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	<title>Henriette Mathieu | Henriette Mathieu - Mutter-Burnout Coach &amp; Podcasterin</title>
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	<description>Aus dem Überlebensmodus zurück ins Leben</description>
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	<title>Henriette Mathieu | Henriette Mathieu - Mutter-Burnout Coach &amp; Podcasterin</title>
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		<title>Aus der Praxis: Steht dein Kind auf seinem Platz im Familiensystem?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Henriette Mathieu]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jul 2026 12:38:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bedürfnisorientierte Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Hast du dich schon einmal gefragt, ob du am richtigen Platz im Familiensystem stehst? Sei es in dem System, in das du hineingeboren wurdest, oder das System, in dem du gerade lebst mit deinen Kindern und Partner. Wenn ein Kind besonders auffällig ist, sei es im Verhalten, dass es aggressiv ist, die anderen Geschwister [&#8230;]]]></description>
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<p>Hast du dich schon einmal gefragt, ob du am richtigen Platz im Familiensystem stehst? Sei es in dem System, in das du hineingeboren wurdest, oder das System, in dem du gerade lebst mit deinen Kindern und Partner.</p>
<p>Wenn ein Kind besonders auffällig ist, sei es im Verhalten, dass es aggressiv ist, die anderen Geschwister ärgert, sehr viel Aufmerksamkeit braucht und die Eltern sich fragen: Was ist denn da los? Ganz oft hat das mit dem richtigen Platz im System zu tun.</p>
<h2 id="wenn-wir-nicht-an-unserem-platz-sind">Wenn wir nicht an unserem Platz sind</h2>
<p>Wenn wir nicht an unserem Platz sind, dann stehen wir nicht sicher. Du wirst merken: Wenn da etwas im System falsch läuft, jemand an seinem falschen Platz ist, dann stört es das ganze System.</p>
<h3 id="dein-platz-im-ursprungssystem">Dein Platz im Ursprungssystem</h3>
<p>Schau einmal auf deinen Platz in dein Ursprungssystem. Welchen Platz hast du eingenommen? Warst du das erste Kind, das zweite, das dritte?</p>
<p>Und ganz wichtig: Schau auch auf diejenigen Kinder, die ausgeschlossen wurden, weil sie nicht leben durften. Fehlgeburten, Abtreibungen, verlorene Zwillinge, auch Kinder, die weggegeben wurden. All das hat eine große Auswirkung auf unser Familiensystem.</p>
<p>Wenn vor dir eine Abtreibung war oder ein Kind tot geboren wurde, dann macht das etwas im System. Dann ist es wichtig, dass wir dorthin schauen. Denn all das sind Mitglieder des Familiensystems und die gehören betrachtet, gesehen und nicht ausgeschlossen.</p>
<h2 id="die-geschwisterordnung-jedes-kind-hat-seinen-platz">Die Geschwisterordnung: Jedes Kind hat seinen Platz</h2>
<p>Jedes Kind nimmt einen Platz ein. In einer bestimmten Rangfolge. Hierarchie bedeutet hier chronologisch: Wer wurde zuerst geboren. Die Großen kommen zuerst, die Kleinen danach.</p>
<p>An jeder Stelle im System entwickelt sich eine andere Persönlichkeit. Das erste Kind hat mehr Verantwortung. Das zweite Kind ist oft der kleine Clown mit Narrenfreiheit.</p>
<h3 id="das-sandwich-kind-besonders-gefaehrdet">Das Sandwich-Kind: Besonders gefährdet</h3>
<p>Wenn da drei Kinder sind, wird das zweite Kind von seinem Platz des Jüngsten vertrieben. Es gibt ein jüngeres Kind.</p>
<p>Das Sandwich-Kind nimmt einen Platz ein, der nicht so ganz einfach ist. Es war eine Zeit lang das jüngste Kind mit Narrenfreiheit. Danach wurde es zum großen Bruder oder zur großen Schwester. Es wird auf einmal zum Großen und gleichzeitig zum Kleinen.</p>
<p>Das löst gerade bei diesen mittleren Kindern ganz viel Unsicherheit aus, weil sie nicht so richtig wissen: Bin ich jetzt groß oder bin ich klein. Deswegen ist es wichtig, dass diese Kinder begleitet werden.</p>
<p>Deswegen heißt es so oft: Das Sandwich-Kind macht immer Probleme, ist oft verhaltensauffälliger. Genau aus diesem Grund, weil sie nicht wissen: Wo ist mein Platz, wer bin ich eigentlich?</p>
<h3 id="wenn-der-partner-zum-dritten-kind-wird">Wenn der Partner zum dritten Kind wird</h3>
<p>Ich merke ganz oft, dass der männliche Partner sich rauszieht, flieht in die Arbeit, ins Hobby, sich nicht einbringt oder tatsächlich zum dritten Kind wird. Und die Frau dann das Gefühl hat: Man muss sich hier alles alleine machen, er übernimmt keine Verantwortung mehr. Der benimmt sich nicht wie der Vater der Familie.</p>
<p>Das hängt ganz oft damit zusammen, dass die Frau nicht auf ihrem Platz ist, sondern sich auf den Platz des Mannes gestellt hat. Natürlich unbewusst.</p>
<p>Viele Frauen merken dann erst: Krass, ich stehe gar nicht auf meinem Platz. Ich bin auf dem Platz meines Partners. Und was kann der Partner dann nur machen? Er kann zum Kind werden oder er flieht. Im schlimmsten Fall trennt er sich, weil er keinen Platz mehr in dieser Familie sieht.</p>
<h2 id="praktische-tipps-so-findet-jeder-seinen-platz">Praktische Tipps: So findet jeder seinen Platz</h2>
<h3 id="die-feste-sitzordnung-am-tisch">Die feste Sitzordnung am Tisch</h3>
<p>Ich empfehle ganz oft, dass ihr eine Sitzordnung macht. Die Erfahrung zeigt, dass es ganz viel mit der Familie macht, wenn jeder einen festen Platz am Tisch hat.</p>
<p><strong>So funktioniert es:</strong> Rechts sitzt der Mann, links die Frau und neben der Frau links das erste Kind, dann das zweite, das dritte. Ausnahme ist nur ein kleines Baby, das noch gefüttert werden muss.</p>
<p>Dann kommt oft die Rückfrage: Das gibt doch nur Chaos zwischen den Geschwistern. Deswegen setzen wir unseren Mittleren zwischen uns. Und dann sage ich: Nee, das ist nicht clever. Der Mittlere gehört nicht zwischen dich und deinen Mann. Der ist dein zweites Kind, also muss er an den Platz des zweiten Kindes.</p>
<h3 id="was-am-anfang-passiert">Was am Anfang passiert</h3>
<p>Am Anfang kann es sein, dass die Kinder sich kabbeln. Aber aus meiner Erfahrung verbünden sich die Geschwister irgendwann, weil sie auf einer Seite sind, nämlich die Kleinen. Und dann beruhigt sich das System. Das kann ein paar Wochen dauern.</p>
<p>Bei uns hat es eine Weile gedauert. Die waren in der Rebellion. Wir haben das spielerisch eingeführt: Das ist wie am Königshof, da ist der König, die Königin und die Prinzessin auf der anderen Seite.</p>
<p>Und mittlerweile wird es nicht mehr hinterfragt. Jeder liebt seinen Platz und weiß genau, wohin er gehört. Auch wenn eine Person fehlt, bleibt dieser Platz leer. Das betont, dass jeder seinen Platz im Familiensystem hat.</p>
<h2 id="weitere-symbolische-moeglichkeiten">Weitere symbolische Möglichkeiten</h2>
<p><strong>Schlafenszeiten:</strong> Der Große darf ein bisschen später schlafen. Das gibt ihm symbolisch das Gefühl, länger aufbleiben zu dürfen, weil er der Ältere ist.</p>
<p><strong>Reihenfolge beim Essen:</strong> Der Größte kriegt zuerst die Nudeln, danach der Zweite, danach der Dritte.</p>
<p><strong>Im Auto:</strong> Der Große vorne, die Kleinen hinten.</p>
<p>Dass den Kindern immer wieder vor Augen geführt wird: Okay ich bin der Zweite, ich krieg als Zweites. Das gibt Sicherheit und Orientierung.</p>
<h2 id="warum-das-so-wichtig-ist">Warum das so wichtig ist</h2>
<p>Das ist wichtig für die Kinder, diese Hierarchie durch die Altersrangfolge. Das gibt Sicherheit und Orientierung.</p>
<p>Und da sind wir beim Nervensystem. Denn unser Nervensystem braucht Sicherheit und Orientierung. Wenn wir nicht an unserem Platz sind, merkt unser Nervensystem das und fühlt sich wie auf einer wackelnden Eisscholle. Wackelig, unsicher.</p>
<p>Dann kannst du schauen: Wie fühle ich mich in der Familie? Bin ich auf dem Platz des Mannes, weil ich alles organisiere und plane? Übernehme ich das gesamte Familienmanagement?</p>
<p>Und dann überleg: Wie kannst du den Mann wieder ins Boot holen, dass er diese Rolle als Vater einnehmen kann.</p>
<p><strong>Brauchst du Unterstützung bei der Ordnung im Familiensystem?</strong><br />
Im <a href="https://henriettemathieu.com/einzelcoaching/">Einzelcoaching</a> schauen wir gemeinsam, wo jeder in deiner Familie wirklich hingehört und wie du wieder auf deinen Platz kommst. Denn wenn jeder seinen Platz kennt, findet das ganze System zu mehr Ruhe und Sicherheit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mehr zum Thema <a href="https://henriettemathieu.com/patchwork-und-familiensystem/">Familiensystem bei Patchwork Familien</a> findest du in diesem Artikel.</p>
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		<title>Funktionieren oder sein? Wie du deine alten Muster loslässt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Henriette Mathieu]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jul 2026 12:36:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstfürsorge]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; &#160; Was passiert, wenn ich aufhöre zu funktionieren? Werde ich dann noch geliebt? Das ist keine abstrakte philosophische Frage. Das ist die Frage, die viele von uns nachts wachhält, auch wenn wir sie vielleicht nie so klar formulieren würden. Sie steckt in dem Zögern, bevor wir Nein sagen. In der Angst, loszulassen, was uns [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>Was passiert, wenn ich aufhöre zu funktionieren?</p>
<p>Werde ich dann noch geliebt?</p>
<p>Das ist keine abstrakte philosophische Frage. Das ist die Frage, die viele von uns nachts wachhält, auch wenn wir sie vielleicht nie so klar formulieren würden. Sie steckt in dem Zögern, bevor wir Nein sagen. In der Angst, loszulassen, was uns so lange getragen hat. In diesem Gefühl, das sich meldet, wenn wir an Veränderung denken: <em>Und wenn danach nichts mehr von mir übrig ist?</em></p>
<p>Eine Frau, nennen wir sie Hildegard, hat mir diese Frage in einem ersten Gespräch gestellt. Wir hatten noch gar nicht miteinander gearbeitet, und trotzdem hat sie mich so getroffen, dass ich ihr eine ganze Folge gewidmet habe.</p>
<h2 id="das-muster-das-hildegard-retten-musste">Das Muster, das Hildegard retten musste</h2>
<p>Hildegard ist eine sehr gute Angestellte. Effizient, schnell, verlässlich. Sie bekommt viel Wertschätzung für das, was sie leistet. Und gleichzeitig merkt sie: Ihre Tochter ist ständig übererregt, hibbelig, kommt nicht zur Ruhe. Und Hildegard ahnt, dass es mit ihr zusammenhängt.</p>
<p>Sie sagt: <em>„Ich weiß, dass das Muster von mir ausgeht. Aber ich möchte es gar nicht ablegen. Denn was passiert dann? Dann werde ich nicht mehr so geliebt. Dann bin ich nicht mehr die gute Kollegin, die alle von mir erwarten.&#8220;</em></p>
<p>Diese Angst ist vollkommen verständlich. Weil das Muster, das Hildegard sich angeeignet hat, zu funktionieren, zu performen, schnell zu sein, die eigenen Bedürfnisse hinten anzustellen, ihr in der Kindheit etwas sehr Wichtiges gebracht hat: Wertschätzung. Gesehen-Werden. Verbindung.</p>
<p>Das ist kein Charakterzug. Das ist eine Anpassung. Eine Anpassung, die das Nervensystem irgendwann beschlossen hat, weil sie funktioniert hat. Weil sie sicher war.</p>
