Tricks für dich zum Ausprobieren. Das ist nicht nur gut für Streits zwischen Geschwisterkindern, sondern auch eine gute Anti-Mobbing-Prävention.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2 id="staerkung-des-selbstwertgefuehls"><b>Stärkung des Selbstwertgefühls</b></h2>
<p>Das Wichtigste, was Du tun kannst, ist, das Selbstwertgefühl deines Kindes zu stärken, wenn es von dem Geschwisterkind oder einem anderen Kind beleidigt worden ist. Hier sind einige Techniken, die wirklich gut funktionieren:</p>
<h3 id="der-muell-vor-der-tuer-trick"><b>Der &#8222;Müll-vor-der-Tür&#8220;-Trick</b></h3>
<p>Erkläre Deinem Kind, dass wenn jemand „Du bist dumm“ sagt, das wie Müll ist, den der andere vor seine Tür legt. Frage Dein Kind, ob es den Müll annehmen möchte. Natürlich nicht! Der Müll gehört dem, der ihn hinlegt. Kinder können mit solchen einfachen Bildern gut umgehen und begreifen, was gemeint ist.</p>
<h3 id="der-furz-trick"><b>Der Furz-Trick</b></h3>
<p>Ein anderes, etwas humorvolleres Bild ist das mit dem Furz (ja, richtig gelesen!). Erkläre Deinem Kind, dass wenn jemand verbal &#8222;furzt&#8220;, es diesen Furz nicht einatmen muss. Dieses Bild sorgt oft für Lachen und bleibt im Gedächtnis. Ich habe es meinem Kleinen gesagt und er hat sich schlapp gelacht. Seitdem benutzen wir dieses Bild sehr oft.</p>
<h3 id="staerken-und-faehigkeiten-hervorheben"><b>Stärken und Fähigkeiten hervorheben</b></h3>
<p>Hilf Deinem Kind, seine eigenen Stärken zu erkennen. Macht eine Liste der Dinge, die es gut kann. Ob es schnell rennen, gut singen oder schreiben kann – all diese Dinge zeigen, dass es keineswegs dumm ist.</p>
<h2 id="verantwortung-fuer-eigene-gefuehle-uebernehmen"><b>Verantwortung für eigene Gefühle übernehmen</b></h2>
<p>Es ist auch wichtig, Deinem Kind zu erklären, dass jeder Mensch für seine eigenen Gefühle verantwortlich ist. Wenn jemand verletzende Dinge sagt, hat das oft mehr mit den Problemen des anderen zu tun als mit dem eigenen Wert. Hier liegt der Kern der emotionalen Resilienz.</p>
<h2 id=""></h2>
<p>Es ist unvermeidlich, dass Deine Kinder Glaubenssätze entwickeln. Doch als Mutter oder Vater kannst Du ihnen die Werkzeuge geben, um diese Überzeugungen zu hinterfragen und zu ändern. Zeige ihnen, dass sie wertvoll und geliebt sind, unabhängig von den Worten oder Meinungen anderer.</p>
<p>Und denke daran, die Stärke unserer Kinder zu fördern und ihre Selbstwahrnehmung positiv zu beeinflussen, ist eine der wertvollsten Gaben, die wir ihnen mit auf den Weg geben können.</p>
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