<h2 id="nicht-das-selbst-verschwindet-die-maske-faellt">Nicht das Selbst verschwindet. Die Maske fällt.</h2>
<p>Es gibt diese Angst: Wenn ich meine Muster loslasse, was bleibt dann noch übrig?</p>
<p>Und ich glaube, diese Angst entsteht, weil wir so lange mit unseren Mustern identifiziert sind, dass wir nicht mehr wissen, wer darunter steckt. Die Maske fühlt sich wie das Gesicht an.</p>
<p>Aber Muster loszulassen bedeutet nicht, sich selbst zu verlieren. Es bedeutet das Gegenteil: Es ist der Beginn, sich selbst zu finden. Zum ersten Mal wirklich spürbar zu werden. Diese Person, die hinter den Schutzmechanismen stand und all die Jahre darauf gewartet hat, gesehen zu werden.</p>
<p>Das klingt vielleicht groß. Aber es ist im Grunde ganz konkret: Was magst du wirklich? Was brauchst du wirklich? Was würdest du tun, wenn niemand bewertet? Wer bist du, wenn du nicht funktionieren musst?</p>
<p>Das sind keine einfachen Fragen. Aber es sind die richtigen.</p>
<h2 id="wer-wurde-vorher-eigentlich-geliebt">Wer wurde vorher eigentlich geliebt?</h2>
<p>Das ist die Frage, die ich Hildegard zurückgegeben habe.</p>
<p>Wenn du funktionierst und dafür geliebt wirst, wer wird dann geliebt? Du? Oder deine Funktion?</p>
<p>Das klingt hart. Aber es ist eine wichtige Unterscheidung. Deine Effizienz wird geschätzt. Deine Schnelligkeit wird gelobt. Deine Anpassungsfähigkeit wird gebraucht. Aber bist das du? Oder ist das die Schutzstrategie, die du entwickelt hast, um sicher zu sein?</p>
<p>Unsere Gesellschaft braucht Menschen, die funktionieren. Die sich kümmern, die zurückstecken, die weitermachen. Das System ist auf People Pleaser angewiesen. Und genau deshalb wird diese Rolle so oft bestätigt und gelobt.</p>
<p>Aber eine echte Beziehung, zu anderen und zu sich selbst, muss auch Langsamkeit aushalten. Auch Bedürfnisse. Auch Grenzen. Auch das Nein.</p>
<p>Die wirkliche Frage ist also nicht: Werde ich noch geliebt, wenn ich aufhöre zu funktionieren? Die wirkliche Frage ist: Wer wird dann sichtbar? Und war das nicht die ganze Zeit der Mensch, der wirklich gesehen werden wollte?</p>
<h2 id="warum-wir-trotz-erkenntnis-nicht-in-die-umsetzung-kommen">Warum wir trotz Erkenntnis nicht in die Umsetzung kommen</h2>
<p>Das höre ich so oft. <em>„Ich habe es verstanden. Ich weiß, woher das kommt. Aber ich kann es trotzdem nicht ändern.&#8220;</em></p>
<p>Und das ist kein Versagen. Das ist Nervensystem.</p>
<p>Veränderung bedeutet Unsicherheit. Und Unsicherheit bedeutet für das Nervensystem: Gefahr. Selbst wenn diese Veränderung gut für uns wäre, selbst wenn wir sie wollen, der Körper kennt nur das Alte. Das Alte ist vertraut. Das Vertraute ist sicher.</p>
<p>Hochfunktionalität ist oft eine Stresskompetenz. Das ständige Funktionieren, das Performieren, das In-Bewegung-Bleiben, das fühlt sich sicher an. Wenn wir verlangsamen, wenn wir Pause machen, wenn wir loslassen, dann entsteht eine Leere. Und diese Leere fühlt sich für viele Menschen bedrohlich an. So als würde etwas wegbrechen.</p>
<p>Das ist der Moment, in dem das Nervensystem sagt: <em>Nein, bitte nicht. Das kenne ich nicht. Das ist nicht sicher.</em></p>
<p>Und genau deswegen scheitert Veränderung nicht am Willen. Sie scheitert daran, dass der Körper noch nicht weiß, dass es sicher ist.</p>
<h2 id="was-du-tun-kannst-ganz-kleinschrittig">Was du tun kannst, ganz kleinschrittig</h2>
<p>Es geht nicht darum, von heute auf morgen eine andere Person zu werden. Es geht darum, dem Nervensystem beizubringen, dass Langsamkeit sicher ist. Dass Pause sicher ist. Dass du ohne Funktion trotzdem existieren darfst.</p>
<p>Das geht in kleinen Schritten. Manchmal wirklich winzigen.</p>
<p>Hildegard habe ich vorgeschlagen: Geh auf der Arbeit ab und an kurz auf die Toilette. Nicht um auf das Handy zu schauen. Sondern um zwei Minuten lang einfach zu atmen. Dich zu schütteln. Die Schmetterlingsumarmung zu machen, also die Arme über der Brust kreuzen und abwechselnd auf die Oberarme klopfen. Den Körper kurz aus dem Funktionsmodus zu holen.</p>
<p>Das klingt klein. Das ist klein. Und trotzdem beginnt genau dort das Umprogrammieren. Weil der Körper lernt: Auch wenn ich nicht funktioniere, passiert nichts Schlimmes. Ich bin immer noch hier und ich bin immer noch sicher.</p>
<p>Und mit der Zeit weitet sich das. Das Toleranzfenster wird größer. Die Pausen werden länger. Das Loslassen wird leichter.</p>
<h2 id="was-fuer-deine-kinder-auf-dem-spiel-steht">Was für deine Kinder auf dem Spiel steht</h2>
<p>Das hier ist mir noch wichtig zu sagen, weil ich weiß, dass viele von euch das als Motivation brauchen, die stärker ist als die eigene.</p>
<p>Deine Muster übertragen sich. Nicht als Absicht, nicht als Schuld, sondern ganz einfach durch deine Präsenz, durch das, was dein Nervensystem ausstrahlt, durch das, was dein Kind täglich erlebt und lernt, was normal ist.</p>
<p>Wenn du immer funktionierst, lernt dein Kind: Man muss funktionieren, um geliebt zu werden.</p>
<p>Wenn du beginnst, du selbst zu sein, lernst du selbst, lernst dein Kind mit: Man darf so sein, wie man ist.</p>
<p>Das ist vielleicht der tiefste Grund, warum diese Arbeit so wichtig ist. Nicht nur für dich. Für die nächste Generation.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wenn du merkst, dass diese Fragen etwas in dir berühren, und du nicht weißt, wo du anfangen sollst, dann melde dich gerne für ein <a href="https://calendly.com/henriettemathieu/30min?month=2026-02" target="_blank" rel="noopener">kostenloses Klarheitsgespräch</a>. Wir schauen gemeinsam, was gerade in dir vorgeht und was der nächste kleine Schritt für dich sein könnte.</p>
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		<title>Der Streit meiner Kinder stresst mich so sehr &#8211; Was kann ich tun?</title>
		<link>https://henriettemathieu.com/geschwisterstreit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Henriette Mathieu]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jul 2026 12:31:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bedürfnisorientierte Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Können die nicht einfach mal friedlich miteinander spielen? Was habe ich bloß falsch gemacht, dass die immer streiten müssen? Ich halte das nicht mehr aus. Wenn du dich in diesen Sätzen erkennst, dann weißt du: Geschwisterstreit ist nicht einfach nervig. Er trifft etwas viel Tieferes in uns. Er bringt uns an unsere Grenzen, manchmal [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
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<p>Können die nicht einfach mal friedlich miteinander spielen?</p>
<p>Was habe ich bloß falsch gemacht, dass die immer streiten müssen?</p>
<p>Ich halte das nicht mehr aus.</p>
<p>Wenn du dich in diesen Sätzen erkennst, dann weißt du: Geschwisterstreit ist nicht einfach nervig. Er trifft etwas viel Tieferes in uns. Er bringt uns an unsere Grenzen, manchmal über sie hinaus. Und er löst Gefühle aus, die uns selbst erschrecken.</p>
<p>In dieser Folge des Podcasts war das Thema von so vielen Müttern und Vätern gewünscht worden, dass ich gar nicht gezählt habe. In meiner Austauschgruppe schrieb eine und dahinter kamen sofort: *Mir geht es genauso. Ich flippe aus. Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll.*</p>
<p>Lass uns genauer hinschauen. Auf das, was in den Kindern passiert. Und auf das, was in dir passiert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2 id="was-in-den-kindern-wirklich-vorgeht">Was in den Kindern wirklich vorgeht</h2>
<p>Kinder streiten nicht absichtlich. Sie streiten nicht, um dich zu ärgern, um dich zu provozieren, um zu zeigen, dass du als Mutter irgendwie versagt hast.</p>
<p>Sie streiten, weil ihr Nervensystem Gefahr spürt.</p>
<p>Das klingt groß für einen Streit ums Spielzeug. Aber genau das passiert: Wenn ein zweijähriges Kind sein Lieblingsspielzeug in der Hand hält und der große Bruder es ihm wegnehmen will, dann ist das für dieses Kind so, als würde jemand etwas aus ihm selbst herausreißen. Das Spielzeug ist in diesem Alter noch fast ein Teil des eigenen Ichs. Die Grenze wird überschritten. Das Ego wird verletzt. Das Nervensystem schaltet auf Alarm.</p>
<p>Und dann passiert das, was immer passiert, wenn das Nervensystem Gefahr spürt: Kampf oder Flucht. Angriff oder Rückzug. Schlagen, beißen, schreien oder weglaufen.</p>
<p>Das ist keine böse Absicht. Das ist Biologie. Neurobiologie, genau genommen. Im Körper werden Stresshormone ausgeschüttet, der Sympathikus springt an, biochemische Prozesse laufen ab, die das Kind nicht steuern kann.</p>
<p>Das kindliche Gehirn ist schlicht noch nicht in der Lage, Konflikte wirklich zu lösen. Das ist ein langer, langer Lernprozess. Wir als Erwachsene wissen das oft selbst, wie schwer echte Konfliktfähigkeit ist. Ich selbst habe Konflikte jahrelang gemieden, einfach den Kopf eingezogen und lieber nichts gesagt. Nicht weil ich faul war, sondern weil ich es nie gelernt hatte.</p>
<p><strong>Das Mantra, das hilft:</strong> Mein Kind streitet nicht, weil es streiten möchte. Es streitet, weil sein Nervensystem gerade eine Bedrohung spürt und darauf reagiert.</p>
<h2 id="wenn-der-streit-der-kinder-dich-ueberflutete">Wenn der Streit der Kinder dich überflutete</h2>
<p>Jetzt zum eigentlich spannenden Teil. Denn die Frage ist nicht nur: Was passiert in den Kindern? Die Frage ist: Was passiert in dir?</p>
<p>Warum bringt dich der Geschwisterstreit so an deine Grenzen? Warum springt dein Herz, wenn du das Geschrei hörst? Warum fühlst du dich schuldig, ohnmächtig, wütend, hilflos, alles gleichzeitig?</p>
<p>Das hat sehr selten ausschließlich mit dem Streit deiner Kinder zu tun.</p>
<p>Menschen, die mit People Pleasing aufgewachsen sind, haben oft eine tiefe Angst vor Konflikten. Konflikte wurden in der Kindheit als Gefahr erlebt. Vielleicht haben die Eltern gestritten und du hast nicht gewusst, was das bedeutet. Vielleicht wurde Harmonie in deiner Familie groß geschrieben und Streit war etwas Verbotenes, Gefährliches, etwas, das Liebe kosten konnte. Vielleicht gab es einen Vater, dessen Wut dich in eine stille Alarmbereitschaft versetzt hat.</p>
<p>Und jetzt, wenn deine Kinder streiten, rutschst du zurück in genau dieses alte Gefühl von damals. Du rutschst in die Ohnmacht des Kindes von früher, das nicht wusste, was gleich passiert, das sich verantwortlich gefühlt hat, das gemacht hat und gemacht hat, damit Harmonie wieder einkehrt.</p>
<p>Das heißt: Der Streit deiner Kinder ist oft der Auslöser. Aber das Gefühl, das er in dir auslöst, das gehört dir. Das kommt aus deiner Geschichte.</p>
<p>Das ist keine Anklage. Das ist eine Einladung, hinzuschauen. Denn wenn du das verstehst, kannst du aufhören, dich für die Reaktionen deiner Kinder verantwortlich zu fühlen. Du kannst aufhören zu denken: Was habe ich falsch erzogen? Und du kannst anfangen zu fragen: Was passiert gerade in mir?</p>
<h2 id="das-volle-stressfass">Das volle Stressfass</h2>
<p>Noch etwas, das ich oft beobachte: Geschwisterstreit eskaliert häufig dann, wenn die Kinder schon lange am Limit sind.</p>
<p>Stell es dir wie ein Fass vor. Den ganzen Tag füllt sich dieses Fass, im Kindergarten, in der Schule, bei Nachmittagsterminen, in Hektik und Zeitdruck. Die Nervensysteme der Kinder sind erschöpft, überreizt, voll. Und abends, wenn der Bruder das Spielzeug wegnimmt, dann läuft das Fass über.</p>
<p>Das Problem ist nicht das Spielzeug. Das Problem ist, dass das Fass schon so voll war, dass es keine Kapazität mehr hatte.</p>
<p>Das bedeutet auch: Wenn du merkst, dass der Streit besonders häufig abends vorkommt, nach langen Kindergarten- oder Schultagen, dann lohnt sich die Frage: Haben meine Kinder genug Entlastung? Genug Ruhe? Genug Zeit, um das Stressfass zwischendurch zu leeren?</p>
<h2 id="was-wirklich-hilft-deine-haltung-vor-deinen-worten">Was wirklich hilft: Deine Haltung vor deinen Worten</h2>
<p>Es gibt keinen Drei-Schritte-Plan, der Geschwisterstreit für immer auflöst. Das möchte ich ehrlich sagen.</p>
<p>Aber es gibt etwas, das einen riesigen Unterschied macht: deine Haltung, bevor du irgendetwas tust oder sagst.</p>
<p>Wenn du mit dem Gedanken <em>Können die nicht mal aufhören, warum schon wieder, wer ist diesmal Schuld</em> in den Streit gehst, wirst du ihn meistens verschlimmern. Nicht weil du etwas Falsches sagst, sondern weil dein Nervensystem den Streit als Bedrohung behandelt, und das spüren die Kinder sofort.</p>
<p>Wenn du jedoch mit der Haltung eingehst: <em>Hier sind zwei Nervensysteme, die gerade Gefahr spüren und Hilfe brauchen</em>, dann kannst du Co-Regulation anbieten. Du wirst zum sicheren Hafen, nicht zur weiteren Eskalation.</p>
<h2 id="was-du-konkret-tun-kannst">Was du konkret tun kannst</h2>
<p>Bevor du eingreifst: Kurz bei dir einchecken. Füße auf den Boden spüren, eine Hand aufs Herz legen, einmal tief ausatmen. Dir innerlich sagen: Das ist ihr Streit. Ich trenne ihn von meiner alten Geschichte.</p>
<p>Dann beobachten, nicht sofort eingreifen. Kinder brauchen den Raum, um zu lernen, mit Konflikten umzugehen. Das ist soziale und emotionale Entwicklung. Manchmal lösen sie es selbst, wenn wir sie lassen.</p>
<p>Wenn es schlimmer wird oder du eingreifen musst: Ruhig, klar, zugewandt. Nicht: <em>Hört endlich auf!</em> Sondern: <em>Ich sehe, hier gibt es einen Konflikt. Ich helfe euch jetzt dabei.</em> Du trennst, du gibst Orientierung, du bleibst präsent. Keine Anklage, kein Urteil, keine Moralpredigt.</p>
<p>Das ist Führung. Und genau das brauchen dysregulierte Nervensysteme: einen ruhigen, klaren Erwachsenen, der die Lage hält, ohne selbst zu eskalieren.</p>
<h2 id="was-das-alles-mit-dir-zu-tun-hat">Was das alles mit dir zu tun hat</h2>
<p>Das Einzige, was du wirklich verändern kannst, ist dein eigener Zustand, wenn der Streit losgeht.</p>
<p>Und das beginnt nicht im Moment des Streits. Das beginnt in der Arbeit an deinem eigenen Nervensystem, an deinen eigenen Kindheitsmustern, an deiner eigenen Geschichte mit Konflikten.</p>
<p>Die gute Nachricht: Das geht. In kleinen Schritten, mit etwas Unterstützung.</p>
<p>Wenn du merkst, dass der Geschwisterstreit immer wieder tiefe Gefühle in dir auslöst, Hilflosigkeit, Wut, Schuld, Scham, dann ist das ein Hinweis, dass da etwas auf dich wartet, das angeschaut werden möchte. Nicht als Last, sondern als Einladung.</p>
<p>Melde dich gerne für ein <a href="https://calendly.com/henriettemathieu/30min" target="_blank" rel="noopener">kostenloses Klarheitsgespräch</a> bei mir. Wir schauen gemeinsam, was bei dir gerade los ist und wo du anfangen kannst.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Warum deine Kinder WIRKLICH streiten! Bedürfnisse verstehen &#038; Nervensystem regulieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Henriette Mathieu]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jul 2026 12:29:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bedürfnisorientierte Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; &#160; Geschwisterstreit ist kein Charakterproblem. Es ist auch kein Erziehungsfehler. Es ist ein Symptom. Und wenn wir verstehen, wofür es ein Symptom ist, verändert sich nicht nur, wie wir auf den Streit reagieren. Es verändert auch, wie wir unsere Kinder sehen. Das ist der zweite Teil zum Thema Geschwisterstreit. Im ersten Teil haben wir [&#8230;]]]></description>
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<p>&nbsp;</p>
<p>Geschwisterstreit ist kein Charakterproblem. Es ist auch kein Erziehungsfehler. Es ist ein Symptom. Und wenn wir verstehen, wofür es ein Symptom ist, verändert sich nicht nur, wie wir auf den Streit reagieren. Es verändert auch, wie wir unsere Kinder sehen.</p>
<p>Das ist der zweite Teil zum Thema Geschwisterstreit. Im ersten Teil haben wir angeschaut, was in den Kindern neurobiologisch passiert und warum uns der Streit so stark triggert. Heute geht es tiefer: in die Bedürfnisse, in die Entwicklungsphasen und in das Familiensystem.</p>
<h2 id="konflikte-sind-kein-fehler-sie-sind-entwicklung">Konflikte sind kein Fehler. Sie sind Entwicklung.</h2>
<p>Zuerst möchte ich etwas sagen, das ich wirklich meine: Wir wünschen uns alle, dass unsere Kinder als Erwachsene für sich einstehen können. Dass sie Grenzen setzen, Nein sagen, ihre Meinung vertreten, aus schwierigen Situationen herausgehen können.</p>
<p>Das lernen sie nicht in der Theorie. Das lernen sie in echten Konflikten. Mit echten Gefühlen. Mit echten Konsequenzen.</p>
<p>Geschwisterstreit ist also nicht das Problem. Er ist der Übungsraum. Natürlich können Kinder das nicht alleine meistern, ihr Nervensystem und ihr Gehirn sind dafür noch nicht ausgerichtet. Je jünger sie sind, desto mehr brauchen sie uns als Begleitung. Aber der Konflikt selbst? Der hat seinen Platz.</p>
<h2 id="was-hinter-dem-streit-steckt-unerfuellte-beduerfnisse">Was hinter dem Streit steckt: unerfüllte Bedürfnisse</h2>
<p>Wenn wir Geschwisterstreit verstehen wollen, müssen wir fragen: Was wird hier gerade nicht erfüllt?</p>
<p>Bedürfnisse verändern sich mit dem Alter. In jeder Entwicklungsphase stehen andere Bedürfnisse im Vordergrund. Und wenn diese Bedürfnisse zu kurz kommen, wenn sie nicht gesehen oder nicht erfüllt werden, kann das einen langen Schatten werfen. Manchmal bis weit in die Kindheit hinein, manchmal sogar darüber hinaus.</p>
<h3 id="die-fruehe-autonomiephase-sicherheit-und-kontrolle">Die frühe Autonomiephase: Sicherheit und Kontrolle</h3>
<p>Rund um eineinhalb bis zwei Jahre entdeckt das Kind: Ich bin ich. Ich habe einen eigenen Willen. Ich möchte mitbestimmen. In dieser Phase geht es zuallererst um Sicherheit und Orientierung. Das kindliche Nervensystem braucht das wie Luft zum Atmen.</p>
<p>Wenn dieses Sicherheitsgefühl fehlt, versucht das Kind, Kontrolle herzustellen. Das rote Hemd, nicht das blaue. Diese Straße, nicht die andere. Das bin ich, das ist meins. Was von außen wie Sturheit aussieht, ist oft der Versuch, sich in einer unsicheren Welt ein Stück Boden unter den Füßen zu sichern.</p>
<p>Und genau in diesem Alter werden häufig Geschwisterkinder geboren. Zwei, drei Jahre alt, mitten in der Autonomiephase, und plötzlich ist da jemand, der die gesamte Aufmerksamkeit bekommt. Das Bedürfnis nach Sicherheit und Gerechtigkeit trifft auf die Realität, zu kurz zu kommen.</p>
<p>Das kann sich einschreiben. Als Körpererinnerung, als Glaubenssatz: Ich komme immer zu kurz. Ich werde immer übergangen. Das ist immer ungerecht. Und dieser Satz kann noch mit sechzehn Jahren wirksam sein, auch wenn das Kind schon längst vergessen hat, woher er kommt.</p>
<h3 id="zugehoerigkeit-und-verstandenwerden">Zugehörigkeit und Verstandenwerden</h3>
<p>Mit zunehmendem Alter wird ein anderes Bedürfnis lauter: das Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Gehöre ich dazu? Werde ich gesehen? Zählt meine Meinung?</p>
<p>Wenn Kinder sagen <em>„Du bist blöd&#8220;</em>, dann meinen sie damit selten wirklich, dass der andere blöd ist. Hinter dem Angriff steckt oft: <em>„Du kannst etwas, was ich noch nicht kann. Du hast etwas, was ich nicht habe. Und ich habe Angst, nicht dazuzugehören.&#8220;</em> Die Sprache wird zur Waffe, weil die Worte für das eigentliche Gefühl noch fehlen.</p>
<h3 id="recht-unrecht-und-eigene-meinung">Recht, Unrecht und eigene Meinung</h3>
<p>Ab der Grundschulzeit, besonders rund um die dritte und vierte Klasse, entwickeln Kinder ein tieferes Gefühl für Gerechtigkeit und beginnen, eigene Meinungen zu bilden. Eltern und Lehrerinnen werden nicht mehr unkritisch als Autorität gesehen. Die Kinder fangen an zu hinterfragen: Ist das fair? Warum gilt das für mich, aber nicht für den anderen?</p>
<p>Das ist keine Phase, die nervt. Das ist Entwicklung. Moralisches Denken, kritisches Hinterfragen, das Ausbilden einer eigenen Perspektive: Das sind genau die Fähigkeiten, die wir uns für unsere Kinder wünschen. Nur dass sie im Alltag eben manchmal laut und unbequem aussehen.</p>
<h2 id="der-platz-im-familiensystem">Der Platz im Familiensystem</h2>
<p>Hier möchte ich auf etwas eingehen, das ich in Coachings immer wieder beobachte und das viele unterschätzen.</p>
<p>Kinder brauchen einen klaren Platz im Familiensystem. Sie brauchen zu wissen: Ich bin hier. Das ist meins. Hier gehöre ich hin. Wenn dieser Platz unklar ist, wenn ein Kind unbewusst eine Rolle übernimmt, die nicht seine ist, zeigt das Familiensystem Symptome. Und diese Symptome sehen häufig aus wie Geschwisterstreit.</p>
<p>Ein älteres Kind, das zu viel Verantwortung übernimmt, das vermittelt, tröstet, organisiert. Ein Kind, das unbewusst auf den Platz des abwesenden Vaters rutscht. Ein Jüngeres, das wie ein Älteres behandelt wird. Wenn die Rangfolge durcheinandergerät, entsteht Unsicherheit. Und Unsicherheit führt zu Konflikt.</p>
<p>Was hilft: kleine, symbolische Handlungen, die jeden auf seinem Platz zeigen. Der Älteste darf etwas, das der Jüngere noch nicht darf. Nicht weil man zwischen Kindern unterscheidet, sondern weil man die Rangfolge anerkennt. Das eine Kind bekommt nicht das Gleiche wie das andere, sondern das, was es braucht. Gleichwertig, nicht gleich. Das ist ein wichtiger Unterschied.</p>
<p>Denn wenn ein Kind das Gefühl hat, zu kurz zu kommen, wird es immer wieder nach Aufmerksamkeit rufen, nach Zeit, nach einem Blick, nach Bestätigung. Das führt zu Konkurrenz. Und Konkurrenz führt zu Streit.</p>
<h2 id="das-uebervolle-stressfass">Das übervolle Stressfass</h2>
<p>Ich finde das Bild des <a href="https://henriettemathieu.com/geschwisterstreit/">Stressfasses</a> sehr treffend um zu verstehen was in Kindern vorgeht.</p>
<p>Kinder kommen nicht mit einem leeren Fass nach Hause. Im Kindergarten, in der Schule, in Nachmittagsterminen füllt sich dieses Fass den ganzen Tag. Konflikte mit Freunden, die sie uns nicht erzählen können, weil sie die Sprache dafür noch nicht haben. Kritik der Erzieherin. Ein Licht, das zu hell ist. Lärm, der zu viel ist. Hunger, Müdigkeit, Überreizung.</p>
<p>Und dann kommt der Abend. Das Spielzeug wird weggenommen. Das Fass läuft über.</p>
<p>Das gilt besonders für neurodivergente Kinder, also Kinder mit ADHS, Autismus oder anderen Verarbeitungsunterschieden. Ihr Nervensystem ist von Natur aus sensibler, die Schwelle für Reizüberflutung niedriger, die Impulskontrolle geringer. Was für ein neurotypisches Kind gar kein Problem ist, eine laute Klasse, helles Licht, viele gleichzeitige Eindrücke, kann für ein neurodivergentes Kind die Kapazität schon fast aufbrauchen, bevor der Tag zu Hause überhaupt beginnt.</p>
<p>Was hier hilft: wenige Worte, viel Nähe. Nicht erklären, nicht bewerten, nicht schimpfen. Einfach nur da sein. Einen Arm um die Schulter legen. Über den Rücken streichen. Oft merkt man, wie in diesem Moment etwas abfließt, weil das Nervensystem endlich einen sicheren Hafen findet.</p>
<h2 id="was-das-fuer-dich-bedeutet">Was das für dich bedeutet</h2>
<p>Geschwisterstreit ist also selten nur das, was auf der Oberfläche passiert. Dahinter stecken unerfüllte Bedürfnisse, Entwicklungsschritte, ein Familiensystem, das vielleicht gerade aus der Balance geraten ist, und Nervensysteme, die dringend Orientierung und Sicherheit brauchen.</p>
<p>Das Gute: Du musst das alles nicht auf einmal verstehen oder auf einmal lösen. Es reicht, mit ein bisschen mehr Neugier auf den nächsten Streit zu schauen. Nicht mit der Frage: Wer hat angefangen? Sondern mit: Was wurde hier gerade nicht erfüllt?</p>
<p>Und je regulierter dein eigenes Nervensystem ist, desto leichter wird es dir fallen, diese Neugier aufzubringen, anstatt sofort in den Alarm zu gehen.</p>
<p>Wenn du merkst, dass du bei diesem Thema tiefer einsteigen möchtest, ob in die Muster deiner Kinder, in deine eigenen Trigger oder in die Ordnung in deinem Familiensystem, melde dich gerne für ein <a href="https://calendly.com/henriettemathieu/30min" target="_blank" rel="noopener">kostenloses Klarheitsgespräch</a> bei mir. Wir schauen gemeinsam, wo der Hebel für euch liegt.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Warum du dir nicht erlaubst zu entspannen! Verstehe dein People Pleasing</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Henriette Mathieu]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 May 2026 11:10:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nervensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Kennst du das? Du legst dich auf das Sofa, versuchst eine Pause zu machen, und in dir drin ist dieses leise Unbehagen. Dein Partner räumt auf. Die Kinder streiten. Jemand ist schlecht drauf. Und du kannst nicht wirklich abschalten, weil du spürst: Hier stimmt noch etwas nicht. Hier ist noch keine Harmonie. Das ist [&#8230;]]]></description>
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<p>Kennst du das? Du legst dich auf das Sofa, versuchst eine Pause zu machen, und in dir drin ist dieses leise Unbehagen. Dein Partner räumt auf. Die Kinder streiten. Jemand ist schlecht drauf. Und du kannst nicht wirklich abschalten, weil du spürst: Hier stimmt noch etwas nicht. Hier ist noch keine Harmonie.</p>
<p>Das ist keine Faulheit und keine Überempfindlichkeit.</p>
<p>Es ist dein Nervensystem, das dir sagt: Solange andere unzufrieden sind, bist du nicht sicher.</p>
<h2 id="ein-ueberlebensmodus-mit-einem-namen">Ein Überlebensmodus mit einem Namen</h2>
<p>Das, was du da erlebst, hat einen Namen. Im englischen wird es <strong>Fawn Response</strong> genannt, oder <strong>Please and Peace</strong>. Es ist einer der vier klassischen Stressreaktionen des Nervensystems, neben Kampf, Flucht und Erstarren.</p>
<p>Und wie alle anderen Stressreaktionen auch:  Es ist keine Schwäche, sondern eine erlernte Überlebensstrategie, die dein Nervensystem irgendwann entwickelt hat, weil sie damals funktioniert hat.</p>
<p>Früh in deinem Leben hast du gelernt: Wenn andere unzufrieden sind, wird es gefährlich. Schlechte Laune bedeutete Schimpfen. Konflikte waren unberechenbar. Vielleicht gab es einen Vater, dessen Stimmung du schon an der Türklingel abzulesen versucht hast. Vielleicht war dein Zuhause ein Ort, an dem du nie wusstest, was als nächstes passiert.</p>
<p>Ich kenne dieses Gefühl gut aus meiner eigenen Kindheit. Dieses Hab-Acht-Gefühl. Bin ich noch sicher? Ziehe ich mich jetzt lieber zurück? Wenn ich nur allein davon erzähle, spüre ich noch heute, wie mein Nervensystem leise in diese Anspannung fällt.</p>
<p>Und genau dieses Nervensystem trägst du mit in dein Erwachsenenleben. In dein Muttersein, in deine Partnerschaft, in deinen Beruf.</p>
<h2 id="warum-du-nicht-auf-dem-sofa-sitzen-kannst-wenn-andere-arbeiten">Warum du nicht auf dem Sofa sitzen kannst, wenn andere arbeiten</h2>
<p>Es gibt noch eine Variante, die ich genauso oft höre: Du kannst dich nicht entspannen, wenn um dich herum jemand fleißig ist. Dein Partner räumt auf. Eine Kollegin schreibt noch E-Mails. Und du fühlst, wie sich innerlich etwas sträubt, einfach sitzen zu bleiben.</p>
<p>Auch das ist People Pleasing.</p>
<p>Denn darunter steckt derselbe Glaubenssatz: Ich bin gut genug, wenn ich leiste. Ich werde geliebt, wenn ich mich anpasse. Wenn ich nichts tue, bin ich zu viel. Oder zu wenig. Oder beides gleichzeitig.</p>
<p>Das Nervensystem hat nie gelernt, dass Pause sicher ist. Dass du sitzen darfst, ohne etwas zu tun. Ohne etwas zu beweisen und ohne dafür zu arbeiten, dass alle zufrieden sind.</p>
<h2 id="wie-das-in-beziehungen-aussieht">Wie das in Beziehungen aussieht</h2>
<p>Menschen im Fawn-Modus passen sich an, bevor der andere überhaupt etwas gefragt hat. Sie übernehmen Aufgaben, die nicht ihre sind. Sie sagen <em>passt schon</em> und <em>ich mache das schon</em> und <em>lass mal, ich kümmere mich darum</em>, auch wenn sie eigentlich erschöpft sind.</p>
<p>Sie entschuldigen sich für Dinge, die sie nicht getan haben. Einfach, damit der Konflikt aufhört.</p>
<p>Sie meiden Themen, die die Harmonie stören könnten. Auch wenn diese Themen wichtig wären.</p>
<p>Und wenn der Partner schlecht drauf ist, läuft im Hintergrund leise die Frage: Was kann ich tun, damit es ihm wieder besser geht? Was habe ich falsch gemacht?</p>
<p>Ich hatte erst kürzlich selbst so einen Moment. Ich hatte auf Instagram auf den Post einer Bekannten geantwortet, schnell, ohne groß nachzudenken. Sie hat nicht reagiert. Weder ein Herzchen, noch eine Antwort. Und ich habe mich danach wirklich lange gefragt: Was habe ich da geschrieben? Wie kann ich das wieder gutmachen? Hat sie das falsch verstanden?</p>
<p>Das war so ein Moment, wo ich richtig gemerkt habe: das ist People Pleasing. Diese Spirale des Ausgleichenwollens, die sich in meinem Kopf gedreht hat, obwohl von außen vielleicht gar nichts passiert war.</p>
<p>Ich habe dann keine besänftigende Nachricht geschrieben. Ich habe es einfach so gelassen. Und beim nächsten Mal überlege ich mir mehr, wie ich etwas formuliere. Das war&#8217;s. Kein Drama, kein langer Schaden, nur eine Erkenntnis.</p>
<h2 id="was-das-mit-deinem-nervensystem-macht">Was das mit deinem Nervensystem macht</h2>
<p>Das Problem ist nicht das einzelne Ja. Nicht die eine E-Mail, die du noch schnell beantwortet hast. Nicht der eine Nachmittag, an dem du keine Pause gemacht hast.</p>
<p>Das Problem ist, dass sich diese Muster zu einem Dauerzustand verdichten.</p>
<p>Dein Nervensystem ist permanent in erhöhter Wachsamkeit. Es scannt ständig: Ist jemand unzufrieden? Braucht jemand etwas? Ist gerade alles in Ordnung? Diese Hypervigilanz kostet enorm viel Energie. Sie erschöpft dich, ohne dass du es merkst, weil sie sich schon lange normal anfühlt.</p>
<p><strong>Wir brennen nicht aus, weil wir zu viel leisten. Wir brennen aus, weil wir uns zu lange verleugnen.</strong></p>
<p>Das ist der Satz, der mich am meisten berührt, wenn ich über dieses Thema spreche. Weil er so wahr ist. Und weil so viele Frauen, die ich kenne, sich in ihm wiederfinden.</p>
<h2 id="was-sicherheit-wirklich-bedeutet">Was Sicherheit wirklich bedeutet</h2>
<p>Echte Entspannung entsteht nicht, wenn alle anderen zufrieden sind. Echte Entspannung entsteht, wenn dein Nervensystem gelernt hat: <em>Ich bin sicher, auch wenn gerade jemand wütend ist. Das hat nichts mit mir zu tun.</em></p>
<p>Das ist kein Gedanke, den du dir einfach vornehmen kannst. Das ist eine Erfahrung, die dein Nervensystem machen muss. Wieder und wieder, in kleinen Momenten.</p>
<p>Wenn du das nächste Mal merkst, dass die Wut deines Kindes oder die schlechte Laune deines Partners sofort etwas in dir in Bewegung bringt, dann mach kurz Pause. Füße auf den Boden. Hand aufs Herz. Und frag dich: Hat das wirklich mit mir zu tun? Muss ich das jetzt ausgleichen?</p>
<p>Manchmal lautet die ehrliche Antwort: Nein. Das ist deren Gefühl. Ich darf trotzdem hier sitzen bleiben.</p>
<p>Das klingt einfach. Und ich weiß, dass es das nicht immer ist. Gerade am Anfang fühlt sich dieses Sitzenbleiben fast körperlich falsch an. Wie ein Regelverstoß. Weil es so lange anders war.</p>
<p>Aber genau da beginnt die Veränderung. In diesen kleinen Momenten, in denen du lernst: Harmonie ist nicht meine Aufgabe. Ich darf entspannt sein, auch wenn andere es gerade nicht sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wenn du tiefer in dieses Thema einsteigen möchtest, was People Pleasing wirklich ist, woher es kommt und wie du anfängst, dich davon zu lösen, dann schau dir gerne meinen <a href="https://henriettemathieu.com/peoplepleaser-workshop-2025/">People-Pleaser-Workshop</a> an. Mit Theorie, Praxis und konkreten Körperübungen arbeitest du wirklich mit dir, nicht nur über dich nach.</p>
<p>&nbsp;</p>


<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Entspannte Eltern &#8211; entspannte Kinder??? Co-Regulation erklärt!</title>
		<link>https://henriettemathieu.com/co-regulation-erklaert/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Henriette Mathieu]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 May 2026 10:51:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bedürfnisorientierte Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Nervensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstfürsorge]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; &#160; Oh, wie habe ich diesen Satz gehasst. Entspannte Mütter, entspannte Kinder. Weil er so viel Druck macht. Weil er sofort bedeutet: Wenn mein Kind gerade ausrastet, wenn die Geschwister sich in den Haaren liegen, wenn das Chaos regiert, dann bin ich schuld. Weil ich nicht entspannt genug war. Wenn du das genauso empfindest, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><script class="podigee-podcast-player" data-configuration="https://henriettemathieu.podigee.io/247-neue-episode/embed?context=external" consent-original-src-_="https://player.podigee-cdn.net/podcast-player/javascripts/podigee-podcast-player.js" consent-required="224702" consent-by="services" consent-id="224703" consent-original-type-_="application/javascript" type="application/consent"></script></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Oh, wie habe ich diesen Satz gehasst.</p>
<p><em>Entspannte Mütter, entspannte Kinder.</em></p>
<p>Weil er so viel Druck macht. Weil er sofort bedeutet: Wenn mein Kind gerade ausrastet, wenn die Geschwister sich in den Haaren liegen, wenn das Chaos regiert, dann bin ich schuld. Weil ich nicht entspannt genug war.</p>
<p>Wenn du das genauso empfindest, dann möchte ich dir heute sagen: Das ist ein Mythos. Und ich möchte ihn aufdröseln. Denn dahinter steckt etwas viel Nuancierteres, viel Ehrlicheres und, ich finde, viel Befreienderes.</p>
<h2 id="was-dieser-satz-wirklich-bedeutet-und-was-nicht">Was dieser Satz wirklich bedeutet, und was nicht</h2>
<p>Der Satz meint nicht: <em>Du musst ruhig bleiben, damit dein Kind ruhig bleibt.</em> Das wäre Selbstkontrolle. Und Selbstkontrolle ist nicht dasselbe wie Selbstregulation. Ganz wichtig.</p>
<p>Du kannst noch so ruhig klingen. Du kannst mit gedämpfter Stimme sagen: <em>„Ich sehe, du bist gerade wütend.&#8220;</em> Aber wenn innerlich in dir alles brodelt, wenn du getriggert bist, wenn du das kaum aushältst, dann spürt dein Kind das. Es spürt nicht deine äußere Ruhe, sondern den Zustand deines Nervensystems.</p>
<p>Und das ist der entscheidende Unterschied.</p>
<h2 id="dein-nervensystem-ist-der-sichere-hafen">Dein Nervensystem ist der sichere Hafen</h2>
<p>Kinder leihen sich unser Nervensystem aus. Das nennt sich Co-Regulation. Wenn dein Nervensystem in einem regulierten Zustand ist, in dem, was die Polyvagal-Theorie den ventralen vagalen Zustand nennt, dann bist du in deinem sozialen Nervensystem. Du bist präsent, du bist verbunden, du bist ansprechbar.</p>
<p>Und genau aus diesem Zustand heraus kannst du dein Kind durch seine Gefühlsstürme begleiten. Nicht indem du sie wegmachst, oder indem du dich unter Kontrolle hast, sondern indem du wirklich da bist.</p>
<p>Das geschieht nicht über Worte. Es geschieht unbewusst über Blick, Atmung, Körperhaltung, Nähe. Dein Kind nimmt das wahr, ohne es benennen zu können.</p>
<p>Das heißt aber auch: Du musst nicht perfekt sein. Du musst nicht immer locker, fröhlich oder sanft sein. Du darfst auch wütend sein, müde sein, angespannt sein. Wenn dein Nervensystem trotzdem in Regulation ist, kannst du dein Kind co-regulieren. Wenn du trotz leichter eigener Anspannung präsent bleibst, kann das Kind in Verbindung mit dir bleiben.</p>
<p>Das ist etwas ganz anderes, als sich zusammenzureißen.</p>
<h2 id="warum-so-viele-muetter-nicht-in-regulation-kommen">Warum so viele Mütter nicht in Regulation kommen</h2>
<p>Und hier möchte ich ehrlich sein. Weil es wehtut, aber weil es wichtig ist.</p>
<p>Wenn dein Nervensystem im Überlebensmodus steckt, also dauerhaft im Alarm- oder Erstarrungsmodus, dann ist Co-Regulation kaum möglich. Das ist keine Schuldfrage, sondern Physiologie.</p>
<p>Warum landen so viele Mütter in diesem Überlebensmodus? Einige Muster, die ich in Coachings immer wieder sehe:</p>
<p><strong>People Pleasing.</strong> Das Muster, das sagt: Ich bin nur dann sicher, wenn es allen anderen gut geht. Wenn die Kinder streiten, springt der Sympathikus sofort an und das bedeutet Alarm und Gefahr. Das Nervensystem kann sich nicht entspannen, solange irgendjemand im Haus nicht entspannt ist. Das ist erschöpfend, weil es kein Ende gibt.</p>
<p><strong>Hypervigilanz.</strong> Du scannst die Stimmung die ganze Zeit ab. Du bist ständig in dieser leisen Anspannung, abrufbereit, auf alles vorbereitet. Auch das ist ein Überlebensmuster, das meist aus der Kindheit stammt.</p>
<p><strong>Parentifizierung.</strong> Du warst als Kind emotional zuständig für andere. Du hast früh gelernt, für die Gefühle der Erwachsenen um dich herum verantwortlich zu sein. Und jetzt, als Mutter, fühlt es sich genauso an. Du kannst nicht ins Erwachsenen-Ich kommen, weil das Nervensystem noch im alten Muster feststeckt.</p>
<p>All das macht es schwerer, in diesen regulierten Zustand zu finden, aus dem heraus echte Co-Regulation möglich ist.</p>
<h2 id="was-du-wirklich-brauchst-und-es-ist-nicht-eine-stunde-yoga">Was du wirklich brauchst, und es ist nicht eine Stunde Yoga</h2>
<p>Ich sage das, weil wir alle diesen Rat kennen: Füll deinen eigenen Akku. Mach etwas nur für dich. Gönn dir Zeit.</p>
<p>Das ist nicht falsch. Aber es greift zu kurz, wenn das Nervensystem im Überlebensmodus ist. Denn dann fühlen sich auch Pausen nicht erholsam an. Dann läuft das innere Radio weiter, auch wenn du sitzt.</p>
<p>Was wirklich hilft, sind Mikropausen. Kleine, kurze Impulse für dein Nervensystem. Eine Minute reicht.</p>
<p>Ein paar konkrete Möglichkeiten:</p>
<p>Leg die Hand auf deinen Brustkorb. Spür deinen eigenen Herzschlag. Nimm drei tiefe Atemzüge, bei denen das Ausatmen länger dauert als das Einatmen. Das beruhigt den Vagusnerv direkt.</p>
<p>Spür deine Füße auf dem Boden. Erde dich. Schau dich einmal im Raum um, bewusst, ohne Ziel. Was siehst du? Das ist Raumorientierung. Es signalisiert dem Nervensystem: Ich bin sicher. Es gibt keine unmittelbare Gefahr.</p>
<p>Oder die Schmetterlingsumarmung: Arme über die Brust kreuzen und abwechselnd auf die Oberarme klopfen. Das ist eine einfache bilaterale Stimulation, die das Nervensystem beruhigt.</p>
<p>Das klingt vielleicht unscheinbar. Aber für ein Nervensystem, das im Dauerstress steckt, kann so ein kleiner Impuls den Unterschied machen zwischen Explosion und Präsenz.</p>
<h2 id="und-dann-selbstmitgefuehl">Und dann: Selbstmitgefühl</h2>
<p>Das ist vielleicht das Schwerste von allem für Mütter, die gelernt haben, stark zu sein.</p>
<p>Leg die Hand aufs Herz. Und sag dir innerlich: <em>Das ist gerade richtig viel. Ich gebe zu jeder Zeit mein Bestes. Anderen Müttern geht es auch so.</em></p>
<p>Kein Vorwurf oder innerlicher Vergleich. Kein Druck, jetzt endlich reguliert zu sein.</p>
<p>Selbstmitgefühl ist kein Luxus. Es ist ein direkter Eingang in den ventralen Vagus. In den Zustand, aus dem heraus Co-Regulation überhaupt möglich wird.</p>
<h2 id="was-entspannte-kinder-wirklich-brauchen">Was &#8222;entspannte Kinder&#8220; wirklich brauchen</h2>
<p>Entspannte Kinder brauchen keine perfekte Mutter.</p>
<p>Sie brauchen eine echte Mutter, die fühlt. Die sich selbst wahrnimmt. Die lernt, ihre eigenen Grenzen zu spüren und zu setzen. Die immer wieder versucht, zu sich zurückzukehren, auch wenn sie zwischendurch weggerutscht ist.</p>
<p>Regulation ist kein Zustand, den du einmal erreichst und dann hast. Es ist eine Bewegung. Ein Prozess. Du rutschst raus, du kommst zurück. Du rutschst raus, du kommst zurück. Und je mehr du das übst, desto mehr weitet sich dein Toleranzfenster. Desto besser kannst du die Wellen des Alltags surfen, ohne jedes Mal unterzugehen.</p>
<p>Das bekommt dein Kind mit. Nicht weil du ruhig bist. Sondern weil du echt bist. Und weil du lernst, immer wieder bei dir anzukommen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wenn du merkst, dass du tiefer einsteigen möchtest, warum du immer wieder aus der Regulation rutscht, was in deinem Nervensystem dahintersteckt und wie du anfängst, das wirklich zu verändern, dann schau dir gerne meinen <a href="https://henriettemathieu.com/angebote/nervensystem-kurs-lp/">Nervensystem-Kurs</a> an. Mit Wissen, das verständlich ist, und Übungen, die in deinen echten Alltag passen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Vater übernimmt keine Verantwortung? Warum wir Mamas oft den Raum des Mannes &#038; Vaters einnehmen</title>
		<link>https://henriettemathieu.com/vater-verantwortung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Henriette Mathieu]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 12:40:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bedürfnisorientierte Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Du kennst das vielleicht: Du wünschst dir, dass dein Partner mehr übernimmt, mehr da ist, mehr Verantwortung trägt. Gleichzeitig merkst du, wenn du ganz ehrlich bist, dass du ihn irgendwie auch gar nicht wirklich ranlässt. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Dynamik. Und sie beginnt viel früher, als wir denken. Genau das hat eine [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><script class="podigee-podcast-player" data-configuration="https://henriettemathieu.podigee.io/241-raum-fuer-den-partner-schaffen/embed?context=external" consent-original-src-_="https://player.podigee-cdn.net/podcast-player/javascripts/podigee-podcast-player.js" consent-required="224702" consent-by="services" consent-id="224703" consent-original-type-_="application/javascript" type="application/consent"></script></p>
<p>Du kennst das vielleicht: Du wünschst dir, dass dein Partner mehr übernimmt, mehr da ist, mehr Verantwortung trägt. Gleichzeitig merkst du, wenn du ganz ehrlich bist, dass du ihn irgendwie auch gar nicht wirklich ranlässt. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Dynamik. Und sie beginnt viel früher, als wir denken.</p>
<p>Genau das hat eine Teilnehmerin aus meiner Austauschgruppe so treffend in Worte gefasst: <em>„Ich merke sehr oft, dass ich meinen Mann von seiner Vater- und Partnerrolle schiebe. Ich möchte ihm mehr Raum geben, damit er seine Position in unserer Familie einnehmen kann. Aber wie?&#8220;</em></p>
<p>Diese Frage kam. Und sie wurde von so vielen anderen Frauen sofort bestätigt.</p>
<p>Ich möchte in diesem Artikel also nicht mit konkreten Tipps starten, auch wenn du dir die vielleicht gerade wünschst. Ich möchte zuerst tiefer schauen. Weil echte Veränderung nur dann passiert, wenn wir verstehen, wie diese Dynamik überhaupt entstanden ist.</p>
<h2 id="wie-die-schieflage-entsteht-schon-von-anfang-an">Wie die Schieflage entsteht: schon von Anfang an</h2>
<h3 id="die-biologische-naehe-der-mutter">Die biologische Nähe der Mutter</h3>
<p>Wir Mütter sind von Natur aus viel näher dran. Die Schwangerschaft, das Stillen, die ersten Monate: In dieser Zeit baut sich eine intensive Verbindung auf, die der Vater so nicht teilen kann. Das ist keine Kritik an den Vätern, das ist einfach Biologie.</p>
<p>Aber was sich dabei unbewusst einschleicht, ist dieses Gefühl: <em>Ich weiß, wie es richtig geht. Ich habe hier die bessere Verbindung zum Kind.</em> Und so beginnt langsam, fast unbemerkt, eine Dynamik. Nur die Mama weiß, wie die Windel richtig sitzt. Nur sie kennt den richtigen Schrei. Und einschlafen kann das Kind ebenfalls nur bei der Mutter.</p>
<p>Der Vater hat in dieser Phase oft gar nicht die Möglichkeit, diese Verbindung aufzubauen. Besonders wenn er früh wieder arbeiten muss, wenn er zwölf Stunden am Tag weg ist. Er hat einfach wenig Zeit zum Kennenlernen. Und das tut weh. Auf beiden Seiten.</p>
<h3 id="wenn-vaeter-sich-ausgegrenzt-fuehlen">Wenn Väter sich ausgegrenzt fühlen</h3>
<p>Väter klagen in dieser Phase sehr häufig darüber, dass sie gar nicht die Chance bekommen, Erfahrungen zu sammeln. Dass sie das Gefühl haben: <em>Ich mache es sowieso nicht recht und passe hier nicht rein. Dieser Nukleus von Mutter und Kind ist irgendwie unantastbar.</em></p>
<p>Und dann zieht er sich zurück. Kümmert sich mehr um die Arbeit, den Garten, das Haus. Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil er einen Weg sucht, diesen Schmerz nicht zu fühlen.</p>
<h2 id="kontrolle-als-ueberlebensprogramm">Kontrolle als Überlebensprogramm</h2>
<h3 id="es-ist-selten-bewusst">Es ist selten bewusst</h3>
<p>Diese Kontrolle, die wir Mütter an den Tag legen, und ich schließe mich da absolut mit ein, ich bin auch so eine Kontrolletti, die ist selten bewusst. Sie ist ein Überlebensprogramm und dieses Programm stammt in den meisten Fällen schon aus unserer Kindheit.</p>
<p>Viele von uns haben früh gelernt: <em>Ich muss stark sein. Ich kann mich auf niemanden verlassen. Wenn ich es nicht mache, macht es niemand.</em> Und dann schaust du dir vielleicht mal an, wie die Rollenverteilung bei deinen eigenen Eltern war. Was hat Mama gemacht? Was hat Papa gemacht? War dein Vater auch eher abwesend, emotional nicht da? War deine Mutter überlastet?</p>
<p>Diese Bilder prägen uns und sie sitzen tief.</p>
<h3 id="das-nervensystem-braucht-kontrolle-um-sich-sicher-zu-fuehlen">Das Nervensystem braucht Kontrolle, um sich sicher zu fühlen</h3>
<p>Sicherheit entsteht bei uns durch Kontrolle, manchmal auch durch Perfektionismus. Wenn ich alles im Griff habe, signalisiert mein Nervensystem: <em>Es ist sicher.</em> Das ist keine Schwäche, das ist eine Strategie. Und zwar eine sehr verständliche Strategie.</p>
<p>Aber das Tückische: Wenn du alles festhältst, bemerkst du vielleicht gar nicht, dass der andere dadurch keinen Platz mehr hat. Dass da kein Raum mehr ist für die väterliche Energie, weil du festhalten musst, um dich sicher zu fühlen.</p>
<p>Besonders Mütter, die in der eigenen Kindheit unsicher gebunden waren, neigen dazu, sich sehr eng an ihre Kinder zu binden. Was einerseits aus tiefer Liebe kommt und gleichzeitig die Autonomie des Kindes und des Vaters einschränkt.</p>
<h2 id="der-transgenerationale-blick-was-uns-unsere-grossmuetter-mitgegeben-haben">Der transgenerationale Blick: Was uns unsere Großmütter mitgegeben haben</h2>
<p>Das geht noch tiefer. Bei mir war es meine Großmutter, die im Krieg ohne Mann fünf Kinder aufziehen musste. Meine Mutter hat nie wirklich ein gelebtes Vaterbild vor sich gehabt.</p>
<p>Nach dem Krieg hatten viele Kinder in der Schule keinen Vater mehr. Er war gefallen, verletzt, oder seelisch einfach nicht mehr da. Unsere Großmütter und Urgroßmütter mussten alleine überleben. Und was haben sie dabei gelernt? <em>Ich schaffe das auch ohne Mann. Für Emotionen ist hier kein Platz. Ich muss alles kontrollieren.</em></p>
<p>Die Epigenetik sagt uns heute: Diese transgenerationalen Traumata machen etwas mit unseren Genen. Auch wenn es deine Urgroßmutter war, es wirkt bis heute in dir. Wenn wir diese Zusammenhänge verstehen, können wir auch etwas verändern. Über das Verstehen entsteht Handlungsspielraum.</p>
<h2 id="kinder-sehen-den-vater-durch-die-augen-der-mutter">Kinder sehen den Vater durch die Augen der Mutter</h2>
<p>Das ist vielleicht der Punkt, der mich am meisten berührt und der am meisten Verantwortung trägt.</p>
<p>Kinder sind so eng mit ihrer Mutter verbunden, emotional, körperlich, energetisch. Mein Kind sagt mir manchmal, bevor ich es selbst bewusst spüre: <em>„Mama, bist du traurig gerade?&#8220;</em> Diese Verbindung ist tief und real.</p>
<p>Und genau deshalb sehen Kinder den Vater in den meisten Fällen durch die Augen der Mutter. Sie lesen jeden Gesichtsausdruck, jede Spannung, jeden unausgesprochenen Satz. Wenn die Mutter den Vater innerlich ablehnt, kritisiert oder abwertet, auch wenn es nur ein Gedanke ist und nie ausgesprochen wird, die Kinder spüren das.</p>
<p>Das gilt übrigens genauso in Trennungssituationen. Wenn da noch viel Ablehnung, Kritik oder unausgesprochene Konflikte stehen, macht das etwas mit den Kindern. Sie fühlen sich nicht sicher. Sie versuchen auszugleichen und tragen damit etwas, das nicht ihres ist.</p>
<h2 id="was-das-mit-unseren-rollenbildern-zu-tun-hat">Was das mit unseren Rollenbildern zu tun hat</h2>
<p>Ich höre so oft von Frauen: <em>„Ich möchte, dass der Mann ein Kavalier ist, aber ich will auch meine Autonomie und Unabhängigkeit.&#8220;</em> Beides gleichzeitig. Und das ist kein Widerspruch, das ist unsere Zeit.</p>
<p>Wir wollen nicht die totale Selbstüberforderung und schon gar nicht den Rückfall ins Patriarchat. Aber wir wollen auch nicht allein mit allem dastehen. Wir möchten jemanden, der uns den Rücken stärkt und gleichzeitig unsere Eigenständigkeit respektiert.</p>
<p>Ich glaube, dass viele von uns gerade auch das Weibliche neu entdecken müssen. Das Empfangende und das Sanfte. Nicht als Gegensatz zur Stärke, sondern als Ergänzung. Indem ich dem anderen Raum gebe, gebe ich ihm die Möglichkeit, mir etwas zu geben.</p>
<h2 id="was-sich-wirklich-veraendern-kann">Was sich wirklich verändern kann</h2>
<p>Letztlich geht es darum, dass jeder weiß, wo sein oder ihr Platz ist. Ich als Frau schaue: Was ist mein Platz in dieser Familie? Wie nehme ich mir diesen Raum als Mutter, als Frau, als Partnerin? Und ich versuche, meinen Platz nicht auszuweiten auf seinen Platz.</p>
<p>Das bedeutet auch: ihm seinen Raum zuzutrauen. Nicht perfektes Übernehmen zu erwarten, sondern Entwicklung zu erlauben. Väter müssen auch erst lernen. So wie wir gelernt haben.</p>
<p>Wenn du in einer Partnerschaft lebst, könnte ein erstes Gespräch so klingen: <em>„Wie nimmst du deinen Raum als Mann wahr? Und wie nehme ich meinen Raum als Frau wahr? Wo merke ich, dass ich bei dir im Raum bin und wo könnte ich loslassen?&#8220;</em></p>
<p>Das ist kein einfaches Gespräch. Aber es ist ein wichtiges.</p>
<h2 id="ein-letzter-gedanke">Ein letzter Gedanke</h2>
<p>Diese Dynamik, das Kontrollieren, das Nicht-loslassen-können, das Ausschließen ohne böse Absicht, ist kein Charakterproblem, sondern vielmehr ein Überlebensprogramm. Eines, das einmal Sinn gemacht hat. Vielleicht für dich, oder sogar schon für deine Mutter oder Großmutter.</p>
<p>Verstehen ist der erste Schritt. Aber Verstehen allein verändert noch nichts im Körper, im Alltag, in den Momenten, in denen es kracht.</p>
<p>Und wenn du Gedanken dazu loswerden möchtest oder dich mit anderen Frauen austauschen willst, komm gerne in meine kostenlose Austauschgruppe. Den Link dazu findest du hier untendrunter. Ich freue mich auf dich.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Wachstumsbooster Elternsein: Warum dein Kind dich so triggert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Henriette Mathieu]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2026 07:57:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bedürfnisorientierte Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Trigger]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; &#160; Traurig aber wahr: In den meisten Fällen sehen wir unser Kind nicht als das Kind, das es ist, sondern wir sehen unser eigenes inneres Kind in ihm. Und wir haben dadurch die Chance, die eigene Kindheit ein zweites Mal zu erleben und das ist Fluch und Segen zugleich. Darum geht es heute. Es [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><script class="podigee-podcast-player" data-configuration="https://henriettemathieu.podigee.io/240-warum-triggert-mich-mein-kind/embed?context=external" consent-original-src-_="https://player.podigee-cdn.net/podcast-player/javascripts/podigee-podcast-player.js" consent-required="224702" consent-by="services" consent-id="224703" consent-original-type-_="application/javascript" type="application/consent"></script></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Traurig aber wahr: In den meisten Fällen sehen wir unser Kind nicht als das Kind, das es ist, sondern wir sehen unser eigenes inneres Kind in ihm. Und wir haben dadurch die Chance, die eigene Kindheit ein zweites Mal zu erleben und das ist Fluch und Segen zugleich.</p>
<p>Darum geht es heute. Es geht um Projektionen und Kompensation. Und was das mit unserem Kind und unserem inneren Kind zu tun hat.</p>
<h2 id="elternschaft-ist-wachstum-pur">Elternschaft ist Wachstum pur</h2>
<p>Wenn wir Eltern werden, beginnt ein Prozess, der uns am Anfang vermutlich gar nicht so bewusst ist, aber er ist sehr kraftvoll. Elternschaft ist nicht nur Erziehung, sondern Wachstum pur, denn wir werden aufgefordert, erwachsen zu werden.</p>
<p>Und das ist spannend: Es geht um dieses wirkliche Erwachsensein. Nicht vom Alter her, sondern innerlich wirklich Erwachsensein, das ist gar nicht so leicht.</p>
<p>Denn wenn ein Kind in unserer Familie geboren wird, haben wir die große Chance, unsere eigene Kindheit noch einmal durchzuerleben. Vielleicht hast du selber schon festgestellt, dass dein Kind dich in bestimmten Altersstufen extrem triggert.</p>
<p>Wenn du da genau hinschaust, wirst du merken, dass bei dir in dieser Altersstufe auch etwas nicht im Reinen war. Ein Klient sagte: Henriette, es begann, als mein Sohn 6 Jahre alt wurde. Da ging bei mir der Alarm los, obwohl vorher alles okay war.</p>
<p>Andere sagen: Als mein Kind 3 wurde, da fing das an. Oder die Pubertät bringt mich aus dem Konzept. Das ist genau der Punkt, wo du merkst: Das hat was mit mir zu tun.</p>
<h2 id="der-individuationsprozess-nach-c-g-jung">Der Individuationsprozess nach C.G. Jung</h2>
<p>Carl Gustav Jung beschreibt den Individuationsprozess: Wir wollen ganz werden. Bewusste und unbewusste Anteile integrieren, sowie auch die Schattenseiten. Das sind verdrängte Verletzungen, das verletzte innere Kind.</p>
<h3 id="mein-beispiel-kaiserschnitt-und-stillen">Mein Beispiel: Kaiserschnitt und Stillen</h3>
<p>Ich war ein Kaiserschnittkind, wurde zwei Wochen früher rausgeholt und konnte danach nicht gestillt werden. Das hat mich immer beschäftigt.</p>
<p>Als ich Mutter wurde, beschloss ich: Ich mache es anders. Mein Kind soll auf natürlichem Wege geboren werden und gestillt werden.</p>
<p>Ich hatte zwei wunderschöne Hausgeburten und konnte stillen, aber es war nicht easy peasy. Aber es kam für mich nie in Frage aufzuhören. Meinen Jüngsten habe ich fast vier Jahre gestillt.</p>
<p>Für mich war das sehr wichtig. Und heute weiß ich, dass das eine Kompensation war. Dass ich selber diesen Schmerz gespürt habe: Mir hat das gefehlt und ich möchte das meinem Kind jetzt geben. Das ist ein Kompensationsmechanismus.</p>
<h2 id="was-ist-kompensation">Was ist Kompensation?</h2>
<p>Das gleiche kennst du vielleicht: Thema Familienbett oder Trennung im Kindergarten. Das sind Situationen, wo Eltern aus ihrer eigenen Verletzung heraus kompensieren.</p>
<p>Das heißt, sie tun entweder Dinge, die sie früher nicht hatten, die sie bei ihrem Kind im Exzess geben wollen. Oder sie vermeiden Dinge, die sie hatten. Oder sie machen es genauso wie ihre Eltern.</p>
<p>Aber in vielen Fällen: Mein Kind bekommt das, was ich nicht hatte. Jung beschreibt das als Individuation. Wir wollen ganz werden und bewusste und unbewusste Anteile integrieren. Ziel ist nicht Perfektion, sondern Ganzheit.</p>
<h2 id="der-schatten-was-wir-nicht-sehen-wollen">Der Schatten: Was wir nicht sehen wollen</h2>
<p>Mit Schatten meint Jung alles, was wir selbst in uns nicht sehen wollen oder können. Ungeliebte Gefühle, alte Wunden, das was wehtut, also das kindliche Schmerzmaterial.</p>
<p>Die Projektion ist, dass wir das, was wir nicht aushalten können, auslagern und dann im Außen sehen. Ganz besonders in unseren Kindern, die oft der Spiegel für uns sind.</p>
<p>Deswegen sagen wir: Mein Kind ist mein Spiegel. Das, was ich nicht fühlen möchte, spiegelt mir mein Kind. Mein Kind zeigt mir meine unbewussten unterdrückten Anteile.</p>
<p>Und wenn wir das Kind im Spiegel sehen, wollen wir kompensieren. Ich möchte mein Kind nicht so behandeln, wie ich behandelt wurde. Oder: Ich vermeide alle Konflikte, weil das war so schlimm damals.</p>
<h2 id="wie-die-individuation-geschieht">Wie die Individuation geschieht</h2>
<p>Jung betonte, dass Individuation durch Konfrontation mit dem Unbewussten geschieht. Jedes Mal, wenn mein Kind mich triggert und ich merke, oh da reagiere ich über, da öffnet sich die Möglichkeit hinzuschauen. Die Möglichkeit zur Bewusstwerdung.</p>
<p>Ich kann hinschauen: Was in mir meldet sich da gerade? Wer schreit? Wer weint? Wer rebelliert? Welcher kindliche Anteil, der abgespalten wurde, meldet sich?</p>
<h3 id="eine-kleine-uebung-fuer-dich">Eine kleine Übung für dich</h3>
<p>Beobachte deine Gedanken deinem Kind gegenüber. Mein Kind ist so wild, so laut. Oder: Mein Kind ist so schüchtern, traut sich gar nichts.</p>
<p>Und dann nimm diese Bewertung und schau, was das mit dir zu tun hat:</p>
<p>&#8211; Warst du das laute Kind, das ausgeschimpft wurde?<br />
&#8211; Warst du der Klassenclown, um Aufmerksamkeit zu bekommen?<br />
&#8211; Oder warst du die leise Stille, die gerne laut gewesen wäre, aber wusste: Wenn ich laut bin, werde ich bestraft?</p>
<p>Und jetzt hast du ein Kind, das sich nicht unterwirft und dich triggert das maßlos. Das tritt in meinen Coachings täglich auf.</p>
<h2 id="dein-kind-ist-nicht-das-problem">Dein Kind ist nicht das Problem</h2>
<p>Dein Kind ist in der Regel nicht das Problem. Eigentlich nie. Es ist der Spiegel und es zeigt dir genau, wo du hinschauen darfst. Und wenn du das bei dir aufgelöst hast, braucht dein Kind es dir nicht mehr zu zeigen.</p>
<p>Das ist der Weg der Individuation. Indem wir mit unbewussten Anteilen in Kontakt kommen, sie anschauen und integrieren. Mit <a href="https://henriettemathieu.com/eft/">EFT</a> und Matrix Reimprinting integrieren wir diese Anteile, sodass du diesen Spiegel nicht mehr brauchst.</p>
<h2 id="wirklich-erwachsen-werden">Wirklich erwachsen werden</h2>
<p>Sobald das Kind auf der Welt ist, projizieren wir automatisch unsere Geschichte auf dieses Kind. All das, was wir erlebt haben, passiert unbewusst und automatisch.</p>
<p>Unsere Aufgabe ist es, erwachsen zu werden. Wirklich erwachsen zu werden. Unser Kind mit den Augen eines neutralen Erwachsenen zu sehen. Und nicht mit der Brille unseres verletzten Kindes, unserer Konditionierung, unserer Wunden.</p>
<p>Dass wir diese Brille absetzen und unser Kind wirklich so sehen, wie es ist. Das ist ganz schön schwierig. Aber wenn ich diese Kompensationsmechanismen loslasse, nicht mehr projiziere, dann kann sich mein Kind ganz frei entwickeln. Und ich bleibe die Erwachsene.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Möchtest du die Brille abnehmen und dein Kind wirklich sehen?</strong><br />
Im <a href="https://henriettemathieu.com/einzelcoaching/">Einzelcoaching</a> arbeiten wir mit EFT und Matrix Reimprinting, um deine verletzten Anteile zu integrieren. Sodass dein Kind nicht mehr dein Spiegel sein muss.</p>
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		<title>Patchwork und Familiensystem: Aus alt mach neu! Wie jeder seinen Platz findet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Henriette Mathieu]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Mar 2026 08:47:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bedürfnisorientierte Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Patchwork scheitert nicht an den Kindern. Es scheitert an der unsichtbaren Ordnung, die im Chaos verläuft. Das klingt vielleicht hart. Aber wenn ich mit Menschen arbeite, die in Patchwork-Familien leben, dann ist das eine der ersten Dinge, die sichtbar wird: Es gibt eine Rangfolge, eine innere Ordnung im System. Und wenn diese Ordnung nicht [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><script class="podigee-podcast-player" data-configuration="https://henriettemathieu.podigee.io/245-patchwork-familie-chaos-im-familiensystem/embed?context=external" consent-original-src-_="https://player.podigee-cdn.net/podcast-player/javascripts/podigee-podcast-player.js" consent-required="224702" consent-by="services" consent-id="224703" consent-original-type-_="application/javascript" type="application/consent"></script></p>
<p>Patchwork scheitert nicht an den Kindern. Es scheitert an der unsichtbaren Ordnung, die im Chaos verläuft.</p>
<p>Das klingt vielleicht hart. Aber wenn ich mit Menschen arbeite, die in Patchwork-Familien leben, dann ist das eine der ersten Dinge, die sichtbar wird: Es gibt eine Rangfolge, eine innere Ordnung im System. Und wenn diese Ordnung nicht anerkannt wird, wenn sie verdrängt oder wegdiskutiert wird, dann entstehen Symptome. Bei den Kindern, in der Partnerschaft, im ganzen System.</p>
<p>Und ich spreche hier nicht aus der Theorie. Ich spreche aus meinem eigenen Leben.</p>
<h2 id="kein-neuanfang-sondern-ein-weitergehen">Kein Neuanfang, sondern ein Weitergehen</h2>
<p>Wenn du in eine bestehende Familie hineinkommst, dann beginnst du nicht auf der ersten Seite eines Buches. Du steigst mitten in ein Kapitel ein, das schon lange geschrieben wird. Das ist manchmal wunderschön. Und manchmal ist es ganz schön schmerzhaft.</p>
<p>Bei mir war es so: Ich hatte keine eigenen Kinder, als ich meinen Partner kennenlernte. Er hatte einen Sohn aus einer früheren Beziehung. Dieser Sohn lebte zunächst bei seiner Mutter und zog nach deren Tod zu uns. Was das in mir ausgelöst hat, an Gefühlen, an Konflikten, an Wirrnis, das hat mich lange beschäftigt. Und es hat mich viel gelehrt.</p>
<h2 id="die-rangfolge-die-sich-nicht-wegdiskutieren-laesst">Die Rangfolge, die sich nicht wegdiskutieren lässt</h2>
<p>Im Familiensystem gibt es eine innere Ordnung. Ich vergleiche das gerne mit einem Mobile. Jedes Teil braucht seinen Platz. Wenn eines fehlt, abgeschnitten wird, ausgeschlossen wird, gerät das ganze Mobile in Schieflage. Und so funktioniert auch das Familiensystem.</p>
<p>In einer Patchwork-Familie bedeutet das: Die Reihenfolge, in der Menschen in das System gekommen sind, zählt. Chronologisch.</p>
<p>In meinem Fall heißt das: Zuerst war die erste Frau da. Dann kam der Sohn. Und dann kam ich. Das heißt, ich stehe an dritter Stelle, wenn wir es ganz nüchtern betrachten. Die erste Frau bleibt die Erste, auch wenn die Beziehung längst beendet ist. Auch wenn sie gestorben ist. Das lässt sich nicht auflösen.</p>
<p>Und das kann wehtun. Mir hat es wehgetan. Auch deshalb, weil ich selbst die zweite Tochter in meiner Herkunftsfamilie war. Dieses Thema, die Zweite zu sein, hat mich erwischt auf einer Ebene, die ich lange nicht bewusst gesehen hatte. Erst durch Aufstellungsarbeit und Therapie wurde mir klar, wie tief dieses Muster in mir sitzt.</p>
<h2 id="was-passiert-wenn-die-ordnung-nicht-stimmt">Was passiert, wenn die Ordnung nicht stimmt</h2>
<h3 id="ausschluss-macht-das-system-krank">Ausschluss macht das System krank</h3>
<p>Wenn der Partner die Ex-Frau aus dem System ausschließen möchte, weil die Trennung schmerzhaft war, weil er mit ihr im Clinch liegt, weil er vielleicht die neue Partnerin auf den ersten Platz stellen möchte, dann funktioniert das nicht. Ausschluss ist wie das Abschneiden eines Mobile-Teils. Es fällt heraus. Und das ganze System zieht schief.</p>
<p>Die erste Frau bleibt Teil des Systems, egal was passiert. Weil sie die Mutter der Kinder ist. Weil sie chronologisch zuerst da war. Das anzuerkennen ist keine Niederlage. Es ist die Voraussetzung dafür, dass das System wieder atmen kann.</p>
<h3 id="wenn-das-alte-nicht-geklaert-ist">Wenn das Alte nicht geklärt ist</h3>
<p>Etwas, das ich immer wieder erlebe in Coachings: Wenn das frühere Elternpaar noch offene Konflikte hat, Dinge, die nicht ausgesprochen wurden, finanzielle Streitigkeiten, unverarbeiteten Schmerz, dann kann die neue Patchwork-Familie nicht wirklich gesund wachsen. Die Kinder zeigen Symptome. Die neue Partnerschaft steht unter Dauerstress.</p>
<p>Manchmal hängen finanzielle Auseinandersetzungen mit der Ex-Partnerin auch damit zusammen, dass das die einzige Verbindung ist, die noch bleibt. Der einzige Hebel, der noch Einfluss sichert. Das ist unbewusst. Das ist kein böser Wille. Aber es macht das System krank, solange es nicht gesehen und geklärt wird.</p>
<p>Deswegen ist es so wichtig, und ich sage das mit allem Nachdruck: Derjenige, der Kinder aus einer früheren Beziehung mitbringt, muss aufräumen im alten System. Nicht weglaufen. Nicht ignorieren. Aufarbeiten. Idealerweise mit Begleitung.</p>
<h2 id="was-der-partner-tun-sollte-der-kinder-mitbringt">Was der Partner tun sollte, der Kinder mitbringt</h2>
<p>Wer Kinder in eine neue Partnerschaft mitbringt, trägt eine große Verantwortung. Beiden Frauen gehört ein Platz im System, der Mutter der Kinder sowie der neuen Partnerin. Die neue Partnerin muss emotional geschützt werden, wenn Grenzen überschritten werden. Der Vater muss den Kindern klar machen, wer die neue Partnerin ist und was ihre Rolle ist. Loyalitätskonflikte der Kinder treten auf, denn natürlich wollen Kinder loyal zu beiden Elternteilen sein. Klare Absprachen mit der Ex-Partnerin sind wichtig und es wichtig, darauf zu achten, dass die neue Partnerin nicht in die Mutterrolle gedrängt wird, die nicht ihre ist. Das heißt nicht, dass sie Erziehungsaufgaben übernehmen kann und Verantwortung für die Kinder in der Familie übernimmt.</p>
<p>Das ist ganz schön viel. Und dafür braucht es viel Zeit und Bewusstheit. Aber ohne diese Klarheit kann das System in Schieflage geraten.</p>
<h2 id="was-die-neue-partnerin-tun-kann-und-lassen-sollte">Was die neue Partnerin tun kann und lassen sollte</h2>
<p>Ich war diejenige, die neu dazugekommen ist. Und ich sage ehrlich: Am Anfang habe ich versucht, die Mutter zu ersetzen. Aus Mitleid. Aus dem Wunsch heraus, zu helfen. Und auch aus einer Dynamik heraus, die ich damals noch nicht verstanden hatte.</p>
<p>Das hat nicht funktioniert, weder für mich noch für das Kind.</p>
<p>Ich bin nicht die &#8222;Bonusmutter&#8220;, sondern die neue Partnerin seines Vaters. Für mich war diese Klarheit eine Befreiung, denn sie hat mir gezeigt, was meine Verantwortung ist und was nicht.</p>
<p>Was nicht mein Business ist: die Konflikte zwischen meinem Partner und seiner Ex zu hören, geschweige denn zu lösen und auch nicht die Kinder für mich zu gewinnen. Ich darf nicht den ersten Platz beanspruchen, denn das würde die Vergangenheit auslöschen.</p>
<p>Ich darf meinen eigenen Platz finden. Die Kinder sehe ich als die Kinder meines Partners, nicht als Stellvertreter der Ex-Frau. Ich darf meine Trigger anschauen und bearbeiten, denn diese werden kommen. Und natürlich darf ich Grenzen setzen, klar und ohne Schuldgefühle.</p>
<p>Ganz wichtig ist, dass ich die Kinder nicht durch die Brille meiner eigenen Verletzungen sehe, denn sie können nichts für das, was zwischen den Erwachsenen passiert ist.</p>
<h2 id="was-die-kinder-brauchen">Was die Kinder brauchen</h2>
<p>Kinder in Patchwork-Familien brauchen vor allem eines: Klarheit darüber, wo ihr Platz ist.</p>
<p>In unserem Fall heißt das: Der älteste Sohn meines Partners weiß, dass er der Erste vom Papa ist. Unsere beiden gemeinsamen jüngeren Söhne wissen, dass sie für den Papa der Zweite und der Dritte sind, für mich aber der Erste und der Zweite. Das sage ich immer wieder und betone es, denn es schenkt ihnen Sicherheit und Klarheit.</p>
<p>Etwas, das ich auch beobachte: Manchmal versuchen Kinder aus der ersten Partnerschaft, in eine Art Partnerrolle zu rutschen. Eine Tochter versucht die Mutter zu ersetzen. Ein Sohn übernimmt die Vaterrolle. Das ist keine Böswilligkeit, das ist ein Versuch des Systems, sich selbst zu ordnen. Aber es schadet dem Kind. Deswegen ist es so wichtig, immer wieder klar zu machen: Du warst zuerst da, ja. Und du bist das Kind. Du bist nicht mein Partner.</p>
<h2 id="patchwork-braucht-zeit-und-ehrliche-begleitung">Patchwork braucht Zeit und ehrliche Begleitung</h2>
<p>Das hier ist kein Prozess, der in ein paar Monaten abgeschlossen ist. Bei uns gibt es nach Jahren noch Eifersüchte, noch Fragen, wer wo hingehört. Das ist ganz normal, denn ein System wird sich immer wieder neu kalibrieren.</p>
<p>Was hilft, ist Kommunikation und Klarheit und die Bereitschaft, das Unbewusste anzuschauen, das sich hinter den Konflikten verbirgt.</p>
<p>Wenn du merkst, dass in deiner Patchwork-Familie vieles unter der Oberfläche brodelt, dass du immer wieder an denselben Punkten hängst, dass Kinder Symptome zeigen oder die Partnerschaft unter Dauerstress steht, dann lohnt es sich, mit jemandem zu sprechen, der systemisch darauf schauen kann.</p>
<p>Du kannst jederzeit ein <a href="https://calendly.com/henriettemathieu/30min?month=2026-02" target="_blank" rel="noopener">kostenloses Klarheitsgespräch</a> mit mir vereinbaren. Gemeinsam schauen wir, wo die Ordnung im System gerade fehlt und was es braucht, damit alle wieder wissen, wo ihr Platz ist.</p>
<p style="padding-left: 40px;">
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		<title>Wenn der Körper Nein sagt &#8211; Warnsignale deines Körpers ernst nehmen und verstehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Henriette Mathieu]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Mar 2026 13:35:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstfürsorge]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Mein Körper hatte schon lange Nein gesagt, ich habe es nur nicht hören wollen. Vielen Müttern geht es so: Der Körper sendet längst klare Signale und wir tun sie ab als Zipperlein, bis es irgendwann so schlimm wird, dass wir sie nicht mehr ignorieren können. Heute möchte ich dir ein bisschen aus meinem Leben [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><script class="podigee-podcast-player" data-configuration="https://henriettemathieu.podigee.io/234-wenn-der-koerper-nein-sagt/embed?context=external" consent-original-src-_="https://player.podigee-cdn.net/podcast-player/javascripts/podigee-podcast-player.js" consent-required="224702" consent-by="services" consent-id="224703" consent-original-type-_="application/javascript" type="application/consent"></script></p>
<p>Mein Körper hatte schon lange Nein gesagt, ich habe es nur nicht hören wollen. Vielen Müttern geht es so: Der Körper sendet längst klare Signale und wir tun sie ab als Zipperlein, bis es irgendwann so schlimm wird, dass wir sie nicht mehr ignorieren können.</p>
<p>Heute möchte ich dir ein bisschen aus meinem Leben erzählen, wie ich damit umgehe, welche Erfahrungen ich gemacht habe mit den Signalen meines Körpers. Und auch von Klientinnen, wo du merkst: Der Körper spricht so klare Worte.</p>
<h2 id="wenn-der-koerper-nein-sagt">Wenn der Körper Nein sagt</h2>
<p>Es gibt ein Buch von Gabor Maté: &#8222;Wenn der Körper Nein sagt&#8220;. Dieser Titel spricht Bände. Wenn der Körper Nein sagt, sollten wir ganz dringend hinschauen.</p>
<p>In ganz vielen Fällen sind es kleine Signale, die leise daherkommen und dann immer lauter werden. Und irgendwann kannst du es nicht mehr ignorieren. Irgendwann entstehen Autoimmunerkrankungen oder ernste Krankheiten, die daraus entstehen, dass der Körper unter permanentem Stress steht.</p>
<p>Ich bin sehr davon überzeugt: Wenn der Körper krank wird, hat das ganz viel mit uns selber zu tun. Und das ist auch der Weg, über den wir den Körper wieder heilen können.</p>
<h2 id="meine-geschichte-rheumatoide-arthritis-im-fuss">Meine Geschichte: Rheumatoide Arthritis im Fuß</h2>
<p>Ich habe schon viele Symptome in meinem Leben gehabt. Die begannen schon als Kind. Gerade im Rücken, im Kiefer, wo ich heute weiß: Da war zu viel Spannung. Zu viel Druck. Rücken hat ganz viel mit Unterstützung zu tun, fehlende Unterstützung, alles alleine tragen zu müssen.</p>
<h3 id="als-mein-fuss-wehtat">Als mein Fuß wehtat</h3>
<p>Letztes Jahr tat auf einmal mein rechter Fuß weh. Er wurde ganz dick, schwoll an und tat furchtbar weh, sodass ich gar nicht mehr richtig laufen konnte.</p>
<p>Es wurde eine rheumatoide Arthritis diagnostiziert. Eine Autoimmunerkrankung. Ich war erstmal schockiert, habe dann aber beschlossen: So eine Autoimmunerkrankung, das akzeptiere ich so nicht. Ich weiß, dass Autoimmunerkrankungen Stresserkrankungen sind.</p>
<h3 id="der-weg-zur-heilung">Der Weg zur Heilung</h3>
<p>Ich bin nicht zum Rheuma-Arzt gegangen und habe erst mal für mich geforscht. Therapeutin, Öle, Naturheilmittel, Ernährungsumstellung. Und ich habe es innerhalb von ein paar Wochen wegbekommen. Es ist weg gewesen und seither nie wieder aufgetaucht.</p>
<h3 id="die-botschaft-hinter-dem-symptom">Die Botschaft hinter dem Symptom</h3>
<p>Aber was mir klar geworden ist: Gerade der Fuß, das hätte auch im Handgelenk sein können. Nein, der rechte Fuß. Ich bin Rechtshänderin, mit rechts gehe ich zuerst los. Und gerade die hat schlapp gemacht. Sodass ich nicht mehr nach vorne gehen konnte.</p>
<p>Das war ein Moment, wo ich wirklich das Gefühl hatte: Wo geht der nächste Schritt hin? Was will ich eigentlich? In welche Richtung gehe ich? Es war für mich so stark, dieses Bild. Und als ich daran gearbeitet habe und Klarheit hatte, hat es sich aufgelöst.</p>
<h2 id="panikattacken-am-morgen-wenn-das-nervensystem-streikt">Panikattacken am Morgen: Wenn das Nervensystem streikt</h2>
<p>Gerade kürzlich bin ich morgens mit Panik aufgewacht. Kaum hatte ich die Augen offen, schoss ein Adrenalinschub durch meinen Körper. Ich war sofort in der Übererregung. Konnte nicht mehr einschlafen, musste aufstehen, Nervensystemsübungen machen.</p>
<p>Das hat mich über Wochen begleitet. Sehr nachdenklich gemacht, schon gar nicht als jemand, der sich mit dem Nervensystem beschäftigt.</p>
<p>Ich bin in mich gegangen und habe all die Baustellen angeschaut, die diesen Stress verursachen. Habe eine klare Entscheidung getroffen und mich für mein Nervensystem entschieden. Und danach wurde es schlagartig besser.</p>
<h2 id="frag-dein-symptom-was-moechtest-du-mir-sagen">Frag dein Symptom: Was möchtest du mir sagen?</h2>
<p>Nimm diese Symptome ernst und hinterfrage sie. Frag das Symptom: Warum bist du hier? Was möchtest du mir eigentlich sagen?</p>
<h3 id="das-beispiel-mit-dem-bandscheibenvorfall">Das Beispiel mit dem Bandscheibenvorfall</h3>
<p>In Einzelcoachings erwähnen Klientinnen manchmal: Ja, ich habe gerade einen Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule. Und ich frage: Welcher Halswirbel ist das denn?</p>
<p>Es gibt von Louise Hay eine Liste. Diese Symptome und ihre Bedeutung haben schon so oft ins Schwarze getroffen.</p>
<p>Bei einem Bandscheibenvorfall waren es zwei konkrete Wirbel. Ausgerechnet die beiden standen nach Louise Hay für Überlastung. Dann meinte sie: Ja klar, passt voll. Es ging wirklich um die Überlastung. Dieses: Ich muss das alles alleine tragen. Es ist zu viel.</p>
<p>Wenn man das weiß, kann man ganz gezielt ansetzen.</p>
<h2 id="so-kannst-du-mit-deinen-symptomen-arbeiten">So kannst du mit deinen Symptomen arbeiten</h2>
<p>Nimm deine Symptome ernst, auch seien sie noch so klein. Selbst hormonelle Schwankungen können etwas bedeuten. Was ist da gerade los? Was schwankt gerade in deinem Leben?</p>
<p>Natürlich, man muss es nicht überinterpretieren. Ich gehe auch zum Arzt und lasse Blutwerte checken. Das heißt, immer die organischen Ursachen abchecken. Aber ich würde mich schon fragen: Was möchtest du mir sagen?</p>
<p>Mit <a href="https://henriettemathieu.com/eft/">EFT</a> kann man das super gut machen, dass man hineingeht in diese Symptome und fragt: Hey warum bist du in meinem Körper, was möchte mir mein Körper damit sagen?</p>
<p>Meistens kommen wir darauf, wenn wir in uns gehen, in die Stille gehen. Du kannst auch direkt mal in das Symptom hineinfühlen und gucken, ob der Schmerz dir was erzählen möchte.</p>
<h2 id="welche-symptome-solltest-du-ernst-nehmen">Welche Symptome solltest du ernst nehmen?</h2>
<p>Die kleinsten Symptome: Du wachst morgens auf und merkst, da ist sofort Stress im Körper. Wo kommt der Stress her?</p>
<h3 id="der-unterschaetzte-emotionale-stress">Der unterschätzte emotionale Stress</h3>
<p>Ganz viele unterschätzen den emotionalen Stress. Für mich ist emotionaler Stress so viel herausfordernder als Alltagsstress wie Hetzerei oder zu viel Workload.</p>
<p>Was wirklich am herausforderndsten ist: In der Partnerschaft kriselt es. Da gibt es Konflikte, unausgesprochene Dinge. Vielleicht macht ein Kind Sorgen. Vielleicht gibt es Probleme in der Schule. Andere Konflikte im sozialen Umfeld, Krankheiten bei Eltern, pflegebedürftige Eltern.</p>
<p>Wenn du das alles zusammennimmst, kann das deinen Körper ganz schön stressen. Und das sind Stressoren, die sehr unsichtbar sind, aber sehr viel Auswirkung haben.</p>
<h3 id="die-wichtigsten-warnsignale-deines-koerpers">Die wichtigsten Warnsignale deines Körpers</h3>
<p><strong>Nervensystem: </strong>Flache Atmung, ständige Übererregung, permanent gereizt</p>
<p><strong>Verdauung:</strong> Reizdarm, Blähungen, Durchfall, Verstopfung</p>
<p><strong>Weitere Symptome:</strong> Bluthochdruck, Tinnitus, chronische Schmerzen, Autoimmunerkrankungen, Rücken- und Schulterverspannung, Schlafprobleme, ständige Müdigkeit, Kaffee-Abhängigkeit</p>
<p>All das spricht dafür, dass dein Nervensystem am Anschlag ist und du im Überlebensmodus bist.</p>
<h2 id="der-koerper-ist-nicht-das-problem-sondern-die-loesung">Der Körper ist nicht das Problem, sondern die Lösung</h2>
<p>Viele schimpfen über ihren Körper und denken, er sei das Problem, weil er nicht mehr funktioniert. Nein, es ist andersrum. Der Körper schenkt dir als Geschenk die ersten Signale. Diese sind die Lösung für dein Problem.</p>
<p>Nimm ernst, was der Körper dir erzählt. Wenn der Körper anfängt Nein zu sagen, dann nimm es ernst und warte nicht zu lange, bis es sich chronifiziert.</p>
<p><strong>Dein Körper sagt schon lange Nein?</strong><br />
Im <a href="https://henriettemathieu.com/einzelcoaching/">Einzelcoaching</a> arbeiten wir mit EFT, um die Botschaften hinter deinen Symptomen zu verstehen. Im <a href="https://henriettemathieu.com/angebote/nervensystem-kurs-lp/">Nervensystem-Kurs</a> lernst du, wie du deinen Körper wieder in Balance bringst, bevor chronische Erkrankungen entstehen.</p>
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